Nominierte Unternehmen 2026

Mit 180 eingereichten Projekten verzeichnet Österreichs renommierteste Auszeichnung für verantwortungsvolles Wirtschaften im Jahr 2026 so viele Einreichungen wie seit 13 Jahren nicht mehr. Aus diesem starken Teilnehmer:innenfeld hat die TRIGOS-Jury 19 Unternehmen aus ganz Österreich nominiert.

Im Folgenden werden diese Unternehmen mit Einblicken in ihre Projekte vorgestellt, ergänzt durch die Jurybegründungen, die deren Qualität, Innovationskraft und nachhaltige Wirkung hervorheben.

Zudem gelangen Sie hier zur Bildergalerie der nationalen Nominierungen 2026. Die Fotos können unter Angabe des Copyrights für redaktionelle Zwecke verwendet werden.

Das sind die für den TRIGOS 2026 nominierten Unternehmen im Überblick:

Kategorie Mitarbeiter:innen-Initiativen:
  – PALFINGER AG (Salzburg)
  –
AllesWirdGut Architektur ZT GmbH (Wien)
  –
Pohl Metall GmbH (Tirol)

Kategorie Regionale Wertschaffung:
  – Dorfladenbox GmbH (Oberösterreich)
  – Vetterhof GmbH (Vorarlberg)
  – Landesverband Urlaub am Bauernhof Kärnten (Kärnten)

Kategorie Vorbildliche Projekte:
  – Teufelberger Fiber Rope GmbH (Oberösterreich)
  – Philips Austria GmbH (Kärnten)
  – Ernst Derfeser GmbH (Tirol)

Kategorie Klimaschutz:
  – RENOWATE (Vorarlberg)
  – Silhouette International Schmied AG (Oberösterreich)
  – GIG Karasek GmbH 
  – Anexia Holding GmbH (Kärnten)

Kategorie Internationales Engagement:  
  – MED-EL Elektromedizinische Geräte GmbH (Tirol)
  – AMABO GMBH (Wien)
  – CONA Solar GmbH (Oberösterreich)

Kategorie Social Innovation & Future Challenges:
  – AfB mildtätige und gemeinnützige Gesellschaft zur Schaffung von Arbeitsplätzen für behinderte Menschen mbH (Kärnten)
  –
PORR AG (Wien)
  – equalizent Schulungs- u. Beratungs GmbH (Wien)

KATEGORIE MITARBEITER:INNEN-INITIATIVEN

PALFINGER AG
Mental Health Awareness Campaign
(Salzburg)

PALFINGER AG ist ein führendes Technologie- und Maschinenbauunternehmen und entwickelt unter anderem Ladekrane, Forst- und Recyclingkrane und Hubarbeitsbühnen. Das Kerngeschäft basiert auf gut reparierbaren und langlebigen Produkten und wird durch einen hohen Anteil recycelbarer Materialien sowie den Ausbau von Service-, Ersatzteil- und Vermietungsangeboten im Sinne von Ressourcenschonung und Kreislaufmodellen unterstützt.

Das Projekt „Mentale Gesundheit“ ist Teil des globalen PALfit Health Managements und verfolgt das Ziel, mentale Gesundheit im gesamten Unternehmen sichtbar zu machen und zu enttabuisieren. Ausgangspunkt war die Erkenntnis, dass psychische Gesundheit bislang oft wenig Beachtung fand und teils noch mit Unsicherheiten verbunden war. Im Zeitraum 2023 bis 2025 setzte PALFINGER daher auf eine Initiative, die Sensibilisierung, gesunde Führung und HR-Unterstützung verbindet. Durch eine mehrsprachige, internationale Informationsplattform sowie die Ausbildung interner Ersthelfer:innen für mentale Gesundheit wurde das Thema in der Unternehmenskultur verankert. Ergänzend fanden Workshops zu Achtsamkeit, Resilienz, gesundem Führen und Stressmanagement statt. Über 550 Mitarbeitende und Führungskräfte nahmen an den Schulungen teil. Rückmeldungen zeigen eine steigende Offenheit sowie eine verbesserte Gesprächskultur zum Thema mentale Gesundheit.

Das Projekt adressiert zentrale Herausforderungen einer sich wandelnden Arbeitswelt und baut Tabus sowie Unsicherheiten im Umgang mit psychischer Gesundheit ab. Mit mentaler Gesundheitsförderung, internationaler Zusammenarbeit und einem klaren Bekenntnis zu den Mitarbeiter:innen zeigt PALFINGER, wie man als führendes Industrieunternehmen Verantwortung übernehmen kann.

AllesWirdGut Architektur ZT GmbH:
Arbeit besser planen. Zukunftsfest.
(Wien)

AllesWirdGut Architektur ZT GmbH ist ein 1999 gegründetes Architekturbüro mit Hauptsitz in Wien und beschäftigt rund 80 Mitarbeiter:innen. Das Büro plant vorwiegend größere Wohnbauprojekte sowie Multifunktions- und Bildungsbauten, Bestandsumbauten, Innenraumgestaltung und Städtebaustrategien. Das Kerngeschäft des Unternehmens ist dabei stark auf nachhaltiges Bauen ausgerichtet.

2023 startete AllesWirdGut mit „Arbeit besser planen“ eine Initiative mit Fokus auf Arbeitszeiten, Effektivität und Effizienz. Der Architekturberuf ist traditionell von langen Arbeitszeiten, viel Umsonst-Arbeit und starkem „Getriebensein“ geprägt. Das Unternehmen entwickelte daher gemeinsam mit den Mitarbeiter:innen neue Ansätze zur bewussteren Arbeitsplanung, zur Optimierung von Zusammenarbeit und Prozessen sowie zur Reduktion der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich. Mitarbeiter:innen wurden gezielt als „Forscher:innen“ der eigenen Arbeitsweise eingebunden und zum Ausprobieren, Beobachten und zum Teilen ihrer Learnings eingeladen. Durch eine Reihe von Maßnahmen konnte die Arbeitszeit um über 7 Prozent reduziert werden. Gleichzeitig konnten Ziele und Deadlines eingehalten werden, die Projektstunden-Messungen verliefen planmäßig und die Einschätzung der eigenen Produktivität verbesserte sich deutlich.

Besonders hervorzuheben ist der übertragbare Charakter der Initiative: Der Ansatz, Arbeit bewusster, effektiver und effizienter zu gestalten, adressiert zentrale Herausforderungen der Branche sowie der sich wandelnden Arbeitswelt insgesamt. Mit der Verbindung von Nachhaltigkeit im Kerngeschäft und einem innovativen, gemeinsam erarbeiteten Arbeitszeitmodell konnte AllesWirdGut die TRIGOS-Jury überzeugen.

Pohl Metall GmbH:
Golden Oldies….. Arbeitsplätze und Wertschätzung für unsere „Special Forces“
(Tirol)

Die Pohl Metall GmbH ist ein Tiroler Industriebetrieb für Metallverarbeitung und fertigt Stanz-, Biege-, Press- und Rohrteile, Federn sowie Seilzubehör. Das Unternehmen begleitet Kund:innen von der Entwicklung über Prototypen bis zur Serienproduktion und arbeitet kontinuierlich an der Weiterentwicklung in Richtung Nachhaltigkeit.

Mit dem Projekt „Golden Oldies“ hat Pohl Metall eine altersfreundliche Unternehmenskultur etabliert und gezielt Maßnahmen zur langfristigen Einbindung älterer Mitarbeiter:innen umgesetzt. Ziel des Projekts ist es, die Kompetenzen älterer Mitarbeiter:innen sichtbar zu machen, ihre Gesundheit zu stärken und ihren Verbleib im Unternehmen aktiv zu fördern. Die getroffenen Maßnahmen umfassen flexible Arbeitszeitmodelle, seniorengerechte Arbeitsplatzanpassungen, individuelle Trainingspläne, Firmenfitness sowie barrierefreie Zugänge. Mitarbeiter:innen über 60 bleiben dadurch länger, gesünder und motivierter im Unternehmen tätig. Gleichzeitig stärkt die sinnvolle Tätigkeit ihr Selbstwertgefühl: Ältere Kolleg:innen fühlen sich gebraucht, wertgeschätzt und sind ein wichtiger und nützlicher Teil der Arbeitswelt und der Gesellschaft.

Das Projekt stellt die Stärken älterer Mitarbeiter:innen bewusst in den Mittelpunkt. Die Generation Ü60 wird als wertvoller Teil des Unternehmens verstanden und langfristig eingebunden. Pohl Metall adressiert damit zentrale Herausforderungen wie demografischen Wandel, Fachkräftemangel und soziale Einbindung der älteren Bevölkerung. Das Projekt hat nicht nur positive Auswirkungen auf die Mitarbeiter:innen von Pohl Metall selbst, sondern auch Vorbildwirkung, wie man – besonders im ländlichen Raum – als Unternehmen mit diesen Herausforderungen umgehen kann.

KATEGORIE REGIONALE WERTSCHAFFUNG

Dorfladenbox GmbH
Heimwatt - Regional - Nachhaltig – Fair
(Oberösterreich)

Die Dorfladenbox GmbH entwickelt seit 2021 digitalisierte Selbstbedienungslösungen für regionale, handwerklich hergestellte Lebensmittel. Mit einem vierköpfigen Kernteam baut das Unternehmen im Franchisemodell eine skalierbare Infrastruktur auf, die kleinstrukturierte Produzent:innen mit Konsument:innen verbindet. Das konsequente 50‑km-Prinzip, das Transportwege reduziert und lokale Produzent:innen gezielt einbindet, stärkt regionale Wirtschaftskreisläufe und sichert die Nahversorgung mit regionalen Lebensmitteln.

Kern des Projekts ist ein vollständig digitalisiertes 24/7‑Selbstbedienungssystem, das Direktvermarktung neu organisiert. Produktion, Anlieferung und Verkauf werden zeitlich entkoppelt, wodurch landwirtschaftliche Abläufe flexibel integriert werden können. Automatisierte Bestands- und Abrechnungssysteme sowie ein umsatzbasiertes Regalmietenmodell senken Markteintrittsbarrieren und reduzieren den administrativen Aufwand für Produzent:innen deutlich.

Mit über 1.670 regionalen Produzent:innen, 41 Standorten in Österreich, Deutschland und der Schweiz, und mehr als 121.000 Kund:innen zeigt das Modell seine wirtschaftliche Tragfähigkeit und Skalierbarkeit. Rund 30.900 regionale Produkte werden über die Dorfladenbox zugänglich gemacht und sichern die Nahversorgung.

Die Dorfladenbox verbindet Digitalisierung mit regionaler Wertschöpfung und schafft eine innovative, übertragbare Vertriebsstruktur. Sie veranschaulicht, wie technologische Lösungen kleinstrukturierte Landwirtschaft stärken, Marktzugänge erleichtern und regionale Wirtschaftssysteme nachhaltig entwickeln können.

Die Vetterhof GmbH:
Landwirtschaft als kooperatives Netzwerk
(Vorarlberg)

Der Vetterhof ist ein biologischer Gemüsebaubetrieb in Lustenau mit rund 20 ha Anbaufläche und über 40 Jahren Erfahrung im Bio-Landbau. Als Pionierbetrieb in Westösterreich setzt er auf vielfältigen Feldgemüsebau mit überwiegend Direktvermarktung über Gemüsekiste, Hofladen und regionale Gastronomie und stärkt damit lokale Wirtschaftskreisläufe und Transparenz. Landwirtschaft versteht der Vetterhof als standortbezogene, verantwortungsvolle Praxis mit Fokus auf Biodiversität, Humusaufbau und kurze Wertschöpfungsketten.

Im Zentrum des Projekts steht die Entwicklung eines kooperativen Regionalmodells, das horizontale und vertikale Zusammenarbeit verbindet. Vier landwirtschaftliche Betriebe planen gemeinsam Fruchtfolgen, tauschen Flächen, investieren in Maschinen und arbeiten im Nährstoffkreislauf zusammen. Vertikal verknüpfen sie Anbau, Verarbeitung, Gastronomie, Bildung und Konsument:innen. So entsteht eine stabile, ressourcenschonende und wirtschaftlich tragfähige Struktur, die Abhängigkeiten reduziert, Resilienz stärkt und Wissen sowie Verantwortung in der Region hält. 

Die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten erzeugt gleichermaßen ökologische, soziale und wirtschaftliche Effekte. Der Vetterhof verdeutlicht damit, wie Kooperation in der Landwirtschaft wirken kann, ohne strukturelles Wachstum zu erzwingen, und schafft ein Modell mit hoher Vorbildwirkung für nachhaltige regionale Entwicklung.

Landesverband Urlaub am Bauernhof Kärnten:
35 Jahre Urlaub am Bauernhof/30 Jahre Urlaub auf der Alm
(Kärnten)

Der Landesverband Urlaub am Bauernhof Kärnten ist eine bäuerliche Anbieterkooperation, die seit 1990 kleinstrukturierte Höfe durch touristische Vermietung stärkt und zusätzliche Einkommensquellen schafft. Ziel ist es, den Arbeitsplatz Bauernhof zu sichern und Einkommen durch Vermietung nachhaltig zu sichern. Ausgangspunkt war die schwierige wirtschaftliche Situation vieler landwirtschaftlicher Familienbetriebe, insbesondere in Berg- und Randregionen, wo sinkende Einkommen neue Erwerbsmöglichkeiten erforderlich machten.

Das Projekt umfasst die kontinuierliche Weiterentwicklung eines kooperativen Modells, das viele Angebote bündelt: Qualitätsstandards, Beratung und Weiterbildung der Betriebe, gemeinsames Marketing und Markenführung über Webseite, Kataloge und Kampagnen. Rund 470 Mitgliedsbetriebe profitieren von der engen Zusammenarbeit mit Landwirtschaft, Tourismus, den Regionen und einem dichten Netzwerk, das die Professionalisierung fördert und die regionale Wertschöpfung stärkt. Gleichzeitig erhalten die Gäste authentische Einblicke in die Landwirtschaft und nachhaltige Bewirtschaftung.

Urlaub am Bauernhof Kärnten gilt als bewährtes und wirksames Modell, das laufend weiterentwickelt wird. Die Wirkung zeigt sich insbesondere in höherer Auslastung der Mitgliedsbetriebe, einer stärkeren Professionalisierung der Vermietung sowie steigender Wertschöpfung am Hof. Damit verbindet das Modell ökologische, soziale und wirtschaftliche Effekte, es stärkt die Einkommenssituation bäuerlicher Familien und setzt durch breite Verankerung und Vorbildwirkung einen nachhaltigen Impuls für die Zukunft des ländlichen Raums.

KATEGORIE VORBILDLICHE PROJEKTE

Teufelberger Fiber Rope GmbH:
Recycling von gebrauchten Seilen unserer Kunden
(Oberösterreich)

Die Teufelberger Fiber Rope GmbH ist Teil der Teufelberger Holding AG und produziert industrielle Faserseile. Die Seile werden weltweit vertrieben und kommen in vielen verschiedenen Bereichen zum Einsatz, u.a. als Sicherheitsseile, Sportseile für Klettern und Segeln, in der Baumpflege und Forstwirtschaft und bei industriellen Anwendungen wie Hebeseilen in Kranen. Sie können aufgrund ihrer Qualität in bestimmten Anwendungen deutlich schwerere Stahlseile ersetzen, wobei sie einen geringeren Energiebedarf im Einsatz ermöglichen.

Im Zeitraum 2023 bis 2025 hat die Teufelberger AG das Kerngeschäft um einen neuen Ansatz für den Umgang mit gebrauchten Synthetikseilen erweitert und die Voraussetzungen für einen hochwertigen Recyclingkreislauf geschaffen. Im Fokus stehen in der Papierindustrie eingesetzte Seile aus Monomaterial, die nach ihrer Nutzung gesammelt und einem Recycling zugeführt werden. Gemeinsam mit einem Recyclingpartner wird daraus spinnbares Material für Fasern hergestellt, aus denen wiederum neue Seile produziert werden können. Im Zeitraum von Jänner 2025 bis Jänner 2026 wurden 3,8 Tonnen Abfallseile dem Recycling zugeführt. Fast 90 Prozent der österreichischen Kunden beteiligen sich am Sammelsystem, was für eine herausragende Umsetzung des Projektes spricht.

Mit diesem Angebot wurde ein neuer Business Case und ein neues Geschäftsmodell entwickelt: Die formale Abwicklung sowie die Organisation von Transport und Lagerung werden übernommen, während die zurückgewonnenen Materialien erneut in die Wertschöpfungskette eingebracht werden können. Mit dieser Weiterentwicklung des Kerngeschäfts adressiert das Projekt zentrale Herausforderungen wie Ressourcenschonung, Abfallvermeidung und Kreislaufwirtschaft und zeigt, wie österreichische Unternehmen mit Innovationskraft einen spürbaren, positiven Beitrag leisten können.

Philips Austria GmbH
Living Factory Philips Klagenfurt – Industriefläche wird Lebensraum
(Kärnten)

Philips Austria GmbH ist Teil von Royal Philips, einem globalen Medizintechnikunternehmen. Der Standort Klagenfurt zählt zu den wichtigsten Entwicklungs- und Fertigungszentren von Philips Personal Health in Europa. Rund 230 Mitarbeitende entwickeln und produzieren Komponenten für Oral Healthcare sowie Grooming & Beauty. In den letzten Jahren hat der Standort Fortschritte in Richtung Nachhaltigkeit erzielt, u.a. durch Umstellung auf erneuerbare Energien, CO₂‑neutrale Wärme, ein umfassendes Biodiversitätsprogramm sowie Prozessumstellungen in der Produktion.

Im Rahmen des Projektes „Living Factory Philips Klagenfurt – Industriefläche wird Lebensraum“ wurden unbebaute Flächen in Klagenfurt renaturiert, um neue Lebensräume zu schaffen. Die Umsetzung erfolgt gemeinsam mit Mitarbeitenden in abteilungsübergreifenden Teamevents. Rund 12.500 m² sind bereits realisiert. Gefördert werden ausschließlich einheimische Pflanzen, zudem sollen möglichst viele Tierarten angesiedelt werden, darunter auch gefährdete Arten. Das Biodiversitätsprojekt umfasst eine von Mitarbeitenden betreute Imkerei mit 1.500 m² Bienenwiese sowie rund 8.000 m² Biodiversitätsfläche, wo Sträucher, Bäume und Lebensräume für verschiedene Tierarten geschaffen wurden.

Die Innovationskraft des Projekts liegt in der erfolgreichen Entwicklung artenreicher Lebensräume mitten im städtischen Umfeld. Besonders hervorzuheben ist die starke Eigeninitiative der Mitarbeitenden, die kreative Lösungen entwickeln und das Projekt mit hoher Motivation vorantreiben. Mit der konsequent wirkungsorientierten ökologischen Aufwertung unbebauter Industrieflächen adressiert Philips Klagenfurt zentrale Herausforderungen wie Biodiversität und Renaturierung.

Ernst Derfeser GmbH:
Wasserkreislauf im Produktionsprozess
(Tirol)

Die Ernst Derfeser GmbH ist ein mittelständisches Tiroler Familienunternehmen im Bauhilfsgewerbe, das seit fast 100 Jahren zur Versorgungssicherheit und Wertschöpfung in der Region beiträgt. Das Geschäftsmodell umfasst die Herstellung und Lieferung von Transportbetonen, die Kies- und Schottergewinnung, den Betrieb eigener Beton- und Mischanlagen sowie Abbrucharbeiten, Erdbewegungen und Containerdienste. Im Zeitraum 2023 bis 2026 hat das Unternehmen seine Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit systematisch vertieft, u.a. mit umfassender CO2-Bilanzierung inklusive Scope 3.

Das Projekt „Wasserkreislauf im Produktionsprozess“ schließt Wasser- und Stoffströme über zwei zentrale Anlagen. Die Kammerfilterpresse trennt Schlammwasser in Feststoffe und im Kreislauf gehaltenes Prozesswasser. Frischwasser wird nur für Verdunstungsverluste ergänzt. Das Recyclingbecken bereitet Waschwasser der Betonmischfahrzeuge mehrstufig auf, gewinnt Recyclingmaterial und führt das gereinigte Wasser erneut Wasch- und Produktionsprozessen zu. Damit wurden wasserintensive Produktionsprozesse in einen geschlossenen Kreislauf transformiert und kommunales Trinkwasser vollständig durch Eigenversorgung aus dem Tiefbrunnen ersetzt. Gleichzeitig werden Betriebssicherheit, Ressourceneffizienz und Produktionssicherung gestärkt.

Die Ernst Derfeser GmbH hat ein System entwickelt, das die Rückführung von Wasser und von Rohstoffen in den Produktionsprozess ermöglicht. Damit wird aus einem Entsorgungsstrom ein Rohstoffstrom. Gleichzeitig zeigt das Unternehmen ein ganzheitliches Verständnis von Nachhaltigkeit, das nicht auf Einzelmaßnahmen beschränkt bleibt, sondern als strategischer Transformationsprozess im Unternehmen verankert wird. Mit der konsequenten Weiterentwicklung des Kerngeschäfts, dem Aufbau belastbarer Daten- und Steuerungsgrundlagen sowie der Umsetzung struktureller Veränderungen adressiert die Ernst Derfeser GmbH zentrale Herausforderungen wie Ressourcensicherung, Klimaanpassung und langfristige Zukunftsfähigkeit.

KATEGORIE KLIMASCHUTZ

RENOWATE:
Klimaneutraler Wohnraum durch Serielle Sanierung in der Arenberggasse in Wien
(Vorarlberg)

RENOWATE ist ein 2022 gegründeter Gesamtlösungsanbieter für serielle energetische Sanierung mit rund 50 Mitarbeitenden in Österreich und Deutschland. Das Unternehmen bietet einen All-in-one-Sanierungsansatz von der Planung bis zur Umsetzung. Durch Standardisierung, digitale Prozesse und modulare Bauweise werden Sanierungen schneller, wirtschaftlicher und skalierbarer mit dem Ziel, die Dekarbonisierung des Gebäudebestands voranzutreiben.

Im Rahmen des Forschungsprojekts RENVELOPE realisierte RENOWATE die serielle Sanierung eines Wohngebäudes aus den 1970er-Jahren in Wien. Kern des Ansatzes ist eine energieadaptive Außenhülle mit vorgefertigten, kreislauffähigen Fassadenelementen, die rückbaubar und sortenrein trennbar sind und einen nachhaltigen Lebenszyklus ermöglichen. Ergänzt wird dies durch eine PV-Anlage und die vollständige Umstellung von Gas auf ein erneuerbares Energiesystem mit Wärmepumpe und Erdsonden. Die Umsetzung erfolgte im bewohnten Zustand, die Fassadenmontage dauerte rund drei Wochen.

Das Projekt zeigt eindrucksvoll das Potential serieller Sanierung: Der Heizwärmebedarf wurde um 85 % reduziert und der Energiestandard von Klasse E auf A+ verbessert. Die zentrale Wärmepumpe ersetzt die Gasversorgung vollständig und reduziert sowohl CO₂-Emissionen als auch die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern. Gleichzeitig erhöht die Bauteilaktivierung den Wohnkomfort und verringert die Belastung für Bewohner:innen deutlich.

RENOWATE adressiert damit einen zentralen Hebel des Klimaschutzes – den Gebäudebestand – und zeigt, wie serielle Sanierung im urbanen Kontext effizient, skalierbar und sozial verträglich umgesetzt werden kann. Das Projekt verbindet Klimaschutz mit leistbarem Wohnraum und hat hohen Modellcharakter für die breite Transformation des ganzen Gebäudesektors.

Silhouette International Schmied AG:
Der Abschied vom Fossilen – drei Hebel für systemische CO2-Reduktion
(Oberösterreich)

Die Silhouette Group mit Hauptsitz in Linz ist ein weltweit tätiges Familienunternehmen und führender Hersteller von Premiumbrillen „Made in Austria“. Mit einem Exportanteil von 95 % und Präsenz in über 100 Ländern trägt das Unternehmen besondere Verantwortung für seine Klimawirkung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Mit dem Projekt „Der Abschied vom Fossilen“ verfolgt Silhouette das Ziel, klimaverträgliche Produktion durch echte Reduktion statt Kompensation zu erreichen. Grundlage ist eine systematische Analyse der größten Emissionstreiber in Scope 1, 2 und 3. Darauf aufbauend setzt das Unternehmen an drei zentralen Hebeln an: dem Gas-Ausstieg durch Elektrifizierung energieintensiver Prozesse, der Umstellung der Mitarbeitendenmobilität sowie der Skalierung bio-zirkulärer Kunststoffe. Diese werden aus biologischen Nebenprodukten wie Stroh, Holzrinde oder Algen hergestellt, benötigen keine zusätzlichen Anbauflächen und verursachen rund 60 % weniger CO₂ als fossile Kunststoffe. Die Wirkung wird über einen validierten CO₂-Fußabdruck messbar gemacht und zeigt konkrete Reduktionen entlang der gesamten Lieferkette.

Silhouette erzielt damit eine hohe, messbare Klimawirkung: die Elektrifizierung der Lackiererei spart jährlich 363 MWh Erdgas und rund 85 t CO₂, während die Photovoltaikanlage etwa 15 % des Energiebedarfs der Brillenproduktion deckt und rund 450 t CO₂ pro Jahr vermeidet. Besonders die Transformation in Scope 3 durch bio-zirkuläre Materialien erweitert die Wirkung über die eigene Produktion hinaus.

Der klar strukturierte, datenbasierte Ansatz mit Fokus auf zentrale Emissionstreiber, von Elektrifizierung über Materialtransformation bis hin zur Mobilität, macht das Projekt zu einem glaubwürdigen und übertragbaren Modell für die systemische Dekarbonisierung produzierender Unternehmen.

GIG Karasek GmbH:
CompriVap - Dampferzeugung mittels industrieller Abwärmenutzung
(Niederösterreich)

Die GIG Karasek GmbH ist ein international tätiger österreichischer Anlagenbauer für thermische Trenntechnik, Umwelttechnologien und Anlagen zur Dampferzeugung aus industrieller Abwärme.

Mit dem Projekt „CompriVap“ realisiert GIG Karasek bei dem Chemie-Großkonzern BASF am Standort Ludwigshafen in Deutschland die weltweit leistungsstärkste industrielle Großwärmepumpe ihrer Art. Bislang ungenutzte Niedertemperatur-Abwärme soll wirtschaftlich nutzbar gemacht werden und fossile Dampferzeugung im industriellen Maßstab ersetzen. Ziel war die Elektrifizierung der Prozessdampferzeugung durch eine Hochtemperatur-Wärmepumpe mit bislang unerreichter Leistungsklasse. Kern der Anlage ist ein mehrstufiges Verdichtersystem, das den durch die Abwärme erzeugten Vakuumdampf auf ein nutzbares Druckniveau hebt. Mit einer thermischen Leistung von bis zu 50 Megawatt ist das Projekt die weltweit leistungsstärkste industrielle Wärmepumpe seiner Bauart. Es zeigt erstmals die technische und wirtschaftliche Skalierbarkeit dieser Technologie im großindustriellen Einsatz. Die erwartete Einsparung von bis zu 100.000 Tonnen CO₂ jährlich unterstreicht die enorme Klimawirkung.

CompriVap adressiert eine der größten Herausforderungen der Energiewende – die Dekarbonisierung von Prozesswärme – und entfaltet durch seine Übertragbarkeit auf zahlreiche Industrien einen erheblichen systemischen Hebel. GIG Karasek zeigt eindrucksvoll, wie innovative Technologien im Kerngeschäft zu skalierbaren Lösungen für eine klimaneutrale Industrie beitragen können.

Anexia Holding GmbH:
Anexia Rail – intelligente Personal- und Logistikplanung für mehr ökologische und soziale Nachhaltigkeit im Schienenverkehr
(Kärnten)

Die international tätige Anexia Group mit Hauptsitz in Klagenfurt entwickelt Cloud- und Softwarelösungen und stärkt mit eigener Infrastruktur Europas digitale Souveränität. Mit über 210.000 Kund:innen weltweit und einem Netzwerk von Rechenzentren in 70 Ländern steht das Unternehmen für technologische Unabhängigkeit, hohe Sicherheitsstandards und innovative digitale Lösungen.

In Zusammenarbeit mit den ÖBB und der Universität Klagenfurt wurde mit „Anexia Rail“ eine Lösung entwickelt, die erstmals in der Logistik- und Personalplanung künstliche Intelligenz und mathematische Optimierung integriert. Das Projekt adressiert zentrale Herausforderungen des Bahnsektors wie steigende Transportvolumina, Fachkräftemangel und wachsende Systemkomplexität. Ziel ist es, durch eine intelligente, gesamtheitliche Planung des Personen- und Güterverkehrs die Attraktivität, Effizienz und Umweltfreundlichkeit des Systems Bahn zu steigern, gleichzeitig Know-how in einer zukunftsfähigen Lösung zu bündeln und dessen Weitergabe im Zuge des Generationenwechsels zu sichern.

Das System reduziert die Planungszeit drastisch von 10 Tagen auf 10 Sekunden und ermöglicht optimierte Umlaufpläne mit geringerem Fahrzeugbedarf und weniger Leerfahrten. Dadurch können CO₂-Emissionen um 15–20 % gesenkt und gleichzeitig Kosten reduziert werden. Auch im Personalbereich ergeben sich Vorteile, da individuelle Bedürfnisse auf Knopfdruck berücksichtigt werden können, was sich positiv auf die Zufriedenheit auswirkt.

Anexia Rail zeigt, wie Digitalisierung, Mobilitätswende und Fachkräftesicherung zusammenwirken. Der systemische Ansatz und die enge Zusammenarbeit verschiedener Partner machen das Projekt zu einem zukunftsweisenden und breit übertragbaren Modell.

KATEGORIE INTERNATIONALES ENGAGEMENT

MED-EL Elektromedizinische Geräte GmbH:
Empowering the Hearing Healthcare Sector in Developing and Emerging Countries
(Tirol)

MED-EL ist ein Familienunternehmen aus Tirol und produziert Hörimplantate. Ziel des Unternehmens ist es, damit Gehörlosigkeit als Kommunikationsbarriere zu überwinden und Patient:innen eine bessere Lebensqualität zu ermöglichen.

Mit der strategischen Partnerschaft „Empowering the Hearing Healthcare Sector in Developing Countries“ (2022-2026) setzt MED-EL gemeinsam mit der Austrian Development Agency (ADA) einen ganzheitlichen Ansatz zur Stärkung von Hörgesundheitssystemen um. In 14 Ländern in Subsahara-Afrika und Südasien wurden Strukturen geschaffen, um Diagnose, Behandlung und Rehabilitation langfristig zu verbessern. Aufbauend auf den Ergebnissen und Erfahrungen bereits ausgezeichneter Vorgängerprojekte wurde das Engagement gezielt ausgeweitet.

Im Fokus stehen die Ausbildung von Fachkräften und Expert:innen, Frühdiagnoseprogramme sowie niederschwellige Wissensvermittlung für Familien und Betreuungspersonen. Mit über 97.000 gescreenten Babys und Kindern, 1.244 geschulten Expert:innen und Betreuungspersonen in Rehabilitationen sowie 762 ausgebildeten Fachkräften wurden die gesetzten Zielwerte nahezu verdoppelt. Diese beeindruckenden Ergebnisse verdeutlichen die hohe Wirksamkeit des Projekts. Besonders überzeugend ist der systemische Ansatz, der Kapazitätsaufbau, internationale Partnerschaften und Süd-Süd-Kooperationen verbindet und ein skalierbares Modell schafft. MED-EL adressiert damit eine zentrale globale Gesundheitsherausforderung und zeigt eindrucksvoll, wie unternehmerisches Engagement mit hohem Impact und gesellschaftlichem Mehrwert eine nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität von Menschen ermöglicht.

AMABO GMBH:
AMABO Öko Dachziegel aus Sand und Recycling-Plastik
(Wien)

Die AMABO GmbH ist ein in Österreich gegründetes Unternehmen mit Holding in Wien und einer Tochter in Kamerun. Das Unternehmen produziert als einzige Firma in Zentralafrika Dachziegel. Diese Dachziegel bestehen aus Sand und recyceltem Kunststoff, sind besonders widerstandsfähig und eignen sich durch ihre isolierenden Eigenschaften ideal für tropische Klimabedingungen. Mit dieser innovativen Lösung begegnet AMABO der zunehmenden Plastikverschmutzung in Kamerun.

Ausgehend von der Problemstellung, dass die staatliche Müllentsorgung nicht funktioniert, Plastikabfälle Wasserkanäle verstopfen und Überschwemmungen verursachen, hat AMABO ein eigenes Sammel- und Recyclingsystem aufgebaut. Speziell geschulte Teams erklären die Unterschiede zwischen Plastiksorten, eigene Kunststoff-Scouts sind auf den Straßen Kameruns unterwegs und tragen so zur Sauberkeit bei. Die gesammelten Kunststoffabfälle werden sortiert und anschließend in der eigenen Fabrik verarbeitet. Dadurch werden nicht nur Umweltprobleme adressiert, sondern auch wirtschaftliche Perspektiven geschaffen. Trotz fehlender Infrastruktur und Problemen wie Stromausfällen gelang es AMABO, mit innovativen und kooperativen Ansätzen stabile Produktions- und Logistikprozesse aufzubauen. Das Unternehmen wird dabei unter anderem von der Austrian Development Agency (ADA) und der UNIDO unterstützt.

Mit einer monatlichen Sammlung und Wiederverwertung von rund 100 Tonnen Plastik leistet AMABO einen messbaren Beitrag zur Reduktion von Umweltbelastungen. Gleichzeitig werden durch lokale Produktion Transportwege verkürzt und Importe reduziert sowie Arbeitsplätze geschaffen. AMABO veranschaulicht, wie unternehmerisches Handeln ökologische Herausforderungen adressieren und gleichzeitig nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung vor Ort fördern kann.

CONA Solar GmbH:
Mehr Wirkung, mehr Teilhabe, weniger CO2 – Weiterentwicklung unseres ökosozialen Kerngeschäfts
(Oberösterreich)

CONA entwickelt und produziert Solarluftkollektoren und solare Trocknungssysteme für Landwirtschaft, Lebensmittel, Biomasse und Prozesswärme. Die Systeme kommen weltweit zum Einsatz: von Biomasse- und Futtermitteltrocknung in Europa und Nordamerika bis hin zur Trocknung von Früchten, Kaffee, Kakao und Heilkräutern in Afrika, Lateinamerika und der Karibik. Ziel ist es, fossile und ineffiziente Trocknung zu ersetzen, Emissionen zu senken und Nachernteverluste zu reduzieren.

In den letzten Jahren hat CONA sein Kerngeschäft umfassend weiterentwickelt und alle Produkte sowie Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette konsequent optimiert. Zentrale Bausteine sind unter anderem ein effizienterer, gewichtsoptimierter Kollektor, eine neue Trocknungssteuerung mit 20% weniger Energiebedarf und eine neue Aluminiumlegierung ohne das energieintensive Magnesium. Parallel wurden Neubau und Sanierung mit sehr niedrigem Energiebedarf, Biomasse-Nahwärme und PV-gestützter Kühlung umgesetzt sowie ein CO2 Accounting eingeführt.

Besonders hervorzuheben ist die Verbindung von ökologischer und sozialer Wirkung: Die Produktion wurde so umgestellt, dass sie heute vollständig von Frauen umgesetzt wird. Mit der konsequent wirkungsorientierten Weiterentwicklung des Kerngeschäfts adressiert CONA außerdem zentrale Herausforderungen wie Klimaschutz, Landwirtschaft und Ernährungssicherheit und demonstriert, wie technologische Innovation, soziale Verantwortung und wirtschaftlicher Erfolg zusammenwirken.

KATEGORIE SOCIAL INNOVATION & FUTURE CHALLENGES

AfB mildtätige und gemeinnützige Gesellschaft zur Schaffung von Arbeitsplätzen für behinderte Menschen mbH:
Kreislaufwirtschaft mit Sozialem Impact
(Kärnten)

AfB erwirbt gebrauchte IT- und Mobilgeräte, überprüft sie technisch, löscht Daten, reinigt, repariert und upgradet sie und führt sie wieder dem Markt zu. Nicht wiederverwendbare Geräte werden zur Gewinnung von Ersatzteilen genutzt, der Rest wird recycelt. Mit Ende 2025 waren 30 % der Mitarbeitenden Menschen mit Behinderungen. Die Verlängerung der Nutzungsdauer von IT- und Mobilgeräten führt zu einer Reduzierung von Ressourcen-, Energie- und Wasserverbrauch, zu einer Senkung von CO₂-Emissionen und weniger Elektroschrott. Gleichzeitig stärkt inklusive Beschäftigung die Qualifikation und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen.

Die Wirkungsmessung der Kerntätigkeit wurde durch zwei Studien nach ISO 14040/44 wesentlich weiterentwickelt. Diese analysierten die ökologischen Effekte von Refurbishment und Recycling, wie sie bei der AfB in Wien und Klagenfurt umgesetzt werden. Die Ergebnisse dienen der Bewertung der ökologischen Wirkung des Unternehmens und seiner Partnerschaften, der Information von Kund:innen, dem Reporting und der Nachhaltigkeitskommunikation sowie als Grundlage für strategische Entscheidungen und Projekte.

AfB überzeugt die TRIGOS-Jury durch die Verbindung von Wiederverwendung und Recycling von IT- und Mobilgeräten mit der Schaffung inklusiver Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen. Mit der konsequent wirkungsorientierten Weiterentwicklung des Kerngeschäfts adressiert das Unternehmen zentrale Herausforderungen wie Ressourcenschonung, Elektroschrottvermeidung und gesellschaftliche Teilhabe und zeigt, wie ökologische und soziale Nachhaltigkeit über viele Jahre zusammenwirken können.

PORR AG:
CO₂-speichernder Radweg aus Pflanzenkohle
(Wien)

PORR AG ist ein führender europäischer Baukonzern mit Hauptsitz in Wien und blickt auf mehr als 150 Jahre Erfahrung im Hochbau, Infrastruktur- und Ingenieurbau zurück. Das Unternehmen ist in vielen Märkten tätig und verbindet technische Kompetenz mit Innovation und Nachhaltigkeit. Dabei setzt sich die PORR auch kritisch mit den Herausforderungen der eigenen Branche auseinander und adressiert diese ehrlich und reflektiert.

Mit dem Pilotprojekt „Grüner Radweg“ zeigt die PORR AG, wie Straßenbau konkret zum Klimaschutz beitragen kann. Gerade der Straßen- und Asphaltbau zählt zu den emissionsintensivsten Bereichen der Bauwirtschaft. Ziel war die Entwicklung und praktische Umsetzung eines CO₂-speichernden Asphalts auf Basis regionaler Pflanzenkohle. Das Projekt wurde als kooperatives Forschungs- und Demonstrationsvorhaben im Burgenland gemeinsam mit der Forschung Burgenland GmbH, dem Land Burgenland, dem Seemanagement Burgenland sowie der Firma Sonnenerde als Produzentin der Pflanzenkohle umgesetzt. Innovativ ist die Entwicklung eines Asphalts, der nicht nur Emissionen reduziert, sondern CO₂ dauerhaft im Straßenbelag speichert. Mit dem „Grünen Radweg“ wurde erstmals ein CO₂-speichernder Asphalt in Österreich im realen Infrastruktureinsatz umgesetzt. Pro Kilometer Radweg werden über 60 Tonnen CO₂ dauerhaft im Belag gebunden.

Der modellhafte Charakter des Projekts ist besonders hervorzuheben: Es zeigt, wie Infrastruktur vom Emissionsproblem zu einem Teil der Lösung werden kann. Durch die Verbindung von Materialinnovation, regionaler Kreislaufwirtschaft, Forschung und praktischer Anwendung adressiert das Projekt zentrale Herausforderungen der Bauwirtschaft und macht das Potenzial von Asphalt als Hebel für klimawirksame Infrastruktur sichtbar. Die Jury würde sich wünschen, dass dieses Projekt Schule macht und zur Norm wird und so auch den Weg aus dem fossilen Zeitalter hinaus beschleunigt.

equalizent Schulungs- u. Beratungs GmbH:
"HANDS UP - Erlebnis Gebärdensprache" Eine Ausstellung, die nachhaltig verändert.
(Wien)

equalizent Schulungs- u. Beratungs GmbH bietet Schulungen und Beratung für gehörlose und hörende Menschen sowie für Unternehmen an. Das 2004 gegründete Unternehmen ist Europas größter Arbeitgeber für gehörlose Menschen; von den 55 Mitarbeiter:innen sind 50 % gehörlos. Durch ein barrierefreies Arbeitsumfeld und durch Gebärdensprache als Unternehmenssprache wird gleichwertige Kommunikation auf allen Ebenen ermöglicht. So schafft das Unternehmen qualifizierte und sinnstiftende Arbeitsplätze und eröffnet für gehörlose Menschen neue berufliche Perspektiven.

2018 wurde mit „HANDS UP – Erlebnis Gebärdensprache“ Österreichs einzige interaktive Ausstellung zu Gehörlosigkeit, Gebärdensprache und Gehörlosenkultur aufgebaut und weiterentwickelt. Die hörende Welt weiß teilweise wenig über gehörlose Menschen, Begegnungen finden selten statt. Ziel der Ausstellung ist es, Wissen zu vermitteln und Gehörlosigkeit emotional und interaktiv erlebbar zu machen. Zentrale Bausteine der Ausstellung sind ein spielerischer Zugang zu Kommunikation ohne Hören, das Erlernen von Gebärden sowie Einblicke in Alltag, Geschichte und Praxis gehörloser Menschen. Besonders hervorzuheben sind die gehörlosen Guides, die direkten Kontakt ermöglichen und Kommunikationsbarrieren abbauen. Mit „HANDS UP On Tour“ wurde zusätzlich eine mobile Ausstellung entwickelt, die Besuche in anderen Bundesländern und in Deutschland ermöglicht.

Die Ausstellung schafft Arbeitsplätze für gehörlose Menschen und ermöglicht direkten Kontakt zwischen hörender und gehörloser Welt, wobei gehörlose Menschen selbst ihre eigene Lebensrealität vermitteln. Zahlreiche positive Rückmeldungen zeigen, wie stark die Ausstellung vorgefasste Bilder verändert und Mut macht, Kommunikationsbarrieren zu überwinden.

Diesen Beitrag teilen:
gabi faber wiener

Hon. Prof. (FH) Gabriele Faber-Wiener, MBA​

Leitung Center for Responsible Management
„Der TRIGOS ist der wichtigste Preis für Nachhaltigkeit und CSR in Österreich und gleichzeitig ein Spiegel. Er zeigt auf wo wir uns auf diesem wichtigen Weg befinden. Ich habe vor sechs Jahren die Kriterien und das Juryprocedere überarbeitet und leite seither die Jurierung.
Es ist für mich immer wieder inspirierend, mit klugen und reflektierten KollegInnen die Einreichungen zu diskutieren. Bei uns müssen sich alle einigen, wir haben kein Mehrheits-, sondern Konsensprinzip, und das geht nur mit Argumenten.
Das ist eine große Herausforderung, aber gleichzeitig die Quelle für die hohe Glaubwürdigkeit des TRIGOS. Diskurs ist auch für die Zukunft der Nachhaltigkeit essenziell, nicht nur beim TRIGOS. Wir brauchen mehr Reflexion, mehr Austausch auf Augenhöhe und weniger Beharren auf Standpunkten“
Einstellungen für Cookies

Unter „Cookies“ versteh man kleine Dateien, die auf Ihrem PC oder Smartphone gespeichert werden. In einem Cookie können unterschiedliche Angaben gespeichert werden, wie zum Beispiel der Inhalt eines Warenkorbs in einem Online-Shop oder ein Login-Status.

Sogenannte „First-Party Cookies“ werden durch diese Website erzeugt, unter „Third-Party-Cookie“ versteht man Cookies, die von anderen Anbietern als dem Verantwortlichen, der das Onlineangebot betreibt, angeboten werden - Zum Beispiel für eine Websiteanalyse durch Google Analytics, Cookies zu Videoeinstellungen für YouTube oder für Besucherprofile von Facebook-AnwenderInnen.

Empfohlene Cookies

Diese Cookies sollten Sie aktivieren, um Ihre Cookie- und Privatsphäre-Einstellungen für Ihren nächsten Besuch zu speichern.

Drittanbieter-Cookies

Diese Website verwendet Google Analytics, um anonyme Informationen wie die Anzahl der Besucher der Website und die beliebtesten Seiten zu sammeln.

Diesen Cookie aktiviert zu lassen, hilft uns, unsere Website zu verbessern.