Erzberg Stollenpilze – Pilzzuchtanlage im steirischen Erzberg

Regionale Wertschaffung
(2023)

Durch die immer stärkere Nachfrage nach regionalen Produkten (im speziellen Fall Edelpilze aus österreichischem Anbau) hat die WAM Produkt GmbH im steirischen Erzberg ein aufgelassenes Stollensystem gepachtet um darin BIO – Kräuterseitlinge zu züchten.

Das Unternehmen hat innerhalb von einem halben Jahr die Anlage im Berg installiert und nach einem weiteren halben Jahr die Verpackungshalle in Eisenerz im Ort eröffnet (eine aufgellassene Filiale von einem Handelsunternehmen das revitalisiert wurde). WAM hat dabei mit regionalen Unternehmen und Handwerkern zusammengearbeitet und somit schon Wertschöpfung in der Phase der Errichtung gesorgt.

Der Betrieb überlegt bei allen Prozessen die Auswirkungen auf die Region, die Umwelt und die Menschen in der Region – WAM beschäftigt demnach Menschen aus der Region und gibt auch Migranten die Chance auf einen Arbeitsplatz.
Damit siedelt der Beteieb in einer von starker Abwanderung betroffenen Gegend um Eisenerz neue Familien an und gibt ihnen, als auch Einheimischen ein Einkommen.

Das unternehmen zieht mit der Nutzung des Stollens für die Pilzzüchtung dabei unterschiedliche nachhaltige Auswirkungen mit sich:

  • Keine neue Flächenversiegelung
  • Nutzung bestehender Infrastruktur
  • Revitalisierung bestehender Objekte
  • Nutzung der Energie und Wärme die im Stollensystem im Berg vorhanden ist
  • Kurze Lieferwege aufgrund der geografischen Lage
  • Schaffung von neuen Arbeitsplätzen in einer strukturschwachen Region

 

Nominiertenbegründung

Die WAM Produkt GmbH hat sich auf die Zucht von österreichischen Edelpilzen spezialisiert, insbesondere auf Bio-Kräuterseitlinge. Dabei nutzt das Unternehmen das einzigartige, aufgelassene Stollensystem im Erzberg als Produktionsraum. Die natürliche Klimasituation im Stollen wird genutzt, um die Pilze optimal zu reifen, was Energie spart und die vorhandene Infrastruktur umweltschonend einer neuen Wertschöpfung widmet.

Durch den Einsatz von Vertical Farming und anderen innovativen Techniken optimiert das Unternehmen die Flächennutzung und ermöglicht eine effiziente Lebensmittelproduktion auch in städtischen Gebieten oder auf begrenztem Raum. Mit der Reduktion des Verbrauchs an Bodenfläche trägt das Unternehmen zur Bewältigung der Herausforderungen von Urbanisierung und Landknappheit bei und mildert die negativen Auswirkungen konventioneller Landwirtschaft, wie Bodendegradation und Wasserverschmutzung.

Darüber hinaus ermöglicht das Unternehmen die Produktion von frischen und nahrhaften Lebensmitteln in der Nähe von städtischen Gebieten. Dies stärkt die Ernährungssicherheit, minimiert den Transportweg und unterstützt die lokale wirtschaftliche Entwicklung. Die WAM Produkt GmbH kombiniert soziales Bewusstsein, technologischen Fortschritt und nachhaltige Landwirtschaft und dient als Beispiel für Unternehmen, die das Problem der Landnutzung angehen und den Agrarsektor modernisieren möchten.

Projektfotos

gabi faber wiener

Hon. Prof. (FH) Gabriele Faber-Wiener, MBA​

Leitung Center for Responsible Management
„Der TRIGOS ist der wichtigste Preis für Nachhaltigkeit und CSR in Österreich und gleichzeitig ein Spiegel. Er zeigt auf wo wir uns auf diesem wichtigen Weg befinden. Ich habe vor sechs Jahren die Kriterien und das Juryprocedere überarbeitet und leite seither die Jurierung.
Es ist für mich immer wieder inspirierend, mit klugen und reflektierten KollegInnen die Einreichungen zu diskutieren. Bei uns müssen sich alle einigen, wir haben kein Mehrheits-, sondern Konsensprinzip, und das geht nur mit Argumenten.
Das ist eine große Herausforderung, aber gleichzeitig die Quelle für die hohe Glaubwürdigkeit des TRIGOS. Diskurs ist auch für die Zukunft der Nachhaltigkeit essenziell, nicht nur beim TRIGOS. Wir brauchen mehr Reflexion, mehr Austausch auf Augenhöhe und weniger Beharren auf Standpunkten“