TRIGOS 2026: Die Gewinner:innen

Am 1. Oktober 2026 wurde bei der TRIGOS Gala im Kuppelsaal der TU Wien sichtbar, was nachhaltiges Wirtschaften in Österreich bewegen kann: engagierte Unternehmen, innovative Ideen und konkrete Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit.

Seit 23 Jahren macht der TRIGOS diese Vorreiter:innen sichtbar. Dass das Thema Nachhaltigkeit und verantwortungsvolles Wirtschaften aktueller denn je ist, zeigt auch die diesjährige Rekordzahl von 180 Einreichungen – so viele wie seit 13 Jahren nicht mehr. Aus dieser beeindruckenden Vielfalt nominierte die unabhängige TRIGOS-Fachjury 19 Projekte in insgesamt sechs Kategorien. Bei der Gala wurden schließlich die Gewinner:innen verkündet. Mehr zu Gala finden Sie hier.

Das sind die Gewinner:innen des TRIGOS 2026 im Überblick:

Kategorie Mitarbeiter:innen-Initiativen:
  –
Pohl Metall GmbH (Tirol)

Kategorie Regionale Wertschaffung:
  – Vetterhof GmbH (Vorarlberg)

Kategorie Vorbildliche Projekte:
  – Teufelberger Fiber Rope GmbH (Oberösterreich)

Kategorie Klimaschutz:
  – GIG Karasek GmbH (Niederösterreich)

Kategorie Internationales Engagement:  
  – MED-EL Elektromedizinische Geräte GmbH (Tirol)

Kategorie Social Innovation & Future Challenges:
  –
PORR AG (Wien)

Bilder der Preisverleihung können Sie hier herunterladen.
Informationen zu allen nominierten Unternehmen finden Sie hier. 

Einen herzlichen Dank an unsere Kategorie-Partner:innen für die wertvolle Unterstützung: Fachverband UBIT, AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA, Austrian Development Agency, BKS BANK.  

Mehr zu den Gewinner:innen-Projekten:

KATEGORIE MITARBEITER:INNEN-INITIATIVEN

Pohl Metall GmbH:
Golden Oldies….. Arbeitsplätze und Wertschätzung für unsere „Special Forces“
(Tirol)

Die Pohl Metall GmbH ist ein Tiroler Industriebetrieb für Metallverarbeitung und fertigt Stanz-, Biege-, Press- und Rohrteile, Federn sowie Seilzubehör. Das Unternehmen begleitet Kund:innen von der Entwicklung über Prototypen bis zur Serienproduktion und arbeitet kontinuierlich an der Weiterentwicklung in Richtung Nachhaltigkeit.

Mit dem Projekt „Golden Oldies“ hat Pohl Metall eine altersfreundliche Unternehmenskultur etabliert und gezielt Maßnahmen zur langfristigen Einbindung älterer Mitarbeiter:innen umgesetzt. Ziel des Projekts ist es, die Kompetenzen älterer Mitarbeiter:innen sichtbar zu machen, ihre Gesundheit zu stärken und ihren Verbleib im Unternehmen aktiv zu fördern. Die getroffenen Maßnahmen umfassen flexible Arbeitszeitmodelle, seniorengerechte Arbeitsplatzanpassungen, individuelle Trainingspläne, Firmenfitness sowie barrierefreie Zugänge. Mitarbeiter:innen über 60 bleiben dadurch länger, gesünder und motivierter im Unternehmen tätig. Gleichzeitig stärkt die sinnvolle Tätigkeit ihr Selbstwertgefühl: Ältere Kolleg:innen fühlen sich gebraucht, wertgeschätzt und sind ein wichtiger und nützlicher Teil der Arbeitswelt und der Gesellschaft.

Das Projekt stellt die Stärken älterer Mitarbeiter:innen bewusst in den Mittelpunkt. Die Generation Ü60 wird als wertvoller Teil des Unternehmens verstanden und langfristig eingebunden. Pohl Metall adressiert damit zentrale Herausforderungen wie demografischen Wandel, Fachkräftemangel und soziale Einbindung der älteren Bevölkerung. Das Projekt hat nicht nur positive Auswirkungen auf die Mitarbeiter:innen von Pohl Metall selbst, sondern auch Vorbildwirkung, wie man – besonders im ländlichen Raum – als Unternehmen mit diesen Herausforderungen umgehen kann.

KATEGORIE REGIONALE WERTSCHAFFUNG

Die Vetterhof GmbH:
Landwirtschaft als kooperatives Netzwerk
(Vorarlberg)

Der Vetterhof ist ein biologischer Gemüsebaubetrieb in Lustenau mit rund 20 ha Anbaufläche und über 40 Jahren Erfahrung im Bio-Landbau. Als Pionierbetrieb in Westösterreich setzt er auf vielfältigen Feldgemüsebau mit überwiegend Direktvermarktung über Gemüsekiste, Hofladen und regionale Gastronomie und stärkt damit lokale Wirtschaftskreisläufe und Transparenz. Landwirtschaft versteht der Vetterhof als standortbezogene, verantwortungsvolle Praxis mit Fokus auf Biodiversität, Humusaufbau und kurze Wertschöpfungsketten.

Im Zentrum des Projekts steht die Entwicklung eines kooperativen Regionalmodells, das horizontale und vertikale Zusammenarbeit verbindet. Vier landwirtschaftliche Betriebe planen gemeinsam Fruchtfolgen, tauschen Flächen, investieren in Maschinen und arbeiten im Nährstoffkreislauf zusammen. Vertikal verknüpfen sie Anbau, Verarbeitung, Gastronomie, Bildung und Konsument:innen. So entsteht eine stabile, ressourcenschonende und wirtschaftlich tragfähige Struktur, die Abhängigkeiten reduziert, Resilienz stärkt und Wissen sowie Verantwortung in der Region hält. 

Die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten erzeugt gleichermaßen ökologische, soziale und wirtschaftliche Effekte. Der Vetterhof verdeutlicht damit, wie Kooperation in der Landwirtschaft wirken kann, ohne strukturelles Wachstum zu erzwingen, und schafft ein Modell mit hoher Vorbildwirkung für nachhaltige regionale Entwicklung.

KATEGORIE VORBILDLICHE PROJEKTE

Teufelberger Fiber Rope GmbH:
Recycling von gebrauchten Seilen unserer Kunden
(Oberösterreich)

Die Teufelberger Fiber Rope GmbH ist Teil der Teufelberger Holding AG und produziert industrielle Faserseile. Die Seile werden weltweit vertrieben und kommen in vielen verschiedenen Bereichen zum Einsatz, u.a. als Sicherheitsseile, Sportseile für Klettern und Segeln, in der Baumpflege und Forstwirtschaft und bei industriellen Anwendungen wie Hebeseilen in Kranen. Sie können aufgrund ihrer Qualität in bestimmten Anwendungen deutlich schwerere Stahlseile ersetzen, wobei sie einen geringeren Energiebedarf im Einsatz ermöglichen.

Im Zeitraum 2023 bis 2025 hat die Teufelberger AG das Kerngeschäft um einen neuen Ansatz für den Umgang mit gebrauchten Synthetikseilen erweitert und die Voraussetzungen für einen hochwertigen Recyclingkreislauf geschaffen. Im Fokus stehen in der Papierindustrie eingesetzte Seile aus Monomaterial, die nach ihrer Nutzung gesammelt und einem Recycling zugeführt werden. Gemeinsam mit einem Recyclingpartner wird daraus spinnbares Material für Fasern hergestellt, aus denen wiederum neue Seile produziert werden können. Im Zeitraum von Jänner 2025 bis Jänner 2026 wurden 3,8 Tonnen Abfallseile dem Recycling zugeführt. Fast 90 Prozent der österreichischen Kunden beteiligen sich am Sammelsystem, was für eine herausragende Umsetzung des Projektes spricht.

Mit diesem Angebot wurde ein neuer Business Case und ein neues Geschäftsmodell entwickelt: Die formale Abwicklung sowie die Organisation von Transport und Lagerung werden übernommen, während die zurückgewonnenen Materialien erneut in die Wertschöpfungskette eingebracht werden können. Mit dieser Weiterentwicklung des Kerngeschäfts adressiert das Projekt zentrale Herausforderungen wie Ressourcenschonung, Abfallvermeidung und Kreislaufwirtschaft und zeigt, wie österreichische Unternehmen mit Innovationskraft einen spürbaren, positiven Beitrag leisten können.

KATEGORIE KLIMASCHUTZ

GIG Karasek GmbH:
CompriVap - Dampferzeugung mittels industrieller Abwärmenutzung
(Niederösterreich)

Die GIG Karasek GmbH ist ein international tätiger österreichischer Anlagenbauer für thermische Trenntechnik, Umwelttechnologien und Anlagen zur Dampferzeugung aus industrieller Abwärme.

Mit dem Projekt „CompriVap“ realisiert GIG Karasek bei dem Chemie-Großkonzern BASF am Standort Ludwigshafen in Deutschland die weltweit leistungsstärkste industrielle Großwärmepumpe ihrer Art. Bislang ungenutzte Niedertemperatur-Abwärme soll wirtschaftlich nutzbar gemacht werden und fossile Dampferzeugung im industriellen Maßstab ersetzen. Ziel war die Elektrifizierung der Prozessdampferzeugung durch eine Hochtemperatur-Wärmepumpe mit bislang unerreichter Leistungsklasse. Kern der Anlage ist ein mehrstufiges Verdichtersystem, das den durch die Abwärme erzeugten Vakuumdampf auf ein nutzbares Druckniveau hebt. Mit einer thermischen Leistung von bis zu 50 Megawatt ist das Projekt die weltweit leistungsstärkste industrielle Wärmepumpe seiner Bauart. Es zeigt erstmals die technische und wirtschaftliche Skalierbarkeit dieser Technologie im großindustriellen Einsatz. Die erwartete Einsparung von bis zu 100.000 Tonnen CO₂ jährlich unterstreicht die enorme Klimawirkung.

CompriVap adressiert eine der größten Herausforderungen der Energiewende – die Dekarbonisierung von Prozesswärme – und entfaltet durch seine Übertragbarkeit auf zahlreiche Industrien einen erheblichen systemischen Hebel. GIG Karasek zeigt eindrucksvoll, wie innovative Technologien im Kerngeschäft zu skalierbaren Lösungen für eine klimaneutrale Industrie beitragen können.

KATEGORIE INTERNATIONALES ENGAGEMENT

MED-EL Elektromedizinische Geräte GmbH:
Empowering the Hearing Healthcare Sector in Developing and Emerging Countries
(Tirol)

MED-EL ist ein Familienunternehmen aus Tirol und produziert Hörimplantate. Ziel des Unternehmens ist es, damit Gehörlosigkeit als Kommunikationsbarriere zu überwinden und Patient:innen eine bessere Lebensqualität zu ermöglichen.

Mit der strategischen Partnerschaft „Empowering the Hearing Healthcare Sector in Developing Countries“ (2022-2026) setzt MED-EL gemeinsam mit der Austrian Development Agency (ADA) einen ganzheitlichen Ansatz zur Stärkung von Hörgesundheitssystemen um. In 14 Ländern in Subsahara-Afrika und Südasien wurden Strukturen geschaffen, um Diagnose, Behandlung und Rehabilitation langfristig zu verbessern. Aufbauend auf den Ergebnissen und Erfahrungen bereits ausgezeichneter Vorgängerprojekte wurde das Engagement gezielt ausgeweitet.

Im Fokus stehen die Ausbildung von Fachkräften und Expert:innen, Frühdiagnoseprogramme sowie niederschwellige Wissensvermittlung für Familien und Betreuungspersonen. Mit über 97.000 gescreenten Babys und Kindern, 1.244 geschulten Expert:innen und Betreuungspersonen in Rehabilitationen sowie 762 ausgebildeten Fachkräften wurden die gesetzten Zielwerte nahezu verdoppelt. Diese beeindruckenden Ergebnisse verdeutlichen die hohe Wirksamkeit des Projekts. Besonders überzeugend ist der systemische Ansatz, der Kapazitätsaufbau, internationale Partnerschaften und Süd-Süd-Kooperationen verbindet und ein skalierbares Modell schafft. MED-EL adressiert damit eine zentrale globale Gesundheitsherausforderung und zeigt eindrucksvoll, wie unternehmerisches Engagement mit hohem Impact und gesellschaftlichem Mehrwert eine nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität von Menschen ermöglicht.

KATEGORIE SOCIAL INNOVATION & FUTURE CHALLENGES

PORR AG:
CO₂-speichernder Radweg aus Pflanzenkohle
(Wien)

PORR AG ist ein führender europäischer Baukonzern mit Hauptsitz in Wien und blickt auf mehr als 150 Jahre Erfahrung im Hochbau, Infrastruktur- und Ingenieurbau zurück. Das Unternehmen ist in vielen Märkten tätig und verbindet technische Kompetenz mit Innovation und Nachhaltigkeit. Dabei setzt sich die PORR auch kritisch mit den Herausforderungen der eigenen Branche auseinander und adressiert diese ehrlich und reflektiert.

Mit dem Pilotprojekt „Grüner Radweg“ zeigt die PORR AG, wie Straßenbau konkret zum Klimaschutz beitragen kann. Gerade der Straßen- und Asphaltbau zählt zu den emissionsintensivsten Bereichen der Bauwirtschaft. Ziel war die Entwicklung und praktische Umsetzung eines CO₂-speichernden Asphalts auf Basis regionaler Pflanzenkohle. Das Projekt wurde als kooperatives Forschungs- und Demonstrationsvorhaben im Burgenland gemeinsam mit der Forschung Burgenland GmbH, dem Land Burgenland, dem Seemanagement Burgenland sowie der Firma Sonnenerde als Produzentin der Pflanzenkohle umgesetzt. Innovativ ist die Entwicklung eines Asphalts, der nicht nur Emissionen reduziert, sondern CO₂ dauerhaft im Straßenbelag speichert. Mit dem „Grünen Radweg“ wurde erstmals ein CO₂-speichernder Asphalt in Österreich im realen Infrastruktureinsatz umgesetzt. Pro Kilometer Radweg werden über 60 Tonnen CO₂ dauerhaft im Belag gebunden.

Der modellhafte Charakter des Projekts ist besonders hervorzuheben: Es zeigt, wie Infrastruktur vom Emissionsproblem zu einem Teil der Lösung werden kann. Durch die Verbindung von Materialinnovation, regionaler Kreislaufwirtschaft, Forschung und praktischer Anwendung adressiert das Projekt zentrale Herausforderungen der Bauwirtschaft und macht das Potenzial von Asphalt als Hebel für klimawirksame Infrastruktur sichtbar. Die Jury würde sich wünschen, dass dieses Projekt Schule macht und zur Norm wird und so auch den Weg aus dem fossilen Zeitalter hinaus beschleunigt.

Diesen Beitrag teilen:
gabi faber wiener

Hon. Prof. (FH) Gabriele Faber-Wiener, MBA​

Leitung Center for Responsible Management
„Der TRIGOS ist der wichtigste Preis für Nachhaltigkeit und CSR in Österreich und gleichzeitig ein Spiegel. Er zeigt auf wo wir uns auf diesem wichtigen Weg befinden. Ich habe vor sechs Jahren die Kriterien und das Juryprocedere überarbeitet und leite seither die Jurierung.
Es ist für mich immer wieder inspirierend, mit klugen und reflektierten KollegInnen die Einreichungen zu diskutieren. Bei uns müssen sich alle einigen, wir haben kein Mehrheits-, sondern Konsensprinzip, und das geht nur mit Argumenten.
Das ist eine große Herausforderung, aber gleichzeitig die Quelle für die hohe Glaubwürdigkeit des TRIGOS. Diskurs ist auch für die Zukunft der Nachhaltigkeit essenziell, nicht nur beim TRIGOS. Wir brauchen mehr Reflexion, mehr Austausch auf Augenhöhe und weniger Beharren auf Standpunkten“
Einstellungen für Cookies

Unter „Cookies“ versteh man kleine Dateien, die auf Ihrem PC oder Smartphone gespeichert werden. In einem Cookie können unterschiedliche Angaben gespeichert werden, wie zum Beispiel der Inhalt eines Warenkorbs in einem Online-Shop oder ein Login-Status.

Sogenannte „First-Party Cookies“ werden durch diese Website erzeugt, unter „Third-Party-Cookie“ versteht man Cookies, die von anderen Anbietern als dem Verantwortlichen, der das Onlineangebot betreibt, angeboten werden - Zum Beispiel für eine Websiteanalyse durch Google Analytics, Cookies zu Videoeinstellungen für YouTube oder für Besucherprofile von Facebook-AnwenderInnen.

Empfohlene Cookies

Diese Cookies sollten Sie aktivieren, um Ihre Cookie- und Privatsphäre-Einstellungen für Ihren nächsten Besuch zu speichern.

Drittanbieter-Cookies

Diese Website verwendet Google Analytics, um anonyme Informationen wie die Anzahl der Besucher der Website und die beliebtesten Seiten zu sammeln.

Diesen Cookie aktiviert zu lassen, hilft uns, unsere Website zu verbessern.