Kleinlosgrößenfertigung und nachhaltigeLieferkette

Sonderpreis der Jury
(2024)

Kernstück der bisherigen Fertigungstechnologie ist ein mit hohem Ressourceneinsatz und fertigungstechnischem Aufwand erstellter Werkzeugsatz vorwiegend aus Metall. In den letzten Jahren zeichnet sich der Trend ab, dass Volumens Modelle, für die diese Herangehensweise wirtschaftlich und ressourcentechnisch optimal funktioniert, ausbleiben. Die Kunden gehen zunehmend zu schneller wechselnden, kleineren Losen und einer höheren Variantenvielfalt ihrer Uhren über. Die Entwicklung und Umsetzung eines ressourcenschonenden und resilienten Produktionsprozesses mit den dazugehörigen Produktionsmethoden ist daher von hoher Wichtigkeit.

Das Projekt wurde Ende 2021 gestartet und Ende 2023 Großteils abgeschlossen. Die Hauptaktivität bestand darin, ein geeignetes nachhaltiges biobasierendes Material für das formgebende Bandinnenleben zu entwickeln. Ziel war es diese mit einem mindestens zu 70% bestehenden Bio-Kunststoff zu ersetzen. Eine weitere Hauptaktivität bestand darin, dieses Material dann, mit möglichst geringem Werkzeug-Aufwand zu einem hochwertigen ästhetischen Uhrarmbandes weiter zu verarbeiten. Dafür wurde ein 3D-Druckverfahren, ein CNCSchneidsystem und ein Universalwerkzeug-Konzept entwickelt.

Nominiertenbegründung

Projektfotos

gabi faber wiener

Hon. Prof. (FH) Gabriele Faber-Wiener, MBA​

Leitung Center for Responsible Management
„Der TRIGOS ist der wichtigste Preis für Nachhaltigkeit und CSR in Österreich und gleichzeitig ein Spiegel. Er zeigt auf wo wir uns auf diesem wichtigen Weg befinden. Ich habe vor sechs Jahren die Kriterien und das Juryprocedere überarbeitet und leite seither die Jurierung.
Es ist für mich immer wieder inspirierend, mit klugen und reflektierten KollegInnen die Einreichungen zu diskutieren. Bei uns müssen sich alle einigen, wir haben kein Mehrheits-, sondern Konsensprinzip, und das geht nur mit Argumenten.
Das ist eine große Herausforderung, aber gleichzeitig die Quelle für die hohe Glaubwürdigkeit des TRIGOS. Diskurs ist auch für die Zukunft der Nachhaltigkeit essenziell, nicht nur beim TRIGOS. Wir brauchen mehr Reflexion, mehr Austausch auf Augenhöhe und weniger Beharren auf Standpunkten“