TRIGOS Tirol 2026: Das sind die Gewinner:innen

Im Rahmen der feierlichen Gala des regionalen TRIGOS Niederösterreich am 10. September 2026 in der Wirtschaftskammer Tirol wurde den Nominierten und Gewinnern:innen ihre wohlverdiente Bühne gegeben und nachhaltiges Wirtschaften gefeiert. Der TRIGOS Tirol 2026 wurde in den Kategorien Regionale Wertschaffung, Vorbildliche Projekte und Klimaschutz vergeben.

Die Gewinner:innen: 

KATEGORIE REGIONALE WERTSCHAFFUNG

iDM Energiesysteme:

WIRksam

iDM Energiesysteme entwickelt, produziert und vertreibt effiziente und regenerative Wärmeenergiesysteme. Das in dritter Generation familiengeführte Unternehmen ist Teil der PLETZER Gruppe und leistet einen aktiven Beitrag zur Reduzierung von CO₂-Emissionen und zur Bereitstellung emissionsarmer Wärmeversorgung. Neben dem zukunftsorientierten Kerngeschäft setzt iDM auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie auf die Förderung und Entwicklung seiner Mitarbeitenden.

Im Rahmen des Projekts „WIRksam“ bündelt iDM zahlreiche Maßnahmen und Initiativen, die auf die Stärkung der Region und die Attraktivität des Arbeits- und Lebensraums Osttirol abzielen. Angesichts der Herausforderungen einer peripheren Region und der Abwanderung von Fachkräften verfolgt das Unternehmen das Ziel, attraktive Arbeitsbedingungen zu schaffen und die Entwicklung seiner Beschäftigten aktiv zu fördern. Zu den umgesetzten Maßnahmen zählen unter anderem ein gemeinsam mit den Mitarbeitenden entwickeltes Zeitmodell mit 25 produktionsfreien Freitagen pro Jahr, die Einführung einer Lehrwerkstätte und neuer Lehrberufe, der Ausbau der Ferienbetreuung in Kooperation mit der Gemeinde Matrei, betriebliche Gesundheitsangebote sowie umfassende Aus- und Weiterbildungsprogramme.

iDM überzeugt durch die Verbindung von regionaler Verantwortung, familienfreundlichen Maßnahmen und kontinuierlicher Mitarbeiterentwicklung. Die vielfältigen Maßnahmen stärken die Attraktivität des Standorts Osttirol, fördern die Bindung von Fachkräften und leisten einen wichtigen Beitrag zur regionalen Entwicklung.

KATEGORIE VORBILDLICHE PROJEKTE

Ernst Derfeser GmbH:

Wasserkreislauf im Produktionsprozess

Die Ernst Derfeser GmbH ist ein mittelständisches Tiroler Familienunternehmen im Bauhilfsgewerbe, das seit fast 100 Jahren zur Versorgungssicherheit und Wertschöpfung in der Region beiträgt. Das Geschäftsmodell umfasst die Herstellung und Lieferung von Transportbetonen, die Kies- und Schottergewinnung, den Betrieb eigener Beton- und Mischanlagen sowie Abbrucharbeiten, Erdbewegungen und Containerdienste. Im Zeitraum 2023 bis 2026 hat das Unternehmen seine Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit systematisch vertieft, u.a. mit umfassender CO2-Bilanzierung inklusive Scope 3.

Das Projekt „Wasserkreislauf im Produktionsprozess“ schließt Wasser- und Stoffströme über zwei zentrale Anlagen. Die Kammerfilterpresse trennt Schlammwasser in Feststoffe und im Kreislauf gehaltenes Prozesswasser. Frischwasser wird nur für Verdunstungsverluste ergänzt. Das Recyclingbecken bereitet Waschwasser der Betonmischfahrzeuge mehrstufig auf, gewinnt Recyclingmaterial und führt das gereinigte Wasser erneut Wasch- und Produktionsprozessen zu. Damit wurden wasserintensive Produktionsprozesse in einen geschlossenen Kreislauf transformiert und kommunales Trinkwasser vollständig durch Eigenversorgung aus dem Tiefbrunnen ersetzt. Gleichzeitig werden Betriebssicherheit, Ressourceneffizienz und Produktionssicherung gestärkt.

Die Ernst Derfeser GmbH hat ein System entwickelt, das die Rückführung von Wasser und von Rohstoffen in den Produktionsprozess ermöglicht. Damit wird aus einem Entsorgungsstrom ein Rohstoffstrom. Gleichzeitig zeigt das Unternehmen ein ganzheitliches Verständnis von Nachhaltigkeit, das nicht auf Einzelmaßnahmen beschränkt bleibt, sondern als strategischer Transformationsprozess im Unternehmen verankert wird. Mit der konsequenten Weiterentwicklung des Kerngeschäfts, dem Aufbau belastbarer Daten- und Steuerungsgrundlagen sowie der Umsetzung struktureller Veränderungen adressiert die Ernst Derfeser GmbH zentrale Herausforderungen wie Ressourcensicherung, Klimaanpassung und langfristige Zukunftsfähigkeit.

KATEGORIE KLIMASCHUTZ

Stanglwirt GmbH:

Stanglwirt Bio-Energie Kraftwerk

Der Stanglwirt ist ein biologischer Bauernhof und Fünf-Sterne Wellness-Luxushotel, das seit Jahrhunderten in Familienhand geführt wird. Das Unternehmen verbindet traditionelle Tiroler Gastlichkeit mit einem großen Angebot an Freizeit-, Sport- und Erholungsmöglichkeiten und legt großen Wert auf nachhaltiges Wirtschaften im laufenden Betrieb.

Vor diesem Hintergrund wurde mit dem Bio-Energie-Kraftwerk ein zukunftsweisendes Projekt zur umweltfreundlichen Energieversorgung umgesetzt. Als weltweit erste Holzvergaser-Anlage in einem Hotelbetrieb erzeugt sie aus regionalem, PEFC-zertifiziertem Hackgut und Schadholz in einem geschlossenen Kreislauf Strom, Wärme und Energie für die Brennstofftrocknung. Ziel war eine 100 %ige Nutzung der eingesetzten Ressourcen, um den CO₂-Fußabdruck des Hotels signifikant zu verringern und eine regionale Kreislaufwirtschaft zu etablieren.
Heute erfolgt die gesamte Wärmeversorgung zu 100 % aus regionalen, nachwachsenden Rohstoffen. Dadurch werden jährlich rund 5.000 Tonnen CO₂-Äquivalente eingespart. Gleichzeitig werden etwa 60 % des Strombedarfs selbst erzeugt, für den Rest wird 100% zertifizierter Ökostrom bezogen. Der gesamte Biomasseeinkauf ist PEFC-zertifiziert, der Vertrieb der Pflanzenkohle CERES-zertifiziert. Die produzierte Pflanzenkohle leistet zudem einen langfristigen Beitrag zur CO₂-Bindung und damit zur Verbesserung der Klimabilanz.

Das Projekt erzielt eine hohe und klar messbare Klimawirkung und setzt neue Maßstäbe für Energieversorgung im Tourismus. Der Stanglwirt macht damit deutlich, wie energieintensive Betriebe durch regionale, kreislaufbasierte Lösungen ihre Umweltwirkung signifikant verbessern können.

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gabi faber wiener

Hon. Prof. (FH) Gabriele Faber-Wiener, MBA​

Leitung Center for Responsible Management
„Der TRIGOS ist der wichtigste Preis für Nachhaltigkeit und CSR in Österreich und gleichzeitig ein Spiegel. Er zeigt auf wo wir uns auf diesem wichtigen Weg befinden. Ich habe vor sechs Jahren die Kriterien und das Juryprocedere überarbeitet und leite seither die Jurierung.
Es ist für mich immer wieder inspirierend, mit klugen und reflektierten KollegInnen die Einreichungen zu diskutieren. Bei uns müssen sich alle einigen, wir haben kein Mehrheits-, sondern Konsensprinzip, und das geht nur mit Argumenten.
Das ist eine große Herausforderung, aber gleichzeitig die Quelle für die hohe Glaubwürdigkeit des TRIGOS. Diskurs ist auch für die Zukunft der Nachhaltigkeit essenziell, nicht nur beim TRIGOS. Wir brauchen mehr Reflexion, mehr Austausch auf Augenhöhe und weniger Beharren auf Standpunkten“
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