Nominierte Unternehmen TRIGOS Kärnten 2026

Der TRIGOS Kärnten wird im Zwei-Jahres-Rhythmus vergeben und rückt unternehmerische Verantwortung sowie nachhaltiges Wirtschaften auf regionaler Ebene in den Mittelpunkt. Er bietet Kärntner Betrieben die Möglichkeit, ihr Engagement sichtbar zu machen und sich mit zukunftsweisenden Projekten zu positionieren.

Im Folgenden finden Sie die für den TRIGOS Kärnten 2026 nominierten Unternehmen mit Einblicken in ihre Projekte, ergänzt durch die Einschätzung der Jury, die deren Qualität, Innovationskraft und Wirkung würdigt.

Zusätzlich steht Ihnen eine Bildergalerie der regionalen Nominierungen 2026 zur Verfügung. Die Fotos können unter Angabe des Copyrights für redaktionelle Zwecke verwendet werden.

Das sind die für den TRIGOS Kärnten 2026 nominierten Unternehmen im Überblick:

Kategorie Regionale Wertschaffung:
  – Competence Group 4 Clean Production
  – Landesverband Urlaub am Bauernhof Kärnten
  – Raiffeisen Landesbank Kärnten

Kategorie Vorbildliche Projekte:
  – Philipps Austria GmbH
  – Reinhard Eder Blechbauges.m.b.H
  – SW Umwelttechnik Stoiser & Wolschner AG

Kategorie Klimaschutz:
  – Anexia Holding GmbH
  – Diak Infrastruktur GmbH
  – Philipps Austria GmbH

Innovation & Future Challenges:
  – AfB mildtätige und gemeinnützige Gesellschaft zur Schaffung von Arbeitsplätzen für behinderte Menschen mbH
  – CIC Carinthian International Center Service GmbH
  – Lebenshilfe Kärnten

KATEGORIE REGIONALE WERTSCHAFFUNG

Competence Group 4 Clean Production (CG4CP):
Clean Production Academy

Die Competence Group 4 Clean Production (CG4CP) vereint seit 2015 fünf spezialisierte Unternehmen: ASCO Anlagenbau, G+H Ziviltechniker, Ortner Reinraumtechnik, die PMS Gruppe sowie die SMB Gruppe. Gemeinsam verfolgt die Unternehmensgruppe das Ziel, Kompetenzen für Clean Production kontinuierlich weiterzuentwickeln, Marktprojekte voranzutreiben und die regionale Entwicklung zu stärken.

Mit der Gründung der Clean Production Academy hat die CG4CP eine spezialisierte Kaderschmiede für Unternehmen in der Alpe-Adria-Region geschaffen. Am Standort St. Stefan im Lavanttal werden modulare und praxisnahe Qualifizierungen für die Branchen Pharma, Lebensmittel und Mikroelektronik mit Fokus auf Reinraumtechnik, Qualität und Betrieb angeboten. Ziel ist es, sowohl Mitarbeitende als auch Unternehmen gezielt zu qualifizieren und damit die regionale Lieferfähigkeit zu stärken. Ein wesentliches Merkmal ist der hohe Praxisbezug durch Trainer:innen aus der industriellen Umsetzung. Die Qualifizierung nahe am Arbeitsplatz fördert außerdem die Bindung von Talenten und eröffnet Fach- und Führungskräften neue Entwicklungsperspektiven.

Die Clean Production Academy überzeugt die Jury insbesondere durch ihren Beitrag zur Entwicklung der Südalpenregion als Kompetenzregion für Clean Production. Das Angebot greift eine zentrale regionale Herausforderung auf: die steigende Nachfrage nach entsprechendem Know-how in den Branchen Pharma, Lebensmittel und Mikroelektronik sowie den zunehmenden Bedarf an qualifizierten Fachkräften und leistungsfähigen Zuliefernetzwerken.

Raiffeisen Landesbank Kärnten:
Energie-Genossenschaften

Die Raiffeisenlandesbank Kärnten betreut mit 450 Mitarbeitenden in sieben Geschäftsstellen in und um Klagenfurt etwa 35.000 Kund:innen. Das Angebot umfasst Zahlungsverkehrslösungen, Liquiditätsmanagement, Finanzierungen, Sparprodukte und das Wertpapiergeschäft sowie Vorsorge- und Absicherungslösungen und Cash Management; ergänzt durch digitale Banking-Services.

Mit dem Aufbau landesweiter Energie-Genossenschaften schafft die RLB Kärnten gemeinsam mit regionalen Raiffeisenbanken einen niederschwelligen Zugang zu regionaler, erneuerbarer Energie. Ziel ist es, Bürger:innen, Betriebe und Gemeinden die Teilnahme an Erneuerbaren-Energie-Gemeinschaften zu ermöglichen, ohne selbst komplexe rechtliche, organisatorische oder administrative Hürden bewältigen zu müssen. Die Raiffeisenbanken übernehmen Gründung, Organisation und laufenden Betrieb der Genossenschaften und stellen damit Rechtssicherheit sowie professionelle Strukturen sicher. Dadurch können Einspeiser ihre Energie zu attraktiven Konditionen vermarkten, während Verbraucher von günstigeren Strompreisen profitieren. Gleichzeitig werden lokale Lieferketten gestärkt und die regionale Wertschöpfung gefördert.

Die Initiative überzeugt durch ihre breite Wirksamkeit und ihren klaren Modellcharakter. Mit bislang 51 gegründeten Energie-Genossenschaften und über 7.200 aktiven Zählpunkten wird erneuerbare Energie erstmals in größerem Maßstab gemeinschaftlich nutzbar gemacht. Besonders hervorzuheben ist der innovative, skalierbare Ansatz eines professionell organisierten, flächendeckenden Netzwerks, das weit über klassische Einzelinitiativen hinausgeht. Durch die Einbindung neuer Zielgruppen – rund 46 % der Mitglieder sind keine bestehenden Raiffeisen-Kund:innen – wird die Energiewende in der Breite der Bevölkerung verankert. Damit leistet das Projekt einen wesentlichen Beitrag zur Dezentralisierung der Energieversorgung und zur Stärkung regionaler Strukturen.

Landesverband Urlaub am Bauernhof Kärnten:
35 Jahre Urlaub am Bauernhof/30 Jahre Urlaub auf der Alm

Der Landesverband Urlaub am Bauernhof Kärnten ist eine bäuerliche Anbieterkooperation, die seit 1990 kleinstrukturierte Höfe durch touristische Vermietung stärkt und zusätzliche Einkommensquellen schafft. Ausgangspunkt war die schwierige wirtschaftliche Situation vieler landwirtschaftlicher Familienbetriebe, insbesondere in Berg- und Randregionen, wo sinkende Einkommen neue Erwerbsmöglichkeiten erforderlich machten.

Das Projekt umfasst die kontinuierliche Weiterentwicklung eines kooperativen Modells, das viele Angebote bündelt: Qualitätsstandards, Beratung und Weiterbildung der Betriebe, gemeinsames Marketing und Markenführung über Webseite, Kataloge und Kampagnen. Rund 470 Mitgliedsbetriebe profitieren von der engen Zusammenarbeit mit Landwirtschaft, Tourismus, den Regionen und einem dichten Netzwerk, das die Professionalisierung fördert und die regionale Wertschöpfung stärkt. Gleichzeitig erhalten die Gäste authentische Einblicke in die Landwirtschaft und nachhaltige Bewirtschaftung.

Urlaub am Bauernhof Kärnten gilt als bewährtes und wirksames Modell, das laufend weiterentwickelt wird. Die Wirkung zeigt sich insbesondere in höherer Auslastung der Mitgliedsbetriebe, einer stärkeren Professionalisierung der Vermietung, sowie steigender Wertschöpfung am Hof. Damit verbindet das Modell ökologische, soziale und wirtschaftliche Effekte, stärkt die Einkommenssituation bäuerlicher Familien und setzt durch breite Verankerung und Vorbildwirkung einen nachhaltigen Impuls für die Zukunft des ländlichen Raums.

KATEGORIE VORBILDLICHE PROJEKTE

Reinhard Eder Blechbauges.m.b.H.:
Nachhaltige Zukunft gestalten: Eine PV‑Fassade als Statement für Transformation

Die Reinhard Eder Blechbauges.m.b.H. steht seit über 60 Jahren für hochwertige Fassaden-, Solar- und Lüftungslösungen sowie anspruchsvolle Industrieprojekte. Das Unternehmen verbindet handwerkliche Expertise mit innovativem Engineering und begleitet Projekte von der Planung bis zur Montage. Gleichzeitig arbeitet Eder Blechbau kontinuierlich daran, nachhaltiger zu wirtschaften, den Materialeinsatz zu reduzieren und Wertstoffe der Wiederverwertung zuzuführen.

Mit dem Bau einer gebäudeintegrierten Photovoltaikfassade für ein neues Wartungsgebäude im Ruhrgebiet zeigt Eder Blechbau, wie Industriearchitektur aktiv zur Energieproduktion beitragen kann. Die Fassadenfläche beträgt 1.626 m² und umfasst 1.440 rahmenlose Glas/Glas-PV-Module, die jährlich rund 220 MWh erneuerbare Energie erzeugen. Dadurch wird der CO₂-Ausstoß um rund 89 Tonnen pro Jahr reduziert, die ganzjährige Grundversorgung des Standorts unterstützt und die Abhängigkeit von externer Energie verringert. Die dreidimensionale, dreifarbige Fassadengestaltung wurde bewusst so entwickelt, dass sie an ein großes Stück Kohle erinnert und damit Vergangenheit und Zukunft visuell miteinander verbindet.

Durch das Zusammenspiel von technischer Innovation, Energiegewinnung und gestalterischer Symbolik erzielt das Projekt eine konkret messbare ökologische Wirkung und setzt zugleich ein bewusstes Statement für den nachhaltigen Wandel der Industrie.

Philips Austria GmbH:
Living Factory Philips Klagenfurt – Industriefläche wird Lebensraum

Philips Austria GmbH ist Teil von Royal Philips, einem globalen Medizintechnikunternehmen. Der Standort Klagenfurt zählt zu den wichtigsten Entwicklungs- und Fertigungszentren von Philips Personal Health in Europa. Rund 230 Mitarbeitende entwickeln und produzieren Komponenten für Oral Healthcare sowie Grooming & Beauty. In den letzten Jahren hat der Standort Fortschritte in Richtung Nachhaltigkeit erzielt, u.a. durch Umstellung auf erneuerbare Energien, CO₂‑neutrale Wärme, ein umfassendes Biodiversitätsprogramm sowie Prozessumstellungen in der Produktion.

Im Rahmen des Projektes „Living Factory Philips Klagenfurt – Industriefläche wird Lebensraum“ wurden unbebaute Flächen in Klagenfurt renaturiert, um neue Lebensräume zu schaffen. Die Umsetzung erfolgt gemeinsam mit Mitarbeitenden in abteilungsübergreifenden Teamevents. Rund 12.500 m² sind bereits realisiert. Gefördert werden ausschließlich einheimische Pflanzen, zudem sollen möglichst viele Tierarten angesiedelt werden, darunter auch gefährdete Arten. Das Biodiversitätsprojekt umfasst eine von Mitarbeitenden betreute Imkerei mit 1.500 m² Bienenwiese sowie rund 8.000 m² Biodiversitätsfläche, wo Sträucher, Bäume und Lebensräume für verschiedene Tierarten geschaffen wurden.

Die Innovationskraft des Projekts liegt in der erfolgreichen Schaffung artenreicher Lebensräume mitten im städtischen Umfeld. Besonders hervorzuheben ist die starke Eigeninitiative der Mitarbeitenden, die kreative Lösungen selbst entwickeln und das Projekt durch hohe intrinsische Motivation tragen. Mit der konsequent wirkungsorientierten ökologischen Aufwertung unbebauter Industrieflächen adressiert Philips Klagenfurt zentrale Herausforderungen wie Biodiversität und Renaturierung.

SW Umwelttechnik Stoiser & Wolschner AG:
Wendeltreppe "Cadenza"

Die SW Umwelttechnik Stoiser & Wolschner AG entwickelt und produziert Betonfertigteile für den Auf- und Ausbau der Infrastruktur über und unter der Erde. Das Familienunternehmen wurde 1910 in Klagenfurt gegründet und ist seit 1990 in Ungarn sowie seit 2001 in Rumänien tätig. Das Unternehmen entwickelt und produziert Produkte, die für eine jahrzehntelange Nutzung ausgelegt sind. Gleichzeitig ist das Unternehmen gesellschaftlich langfristig orientiert, regional verwurzelt und übernimmt Verantwortung über Generationen, wie etwa durch die Sicherung qualifizierter Arbeitsplätze und Investitionen in die Lehrlingsausbildung.

Im Rahmen des Forschungsprojekts STEP2 wurde die digital gefertigte Wendeltreppe „Cadenza“ für das NEST-Gebäude der Empa entwickelt. Durch den Einsatz von 3D-gedruckten Schalungen und ultrahochfestem Beton entstand eine komplexe, materialoptimierte Konstruktion, deren Elemente im Werk in Lienz produziert wurden. Ausgangspunkt des Projekts war die Frage, wie sich Ressourcenverbrauch und CO₂-Emissionen im Bauwesen durch neue Planungs- und Fertigungsansätze reduzieren lassen. Die Treppe wurde daher so konzipiert, dass sie mit deutlich weniger Beton auskommt als konventionelle Konstruktionen, ohne dabei an Stabilität oder Funktionalität einzubüßen.

Besonders überzeugend ist die erfolgreiche Überführung eines digital entwickelten Konzepts in die industrielle Praxis. Mit ihrem hohen Innovationsgrad und dem Potenzial zur Übertragung auf weitere Bauteile wie Fassadenelemente, Decken oder Tragstrukturen adressiert die Wendeltreppe „Cadenza“ zentrale Herausforderungen eines ressourcenschonenden Bauens und eröffnet neue Möglichkeiten für materialeffiziente Konstruktionen.

KATEGORIE KLIMASCHUTZ

Philips Austria GmbH:
Closing the Loop- Kreislaufwirtschaft in der Kunststoffproduktion bei Philips Klagenfurt

Royal Philips ist ein global tätiges Medizintechnikunternehmen mit Schwerpunkten in den Bereichen Diagnosis & Treatment, Connected Care und Personal Health. Der Standort Klagenfurt zählt zu den wichtigsten europäischen Entwicklungs- und Fertigungszentren im Bereich Personal Health. Rund 230 Mitarbeitende entwickeln und produzieren hochpräzise Komponenten für Oral Healthcare sowie Grooming & Beauty und tragen damit zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden weltweit bei.

Mit dem Projekt „Closing the Loop“ setzt Philips am Standort Klagenfurt gezielt an der eigenen Kunststoffverarbeitung an, um Einsatz, Verbrauch und Abfall systematisch zu reduzieren und so die negativen Umweltauswirkungen wie CO2-Fußabdruck und Rohstoffverlust zu verringern. Neben der vollständigen Umstellung der Zahnbürstenproduktion auf biobasierte Kunststoffe wurden Produktionsprozesse so optimiert, dass Kunststoffabfälle sortenrein erfasst und wiederverwertet werden können. Ergänzend dazu wurden Logistikprozesse neu organisiert, Transportverpackungen in Kreisläufe integriert und technische Lösungen wie Schredder und eine eigens entwickelte Auftrennanlage implementiert. Diese trennt unterschiedliche Materialien, führt Kunststoffe direkt am Standort zurück in den Produktionskreislauf und verwertet Reststoffe weiter.

Das Projekt erzielt messbare ökologische und wirtschaftliche Wirkungen und zeigt, wie Kreislaufwirtschaft industriell umgesetzt werden kann. Besonders hervorzuheben ist die Innovationskraft in der Anwendung biobasierter Kunststoffe in hochpräzisen Bauteilen – einem in der Industrie bislang kaum etablierten und zugleich übertragbaren Ansatz. Durch Wiederverwertung, Rückführung von Materialien und optimierte Logistik werden jährlich mindestens 142 Tonnen CO₂ eingespart, während bis zu 85 % der Materialien aus fehlerhaften Bauteilen wiederverwendet werden können. Philips zeigt damit praxisnah, wie industrielle Produktion schrittweise in Richtung Kreislaufwirtschaft transformiert werden kann.

Diak Infrastruktur GmbH; Diakonie de La Tour gemeinnützige Betriebsgesellschaft m.b.H.:
Diakonie-Holzgaskraftwerk - grüner Strom aus der Region

Die Diakonie de La Tour ist Mitglied der Diakonie Österreich, einem der fünf großen Wohlfahrtsverbände des Landes, und betreut mit rund 2.500 Mitarbeitenden jährlich über 18.000 Menschen. In rund 100 Einrichtungen werden Angebote in der Kinder- und Jugendhilfe, Betreuung, Beratung, Bildung, Gesundheit und sozialer Teilhabe umgesetzt. Grundlage ist eine klare Werteorientierung mit dem Ziel, Menschen zu unterstützen und gesellschaftliche Integration zu stärken.

Mit dem Projekt „Holzgaskraftwerk – grüner Strom aus der Region“ setzt die Diakonie gezielt auf eine umweltfreundliche, dezentrale Eigenstromversorgung aus regionaler Biomasse. Ergänzend zum bestehenden Biomasseheizwerk wurde ein Holzgas-Blockheizkraftwerk errichtet, das Strom und Wärme aus regionalem Holzhackgut erzeugt. Ziel ist es, den steigenden Energiebedarf nachhaltig zu decken, die Versorgungssicherheit zu erhöhen und gleichzeitig die regionale Wertschöpfung zu stärken. Lokale Lieferketten, insbesondere in der Forstwirtschaft, werden eingebunden und Arbeitsplätze gesichert. Durch Kraft-Wärme-Kopplung, Power-to-Heat und die Einbindung ins Wärmenetz entsteht ein effizientes Gesamtsystem, das auch in Krisensituationen eine stabile Versorgung zentraler Einrichtungen gewährleistet.

Das Projekt zeigt, wie soziale Organisationen ökologische Verantwortung mit Versorgungssicherheit verbinden können. Mit über 7.500 MWh nutzbarer Energie jährlich und rund 1.620 Tonnen CO₂-Einsparung leistet es einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung. Besonders hervorzuheben ist der Modellcharakter: Das in Kärnten derzeit einzigartige Projekt kombiniert ökologische, wirtschaftliche und infrastrukturelle Aspekte zu einem tragfähigen Gesamtkonzept. Durch den Einsatz regionaler Ressourcen, die Zusammenarbeit mit Partnern aus Wirtschaft und öffentlicher Hand sowie die Übertragbarkeit auf andere Standorte wird ein praxisnahes Beispiel für nachhaltige, resiliente Energieversorgung geschaffen.

Anexia Holding GmbH:
Anexia Rail – intelligente Personal- und Logistikplanung für mehr ökologische und soziale Nachhaltigkeit im Schienenverkehr

Die international tätige Anexia Group mit Hauptsitz in Klagenfurt entwickelt Cloud- und Softwarelösungen und stärkt mit eigener Infrastruktur Europas digitale Souveränität. Mit über 210.000 Kund:innen weltweit und einem Netzwerk von Rechenzentren in 70 Ländern steht das Unternehmen für technologische Unabhängigkeit, hohe Sicherheitsstandards und innovative digitale Lösungen.

In Zusammenarbeit mit den ÖBB und der Universität Klagenfurt wurde mit „Anexia Rail“ eine Lösung entwickelt, die erstmals in der Logistik- und Personalplanung künstliche Intelligenz und mathematische Optimierung integriert. Das Projekt adressiert zentrale Herausforderungen des Bahnsektors wie steigende Transportvolumina, Fachkräftemangel und wachsende Systemkomplexität. Ziel ist es, durch eine intelligente, gesamtheitliche Planung des Personen- und Güterverkehrs die Attraktivität, Effizienz und Umweltfreundlichkeit des Systems Bahn zu steigern, gleichzeitig Know-how in einer zukunftsfähigen Lösung zu bündeln und dessen Weitergabe im Zuge des Generationenwechsels zu sichern.

Das System reduziert die Planungszeit drastisch von 10 Tagen auf 10 Sekunden und ermöglicht optimierte Umlaufpläne mit geringerem Fahrzeugbedarf und weniger Leerfahrten. Dadurch können CO₂-Emissionen um 15–20 % gesenkt und gleichzeitig Kosten reduziert werden. Auch im Personalbereich ergeben sich Vorteile, da individuelle Bedürfnisse auf Knopfdruck berücksichtigt werden können, was sich positiv auf die Zufriedenheit auswirkt.

Anexia Rail zeigt, wie Digitalisierung, Mobilitätswende und Fachkräftesicherung zusammenwirken. Der systemische Ansatz und die enge Zusammenarbeit verschiedener Partner machen das Projekt zu einem zukunftsweisenden und breit übertragbaren Modell.

KATEGORIE SOCIAL INNOVATION & FUTURE CHALLENGES

AfB mildtätige und gemeinnützige Gesellschaft zur Schaffung von Arbeitsplätzen für behinderte Menschen mbH:
Kreislaufwirtschaft mit Sozialem Impact

AfB erwirbt gebrauchte IT- und Mobilgeräte, überprüft sie technisch, löscht Daten, reinigt, repariert und upgradet sie und führt sie wieder dem Markt zu. Nicht wiederverwendbare Geräte werden zur Gewinnung von Ersatzteilen genutzt, der Rest wird recycelt. Mit Ende 2025 waren 30 % der Mitarbeitenden Menschen mit Behinderungen. Die Verlängerung der Nutzungsdauer von IT- und Mobilgeräten führt zu einer Reduzierung von Ressourcen-, Energie- und Wasserverbrauch, zu einer Senkung von CO₂-Emissionen und weniger Elektroschrott. Gleichzeitig stärkt inklusive Beschäftigung die Qualifikation und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen.

Die Wirkungsmessung der Kerntätigkeit wurde durch zwei Studien nach ISO 14040/44 wesentlich weiterentwickelt. Diese analysierten die ökologischen Effekte von Refurbishment und Recycling, wie sie bei der AfB in Wien und Klagenfurt umgesetzt werden. Die Ergebnisse dienen der Bewertung der ökologischen Wirkung des Unternehmens und seiner Partnerschaften, der Information von Kund:innen, dem Reporting und der Nachhaltigkeitskommunikation sowie als Grundlage für strategische Entscheidungen und Projekte.

AfB überzeugt die TRIGOS-Jury durch die Verbindung von Wiederverwendung und Recycling von IT- und Mobilgeräten mit der Schaffung inklusiver Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen. Mit der konsequent wirkungsorientierten Weiterentwicklung des Kerngeschäfts adressiert das Unternehmen zentrale Herausforderungen wie Ressourcenschonung, Elektroschrottvermeidung und gesellschaftliche Teilhabe und zeigt, wie ökologische und soziale Nachhaltigkeit über viele Jahre zusammenwirken können.

CIC Carinthian International Center Service GmbH:
"Dual Career Program" - Karriereprogramm für internationale qualifzierte Doppelkarrierepaare

Die CIC Carinthian International Center Service GmbH unterstützt Unternehmen dabei, internationale Fachkräfte und deren Familien nachhaltig in Kärnten zu integrieren. Durch die enge Zusammenarbeit mit Wirtschaft und öffentlichen Partnern verbindet CIC Relocation-Begleitung, Arbeitsmarktintegration, Sprachförderung und Netzwerkformate. Ziel ist es, qualifizierte Zuwanderung wirksam zu gestalten, Fachkräfte langfristig in der Region zu halten und so einen Beitrag zur regionalen Resilienz zu leisten. Vor dem Hintergrund eines prognostizierten Rückgangs der Erwerbsbevölkerung in Kärnten um bis zu 13,8 % bzw. rund 50.000 Personen bis 2043 adressiert CIC damit eine zentrale gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderung.

Mit dem „Dual Career Program“ richtet sich CIC gezielt an Partner:innen internationaler Fachkräfte (zu 99 % qualifizierte Frauen) und unterstützt diese beim Einstieg in den Kärntner Arbeitsmarkt. Das Programm umfasst individuelle Karriereberatung, maßgeschneiderte Workshops, Sprachförderung, gezieltes Job-Matching sowie Netzwerkveranstaltungen zur sozialen Einbindung. Unternehmen investieren bis zu 15.000 Euro in die Rekrutierung einer internationalen Fachkraft. Ohne Integration des familiären Umfelds steigt das Risiko, dass diese Investition verloren geht. Genau hier setzt das Programm an und erreicht Vermittlungsquoten in den ersten Arbeitsmarkt von rund 80 Prozent.

Das Angebot adressiert eine wesentliche Ursache für das Scheitern internationaler Fachkräftezuwanderung und überzeugt durch klar messbare Ergebnisse und hohe Wirksamkeit. Es schafft konkrete berufliche Perspektiven, stärkt soziale Teilhabe und erhöht nachhaltig die Bleibewahrscheinlichkeit von Fachkräften in der Region.

Lebenshilfe Kärnten:
Projekt 27: Arbeit – Leistung – Teilhabe

Die Lebenshilfe Kärnten begleitet seit 1962 Menschen mit Behinderungen in den Bereichen Arbeit, Wohnen und Freizeit. Durch Qualifizierungsangebote und inklusive Beschäftigungsmodelle schafft die Organisation Arbeitsmöglichkeiten sowohl im eigenen Betrieb als auch am regulären Arbeitsmarkt. Ergänzt wird dieses Angebot durch Wohn- und Freizeit- sowie Beratungs- und Unterstützungsleistungen mit dem Ziel, gesellschaftliche Teilhabe, Selbstbestimmung und langfristige berufliche Perspektiven zu fördern.

Aufbauend auf der Initiative „Lohn statt Taschengeld“ wurde das Pilotprojekt „Projekt 27: Arbeit – Leistung – Teilhabe“ ins Leben gerufen. Ausgangspunkt ist die Situation, dass viele Menschen mit Behinderung überwiegend in Werkstätten auf Taschengeldbasis arbeiten – ohne sozialversicherungspflichtiges Einkommen, ohne kollektivvertragliche Absicherung und mit geringen Übergangsmöglichkeiten in den ersten Arbeitsmarkt. Das Projekt setzt genau hier an und stärkt die Qualifizierung, die individuellen Fähigkeiten, die Selbstständigkeit und Beschäftigungsfähigkeit der Menschen. Zum Zeitpunkt der Einreichung wechselten 7 von 20 Teilnehmer:innen in eine fixe, kollektivvertraglich entlohnte Beschäftigung, zwei weitere befanden sich im Übernahmeprozess.

Mit dem „Projekt 27“ werden konkrete Chancen auf regulär entlohnte Arbeit geschaffen und neue Wege für die berufliche Integration eröffnet. Das Projekt adressiert eine zentrale gesellschaftliche Herausforderung, verbessert den Zugang zu existenzsichernder Beschäftigung und erhöht die Durchlässigkeit in den Arbeitsmarkt. Ein herausragendes Projekt, das nicht nur einen Mehrwert für Menschen mit Behinderung, sondern auch für deren Familien, die beteiligten Unternehmen und die Wirtschaft insgesamt schafft.

Sonderpreis Newcomer

MOVEVO Technologies GmbH:
MOVE DAYS - Gesundheits-Challenge für Unternehmen

MOVEVO ist ein Kärntner Health-Tech-Start-up im Bereich betriebliche Gesundheitsförderung. Mit der MOVEVO App und Gesundheitschallenges unterstützt das Unternehmen Mitarbeitende dabei, Bewegung, mentale Gesundheit und Ernährung spielerisch in den Arbeitsalltag zu integrieren, und begleitet Organisationen beim Aufbau einer gesunden Unternehmenskultur.

Mit den „MOVE DAYS“ hat MOVEVO eine digitale Gesundheitschallenge entwickelt, die jährlich während der Fastenzeit stattfindet. Über 45 Tage sammeln Mitarbeitende durch Bewegung und gesunde Routinen Punkte, die gleichzeitig Spenden für soziale Projekte generieren. Das Format verbindet betriebliche Gesundheitsförderung, Teamzusammenhalt und gesellschaftlichen Beitrag in einer gemeinsamen Challenge. Umgesetzt gemeinsam mit Partnern wie dem Österreichischen Betriebssportverband und Great Place to Work, setzt das Projekt auf eine besondere Spiellogik: Statt reiner Aktivitätsmessung werden gezielt alltagstaugliche Routinen wie kurze Bewegungsprogramme oder Achtsamkeitsübungen integriert. Seit dem Start 2022 haben über 300 Unternehmen und mehr als 24.000 Mitarbeitende teilgenommen.

Die MOVE DAYS erzielen messbare gesundheitliche und soziale Wirkung und erreichen eine breite Zielgruppe. 84 % der Teilnehmenden berichten von Verbesserungen ihrer körperlichen oder mentalen Gesundheit, mehr als die Hälfte behält Routinen langfristig bei. Besonders überzeugend ist die Verbindung von persönlichem Nutzen und sozialem Engagement, die zusätzliche Motivation schafft. Das skalierbare Konzept lässt sich auf unterschiedliche Organisationen übertragen und wird bereits überregional angewendet. MOVEVO zeigt damit, wie digitale Gesundheitsförderung wirksam, niederschwellig und motivierend umgesetzt werden kann.

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gabi faber wiener

Hon. Prof. (FH) Gabriele Faber-Wiener, MBA​

Leitung Center for Responsible Management
„Der TRIGOS ist der wichtigste Preis für Nachhaltigkeit und CSR in Österreich und gleichzeitig ein Spiegel. Er zeigt auf wo wir uns auf diesem wichtigen Weg befinden. Ich habe vor sechs Jahren die Kriterien und das Juryprocedere überarbeitet und leite seither die Jurierung.
Es ist für mich immer wieder inspirierend, mit klugen und reflektierten KollegInnen die Einreichungen zu diskutieren. Bei uns müssen sich alle einigen, wir haben kein Mehrheits-, sondern Konsensprinzip, und das geht nur mit Argumenten.
Das ist eine große Herausforderung, aber gleichzeitig die Quelle für die hohe Glaubwürdigkeit des TRIGOS. Diskurs ist auch für die Zukunft der Nachhaltigkeit essenziell, nicht nur beim TRIGOS. Wir brauchen mehr Reflexion, mehr Austausch auf Augenhöhe und weniger Beharren auf Standpunkten“
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