Trockennebel: Mehr Frische, weniger Plastik, weniger Verderb

Social Innovation & Future Challenges
(2025)

Im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel werden jährlichrund 65.000 Tonnen Lebensmittel entsorgt, davon 45 % Obst & Gemüse. Diese werden mit hohem Wasser-, Energie- und Düngemitteleinsatz produziert, CO₂-intensiv transportiert – und oft dennoch weggeworfen. Trockennebel kann den Verderb von Obst & Gemüse am Point of Sale um 25–40 % reduzieren und so maßgeblich zur Ressourcenschonung beitragen. In Österreich könnten damit über 7.500 Tonnen Lebensmittel jährlich gerettet werden.

Nominiertenbegründung

Die Firma Chromulus wurde 2023 mit dem Anspruch gegründet, zwei zentrale Probleme im Lebensmitteleinzelhandel anzugehen: Den enormen Verderb von Obst und Gemüse sowie die übermäßige Verwendung von Plastikverpackungen. Mit der Trockennebel-Technologie bietet das junge Unternehmen eine innovative Lösung, die sich leicht in bestehende Strukturen integrieren lässt.

Die Trockennebel-Technologie von Chromulus bietet eine einfache und wirksame Methode, um Obst und Gemüse im Handel – ganz ohne zusätzliche Kühlung, Chemie oder Verpackung – länger frisch zu halten. Dadurch kann der Verderb am Point of Sale um 25 bis 40 Prozent gesenkt werden, wie in einem Testversuch mit fünf Supermärkten eindrucksvoll bestätigt wurde. Zusätzlich reduziert sich der Arbeitsaufwand für Mitarbeitende, da weniger häufig aussortiert und umgeräumt werden muss. Der Trockennebel bietet einige Vorteile im Vergleich zu gängigen Frischeerhaltungsmaßnahmen. Die Technologie benötigt nichts außer Leitungswasser und minimal elektrischen Strom und kommt ganz ohne Chemikalien aus. Während Trockennebel in Supermärkten in Südeuropa bereits weit verbreitet ist, steckt es in Österreich noch in den Startlöchern. Hier leistet Chromulus mit seinem Geschäftsmodell Pionierarbeit.

Mit der Trockennebel-Technologie reagiert Chromulus gezielt auf die ökologischen Schwachstellen der Lebensmittelbranche und zeigt, dass wirkungsvolle und umsetzbare Verbesserungen möglich sind. Das Projekt hat Skalierbarkeitspotenzial für die ganze österreichische Lebensmittelindustrie, denn die Trockennebel-Technologie kann für viele Lebensmittel erweitert werden.

Projektfotos

gabi faber wiener

Hon. Prof. (FH) Gabriele Faber-Wiener, MBA​

Leitung Center for Responsible Management
„Der TRIGOS ist der wichtigste Preis für Nachhaltigkeit und CSR in Österreich und gleichzeitig ein Spiegel. Er zeigt auf wo wir uns auf diesem wichtigen Weg befinden. Ich habe vor sechs Jahren die Kriterien und das Juryprocedere überarbeitet und leite seither die Jurierung.
Es ist für mich immer wieder inspirierend, mit klugen und reflektierten KollegInnen die Einreichungen zu diskutieren. Bei uns müssen sich alle einigen, wir haben kein Mehrheits-, sondern Konsensprinzip, und das geht nur mit Argumenten.
Das ist eine große Herausforderung, aber gleichzeitig die Quelle für die hohe Glaubwürdigkeit des TRIGOS. Diskurs ist auch für die Zukunft der Nachhaltigkeit essenziell, nicht nur beim TRIGOS. Wir brauchen mehr Reflexion, mehr Austausch auf Augenhöhe und weniger Beharren auf Standpunkten“