Problematische Marktsituation: größter Teil der weltweit vermarkteten Eier kommt von Hennen in Käfighaltung. In Österreich sind die klassischen Käfige verboten. IMPORT VON KÄFIGEIERN ist aber ERLAUBT.
Frischeier mit Schale sind klar gekennzeichnet. Eier in verarbeiteten Lebensmitteln wie Back- und Teigwaren (betrifft Bäckereien und Gastronomie) allerdings nicht! Einsatz für das TIERWOHL – über rechtliche Rahmenbedingungen hinaus – ist notwendig.
Herausforderung: Lieferanten für Freilandeier zu finden, die…
– die strengen Anforderungen an Rohstoffe für Backwaren bei Ölz erfüllen,
– die Lieferfähigkeit an Freilandeiern sicherstellen (Bedarf Ölz: 25 Mio Eier/Jahr)
– Transparenz durch Zertifizierung & Kontrolle (unabhängige Kontrollstelle agroVet kontrolliert die artgerechte Tierhaltung und garantiert die EU-Herkunft) – Lieferanten müssen nachweisen, dass die gelieferten Eier das agroVet-Zertifikat besitzen
Ziel: Umstellung auf Freilandeier ab Juni 2022 = Verantwortungsschritt – über gesetzliche Rahmenbedingungen hinaus – im Sinne des Tierwohls Wir wollen das unbedingt notwendige nachhaltige Handeln im Sinne des Tierwohls als Marktführer auch in andere Unternehmen weitertragen.
Das Dornbirner Familienunternehmen Ölz der Meisterbäcker ist österreichischer Marktführer bei verpackten Brot- und Backwaren aller Art, mit Vertrieb über den Lebensmittelhandel und einem hohen Exportanteil von 43%. Als erste große europäische Backmarke hat die Großbäckerei nach einem zweijährigen komplexen Umstellungsprozess im Juni 2022 alle Produktionsbereiche auf die ausschließliche Verwendung von Eiern aus kontrollierter Freilandhaltung umgestellt. Dem ging eine Umstellung auf Eier aus Bodenhaltung bereits im Jahr 2009 voran.
Mit der Verwendung von über 25 Millionen Freilandeiern hat sich Ölz als Vorreiter in der Branche positioniert und setzt als erster europäischer Bäcker auf zertifiziertes Tierwohl und einen freiwilligen Qualitätsstandard, der deutlich über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht. Damit werden alle 63 Ölz Produkte, d.h. 85 Mio. verkaufter Verpackungen pro Jahr, umgestellt. Über das konkrete Projekt hinaus setzt das Unternehmen auch im Kerngeschäft substanzielle Maßnahmen mit Schwerpunkten wie CO2-Reduktion und Förderung der Mitarbeiterzufriedenheit um.
Die Jury ist von diesem ganzheitlich verankerten Nachhaltigkeits-Ansatz beeindruckt. Die Umstellung auf Freilandeier wird als wichtiges, freiwilliges Best Practice Beispiel in der Lebensmittelbranche gesehen, das starke Signalwirkung und hohe Skalierbarkeit für andere Unternehmen haben kann.