TRIGOS Steiermark 2025: Das sind die Gewinner:innen

Im Rahmen der feierlichen Gala des regionalen TRIGOS Steiermark am 24. September 2025 in der Alten Universität Graz wurden die Nominierten und Gewinner:innen auf die wohlverdiente Bühne geholt und nachhaltiges Wirtschaften gefeiert.

Der TRIGOS Steiermark 2025 wurde in den Kategorien Regionale Wertschöpfung, Vorbildliche Projekte und Klimaschutz vergeben. Zusätzlich wurde ein TRIGOS-Sonderpreis verliehen.

Die Gewinner:innen: 

KATEGORIE REGIONALE WERTSCHAFFUNG

Komptech GmbH:
Nachhaltige Standortentwicklung - ein partizipatives Projekt zur Stärkung des Komptech-Headquarters in Frohnleiten

Komptech ist ein führender internationaler Technologieanbieter von Maschinen und Systemen für die mechanische und biologische Behandlung fester Abfälle und für die Aufbereitung holziger Biomasse als erneuerbare Energieträger.

Aufgrund des dynamischen Unternehmenswachstums wurde eine Erweiterung der bestehenden (Büro)Gebäude unabdingbar. Neben dem Wunsch, am bestehenden Standort zu bleiben, gab es einige zentrale Ziele des Projekts. Diese waren zum einen ein energie- und ressourceneffizienter Neubau mit geringem ökologischem Fußabdruck, die Schaffung moderner Arbeitsplätze zur langfristigen Bindung und Gewinnung von Fachkräften sowie die Förderung umweltfreundlicher Mobilität. Der Neubau wurde von einem steirischen Architekten geplant und soweit möglich von regionalen Firmen im Umkreis von unter 100 Kilometern umgesetzt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Das Gebäude ist als Niedrigstenergiehaus konzipiert, teilweise aus recycelten Baustoffen errichtet und strebt Zertifizierungen nach ÖGNI Gold und klimaaktiv Gold an. Die Wärme- und Kälteversorgung erfolgt über eine Kombination aus Luftwärmepumpe, Nahwärme und Bauteilaktivierung; eine 140 kWp Photovoltaikanlage liefert den benötigten Strom. In den Prozess wurden Mitarbeitende intensiv miteingebunden und gemeinsam mit ihnen maßgeschneiderte Lösungen für moderne, gesunde Arbeitsplätze geschaffen. Ergänzt wurde das Projekt durch umfassende Maßnahmen zur Arbeitgeberattraktivität, wie Gesundheitsprogramme, Mobilitätsanreize und familienfreundliche Angebote.

Das Projekt ist ein Modell für nachhaltige Standortentwicklung mit hoher Übertragbarkeit. Es verbindet ökologische Bauweise, partizipative Planung und regionale Wertschöpfung.

KATEGORIE VORBILDLICHE PROJEKTE

lixtec GmbH:
Smart Lighting Böheimkirchen

Die Grazer Lixtec GmbH entwickelt und vertreibt Radarsensoren für situationsabhängige Lichtsteuerung mit intelligenter Umfeldanalyse für die öffentliche Beleuchtung. Diese Smart-City-Technologie ermöglicht mit Lichtmanagementsystemen eine dynamische Anpassung des Lichts an das Verkehrsaufkommen, indem sie Verkehrsteilnehmende erkennt und die Lichtintensität bedarfsgerecht steuert. Ziel ist es, Energie und CO2 zu sparen, Lichtverschmutzung zu reduzieren, Kosten zu senken und damit die Umwelt zu entlasten.

In der Marktgemeinde Böheimkirchen in Niederösterreich wurde die Umstellung der in die Jahre gekommenen öffentlichen Beleuchtung auf LED-Technologie genutzt, um gleichzeitig auf eine effizientere und nachhaltigere Beleuchtung mittels intelligenter Sensoren umzurüsten. Zielsetzung war es, die Vorteile der neuen LED-Beleuchtung durch eine intelligente, bedarfsgerechte Lichtsteuerung weiter zu optimieren. Die Radarsensoren von lixtec in Kombination mit dem esave-Lichtmanagementsystem ermöglichen es, die Straßenbeleuchtung nur dann und dort hochzudimmen, wo sie tatsächlich benötigt wird. Dies führt zu einer erheblichen Energieeinsparung, reduziert die Lichtverschmutzung und erhöht gleichzeitig die Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger.

Die Vorbildwirkung ist nicht von der Hand zu weisen: Die Lichtverschmutzung konnte deutlich reduziert werden, und die Gemeinde hat in einem Jahr den Stromverbrauch um bis zu 80% reduziert, d.h.  rund 220.000,- Euro eingespart. Darüber hinaus werden bei über 1.000 Lichtpunkten im Gemeindegebiet jährlich bis zu 25 Tonnen CO2 eingespart Also eine win-win-win Situation: ökologischer Nutzen, finanzieller Nutzen und ein großer Nutzen für die Bevölkerung.

KATEGORIE KLIMASCHUTZ

Winkelbauer GmbH:
Nachhaltige Lösungen. Härtester Stahl

Winkelbauer GmbH ist ein steirisches Unternehmen, das in der Bearbeitung von Stahl tätig ist, mit Fokus auf die Ausrüstungen für Baumaschinen und Komponenten für die Recyclingindustrie. Jährlich werden 5.000 bis 6.000 Tonnen Stahl verarbeitet. Seit 1945 ist Winkelbauer ein wichtiger Arbeitgeber in der Region,  wozu auch die Lehrlingsausbildung gehört, mit jährlich rund 25 auszubildenden Lehrlingen. Auch im ökologischen Bereich wird an ressourcenschonenden Lösungen gearbeitet, was vor dem Hintergrund der CO2 intensiven Stahlverarbeitung von großer Bedeutung ist, sowohl für das Unternehmen wie auch für uns alle.

Im Zuge des Projektes „Nachhaltige Lösungen. Härtester Stahl“ wurden innerhalb von 36 Monaten rund 12 Millionen Euro in Infrastrukturmodernisierung, energieeffiziente Maschinen, E-Mobilität, Photovoltaik und weitere Maßnahmen investiert. Das Spektrum reicht dabei von der Nutzung von Abwärme aus Schneidprozessen zur Hallenheizung über den schrittweisen Aufbau einer Photovoltaikanlage zur Eigenstromversorgung bis hin zur Umstellung auf eine E-Fahrzeugflotte. Winkelbauer nutzt hochfeste Werkstoffe wie Hardox 500 TUF – das härteste Verschleißblech der Welt – zur Reduktion von Gewicht, Materialverbrauch und Wartungsaufwand. Durch den Einsatz von Hardox 500 TUF werden Materialverbrauch und Energieeinsatz um 20 % reduziert, 30.000 LKW-Kilometer und 25 Tonnen CO₂ pro Jahr eingespart und dank der doppelten Lebensdauer der Produkte der Wartungsaufwand deutlich verringert. Seit 2024 testet das Unternehmen außerdem als erstes in Österreich den Einsatz von fossilfreiem „Zero“-Stahl von SSAB AB.

Stahlverarbeitung zählt zu den emissionsintensivsten Branchen überhaupt. Winkelbauer nutzt diesen großen Hebel und zeigt, wie durch technologische Weiterentwicklung, Mut zur Investition und regionale Verantwortung konkrete Beiträge zum Klimaschutz möglich sind.

TRIGOS-Sonderpreis

R&D Gastro OG:
Das Liebig

Das Liebig ist ein biozertifizierter Gastronomiebetrieb in Graz, der den Anspruch hat, Nachhaltigkeit ganzheitlich zu leben. Durch die Zusammenarbeit mit eaternity.org, der weltweit größten Datenbank für Lebensmittelemissionen, werden alle angebotenen Speisen hinsichtlich ihrer CO₂-Bilanz kalkuliert. Nur jene Gerichte, die eine Reduktion von 50% der Emissionen im Vergleich zum durchschnittlichen europäischen Gericht haben, finden den Weg auf die Speisekarte. Diese Werte sind für Gäste transparent ausgewiesen. Ziel ist es, den Betrieb bei gleichzeitiger Beachtung der Interessen aller Stakeholder so klimafreundlich wie möglich zu gestalten.

Das Liebig verfolgt einen ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz, der über die Emissionskalkulation hinausgeht. 100 % Ökostrom, eigens entwickelte Mehrweglösungen für To-Go und Lieferservice, eine strenge Bio-Produktauswahl, Bildungsangebote zur Bewusstseinsbildung sowie die konsequente Vermeidung von Lebensmittelabfällen entlang der gesamten Lieferkette zeichnen den Betrieb aus.

Das Liebig setzt neue Maßstäbe, wie verantwortungsvolle Gastronomie heute funktionieren kann – wissenschaftlich fundiert, konsequent nachhaltig und wirtschaftlich erfolgreich. Dass das Unternehmen selbst immer wieder kritisch reflektiert und nach weiteren CO₂-Einsparpotenzialen sucht, unterstreicht die Ernsthaftigkeit, mit der das Thema angegangen wird.

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gabi faber wiener

Hon. Prof. (FH) Gabriele Faber-Wiener, MBA​

Leitung Center for Responsible Management
„Der TRIGOS ist der wichtigste Preis für Nachhaltigkeit und CSR in Österreich und gleichzeitig ein Spiegel. Er zeigt auf wo wir uns auf diesem wichtigen Weg befinden. Ich habe vor sechs Jahren die Kriterien und das Juryprocedere überarbeitet und leite seither die Jurierung.
Es ist für mich immer wieder inspirierend, mit klugen und reflektierten KollegInnen die Einreichungen zu diskutieren. Bei uns müssen sich alle einigen, wir haben kein Mehrheits-, sondern Konsensprinzip, und das geht nur mit Argumenten.
Das ist eine große Herausforderung, aber gleichzeitig die Quelle für die hohe Glaubwürdigkeit des TRIGOS. Diskurs ist auch für die Zukunft der Nachhaltigkeit essenziell, nicht nur beim TRIGOS. Wir brauchen mehr Reflexion, mehr Austausch auf Augenhöhe und weniger Beharren auf Standpunkten“