TRIGOS 2025: Die Gewinner:innen

Aus 155 Einreichungen und 19 nominierten Unternehmen wurden die sechs Gewinner:innen des TRIGOS 2025 ermittelt, die die hochkarätige Jury in den jeweiligen Kategorien am meisten überzeugen konnten. Zusätzlich wurde ein Sonderpreis der Jury vergeben.

Die Gewinner:innen des TRIGOS 2025 wurden erstmals bei der TRIGOS-Gala verkündet, die am 2. Oktober 2025 in der Markterei (1090 Wien) stattfand. Mehr zur Gala finden Sie hier.

Das sind die Gewinner:innen des Trigos 2025:

KATEGORIE MITARBEITER:INNEN-INITIATIVEN

Kollar GmbH:
New Work trifft auf Inner Work

Kollar GmbH ist ein in sechster Generation geführtes, seit 1867 bestehendes Familienunternehmen in der Installations- und Gebäudetechnik. Geschäftsführerin Maria Kollar zeigt, dass Wirtschaft anders gehen kann – gemeinwohlorientiert, ökologisch und ökonomisch erfolgreich. Dies zeigt das Unternehmen unter anderem durch Maßnahmen wie die Sanierung der Firmen-Gebäude zum energieeffizientesten Firmengebäude Niederösterreichs und die vollständige Elektrifizierung des Angestellten- und Service-Fuhrparks. 

Mit der Übernahme 2015 wurde eine Reihe von New Work Maßnahmen eingeführt, die bereits zu großem Erfolg geführt haben. Diese werden nun in einem weiteren Schritt um Inner Work ergänzt. Das neueste Projekt legt den Fokus auf proaktive ganzheitliche Gesundheitsvorsorge und persönliche Entwicklung der Mitarbeitenden – mit dem Ziel, unbewusste, dysfunktionale Muster und Glaubenssätze zu erkennen und durch gesunde, selbstwirksame Strukturen zu ersetzen. Die Motivation dahinter ist es, Mitarbeiter:innen zu haben, die intrinsisch motiviert sind, sozial und emotional kompetent, sich ihrer Selbstwirksamkeit bewusst und gesund. Das Projekt wird seit 2023 intensiv mit externen Coaches umgesetzt. Es umfasst Gruppen- und Einzelcoachings, Persönlichkeitstests, Kommunikationstrainings sowie Körperarbeit – alles bezahlt und in der Arbeitszeit. Das Ergebnis ist eine Fluktuation von unter 2%, ein besseres Verhältnis von Umsatz und Deckungsbeitrag und eine Verdreifachung der Lehrlingsanfragen. Die Mitarbeiter:innen wachsen dadurch innerbetrieblich wie auch privat, sie haben mehr Mut und Motivation zur Mitsprache, sind laut Eigenaussage zufriedener – dies verbunden mit einer Qualitätssteigerung in der gesamten Dienstleitungspalette. 

Die Kollar GmbH zeigt damit eindrucksvoll, dass positive Veränderung in jedem Arbeitsumfeld möglich ist – und dass durch konsequentes Vertrauen in das Potenzial der Mitarbeitenden eine Unternehmenskultur entstehen kann, die individuelle Entwicklung fördert und gleichzeitig den wirtschaftlichen Erfolg stärkt.

KATEGORIE REGIONALE WERTSCHAFFUNG

Die Pflanzerei - Veganer Lebensmittelhandel GmbH:
Regionale Wertschöpfung bei pflanzenbasierten Fleischalternativen

Das Wiener Unternehmen Pflanzerei ist die erste vegane Metzgereikette in Österreich. Es wurde im Mai 2022 gegründet, um schmackhafte Alternativen zu Fleisch und Wurstklassikern der österreichischen Küche zu produzieren und damit zu zeigen, wie die Ernährungswende in Österreich konkret gelingen kann. 

Dabei ist es dem Team ein Anliegen, nicht mit erhobenem Zeigefinger zu kommen und sich gleichzeitig ständig weiterzuentwickeln. Seit drei Jahren arbeitet die Pflanzerei erfolgreich mit der Fleischerbranche zusammen. Für eine ganzheitliche Systemveränderung gehen sie nun den nächsten Schritt und erweitern ihr Produktions- und Lieferantennetzwerk um traditionell handwerkliche Gewerke: Feinkostmanufakturen und Bäckereien. Viele dieser Betriebe haben bereits die technischen Voraussetzungen für pflanzliche Alternativen, jedoch fehlt es ihnen an Know-how in Produktentwicklung und Vermarktung, um wettbewerbsfähig zu bleiben und ihr Einkommen langfristig zu sichern. Die Pflanzerei unterstützt sie mit Rezepturen, Schulungen und Vertriebsmöglichkeiten und erleichtert so den Einstieg in den Wachstumsmarkt pflanzlicher Alternativen. Gründerin Nadina Ruedl hat es sich zum Ziel gesetzt, Traditionsbetrieben den Zugang zu neuen Märkten zu erleichtern, regionale Wertschöpfung zu stärken und Beschäftigung langfristig zu sichern. Damit reduziert die Pflanzerei nicht nur den CO2-Fußabdruck um bis zu 89%, sondern treibt auch die Transformation der Lebensmittelbranche aktiv voran. 

Die Pflanzerei verbindet Innovationskraft mit regionaler Verwurzelung und gesellschaftlicher Wirksamkeit und zeigt eindrucksvoll, wie Transformation durch Zusammenarbeit und Mut zur Veränderung gelingen kann.

KATEGORIE VORBILDLICHE PROJEKTE

öKlo GmbH:
öKlo Land

öKlo, ein junges Unternehmen aus Wolkersdorf, hat erfolgreich eine ökologische Alternative im Bereich mobiler Sanitärlösungen etabliert und damit einen bemerkenswerten Wandel in der österreichischen Sanitärbranche angestoßen. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vermietet Komposttoiletten aus Holz, die ohne Wasser, Strom oder Chemie auskommen. Stattdessen werden Sägespäne als Streumaterial eingesetzt – ein Abfallprodukt, das Stoffe bindet, die sonst für Geruch sorgen würden. Mit rund 450 vermieteten Toiletten spart öKlo jährlich über 59 Millionen Liter Wasser, vermeidet 12 Tonnen CO₂ sowie 59 MWh Strom – und beweist, dass ökologische Wirkung, technologische Umsetzbarkeit und wirtschaftlicher Erfolg vereinbar sind.

Mit der Initiative „öKlo Land“ geht das Unternehmen konsequent den nächsten Schritt und will eine geschlossene Kreislaufwirtschaft realisieren. In Zusammenarbeit mit Gemeinden, Forschungseinrichtungen wie der BOKU, Umweltorganisationen und Netzwerken wie NetSan arbeitet das Unternehmen an der Entwicklung nachhaltiger Lösungen für die Kreislaufwirtschaft. Ziel ist es, menschliche Abfälle nicht als Problem, sondern als Ressource zu betrachten und sie in wertvolle Produkte wie Biogas, Düngemittel und Baustoffe zu verwandeln – bei gleichzeitiger Erzeugung erneuerbarer Energie. 

öKlo zeigt eindrucksvoll, wie ökologische Innovationen, gepaart mit Unternehmergeist und Verantwortung, etablierte Systeme herausfordern und neue Standards setzen können. 

KATEGORIE KLIMASCHUTZ

Laufen Austria GmbH:
Weltweit erster elektrischer Tunnelofen für Sanitärkeramik

Die LAUFEN Austria GmbH ist Spezialist für Badezimmer und Österreichs einziger Hersteller von Sanitärkeramik. Das Unternehmen hat seine Hauptniederlassung im niederösterreichischen Wilhelmsburg und legt großen Wert auf umweltbewusstes Wirtschaften. LAUFEN verfolgt klare Ziele zur Reduktion von Erdgasverbrauch, Abfallvermeidung und Wiederverwertung von Produktionsabwässern. 

Mit dem weltweit ersten elektrischen Tunnelofen für Sanitärkeramik setzt LAUFEN Austria einen Meilenstein in der Industrie. Die Herstellung von Keramik ist traditionell sehr energieintensiv und basiert bislang fast ausschließlich auf der Nutzung von Erdgas. Nach fünf Jahren Entwicklungszeit konnte in Gmunden erstmals ein elektrischer Tunnelofen in Betrieb genommen werden. Bei geeigneten Bedingungen kann die benötigte Menge an Energie mit Photovoltaik-Anlagen komplett selbst erzeugt werden. Zusätzlich benötigt die neue Technologie mit Elektrizität eine deutlich geringere Energiemenge für die gleiche Brennleistung. Das Projekt senkt nicht nur die CO2-Emissionen signifikant, sondern zeigt die Machbarkeit einer klimafreundlichen Zukunft für eine gesamte Industrie.

Mit dem Projekt hat LAUFEN gezeigt, wie industrielle Prozesse zukunftsfähig gestaltet werden können. Der elektrische Tunnelofen ist eine Pionierleistung und hat ein enormes Replikationspotenzial – sowohl konzernintern als auch für verwandte Branchen wie die Ziegelindustrie. Die große ökologische Wirkung, das hohe Innovationsniveau und die Vorbildwirkung für die Branche machen dieses Projekt zu einem echten Game-Changer. 

KATEGORIE INTERNATIONALES ENGAGEMENT

Crowd4Projects GmbH:
Klimja

Klimja ist die führende Crowdinvestment-Plattform für Klimaschutzprojekte in Österreich und Deutschland. Seit knapp zehn Jahren ermöglicht sie Privatanleger:innen sowie Unternehmen, in ausgewählte Projekte zu investieren, die nachweislich ökologische und soziale Wirkung entfalten. Im Zentrum steht dabei der Gedanke, dass jede Investition drei Dimensionen haben soll: eine finanzielle, eine ökologische und eine soziale. 

Zusätzlich setzt das Unternehmen stark auf Aufklärung und Bewusstseinsbildung. So wurde beispielsweise die Klimja Investment Akademie ins Leben gerufen – ein kostenloser E-Mail-Kurs mit begleitendem Webinar, der interessierten Anleger:innen Hintergrundwissen über nachhaltige Geldanlagen vermitteln soll. Neben Projekten in Europa können Investor:innen auch in Klimaschutzprojekte in Afrika, Asien und Lateinamerika investieren. So wurden beispielsweise über Kilmanja 802.000 Euro in das Projekt „Abyssinia Awasi I – Solarstrom für saubere Stahlproduktion“ investiert. Damit wird die grüne Transformation eines der größten Stahlproduzenten in Ostafrika unterstützt.

Bis Ende 2024 wurden 30 Klimaschutzprojekte mit einem Gesamtvolumen von 7,3 Mio. Euro finanziert, wodurch rund 29.600 Tonnen CO₂ eingespart, fast 6.000 MWh erneuerbarer Strom produziert und über 13.000 Menschen positiv beeinflusst wurden. Damit zeigt das Unternehmen, dass verantwortungsvolle Geldanlage mit messbarem ökologischem und sozialem Mehrwert möglich ist und dass privates Kapital eine treibende Kraft im Kampf gegen Klimakrise und soziale Ungerechtigkeit sein kann.

KATEGORIE SOCIAL INNOVATION & FUTURE CHALLENGES

Rhomberg Bau GmbH:
Die größte Waschmaschine Österreichs

Rhomberg Bau ist ein 1886 gegründetes Vorarlberger Bauunternehmen und in allen Phasen des Bauens tätig – von der Rohstoffgewinnung bis zum Rückbau. Nachhaltigkeit ist bei Rhomberg im Kerngeschäft verwurzelt. Durch Maßnahmen wie den Einsatz regionaler und kreislauffähiger Materialien, die Optimierung von Bauprojekten hinsichtlich Energieeffizienz und Klimaresilienz, sowie die Zusammenarbeit mit Partnern entlang der gesamten Wertschöpfungskette setzt Rhomberg Maßstäbe für verantwortungsvolles Bauen.

Die von Rhomberg entwickelte Nassaufbereitungsanlage ist die größte und modernste Recyclinganlage ihrer Art in Österreich. Sie wurde gebaut, um ein zentrales Problem der Branche zu lösen: Stark verschlammter Bodenaushub war bislang nur schwer oder gar nicht wiederverwertbar und landete meist auf Deponien. Das bedeutet großen Ressourcenverlust sowie hohe Kosten. Die Nassaufbereitungsanlage ermöglicht erstmals, stark verschlammten Aushub kostengünstig, energieeffizient und mit minimalem Wasseraufwand in hochwertiges Primärmaterial zu recyceln. Besonders innovativ ist der Waschprozess, der auch stark verschmutztes Material trennen und aufbereiten kann. Die Anlage steht nicht nur Rhomberg selbst zur Verfügung, sondern der ganzen Region. Jedes Bauunternehmen im Rheintal kann seinen Aushub dort recyceln. Bereits im zweiten Betriebsjahr konnten rund 190.000 Tonnen Aushub recycelt werden, was die Relevanz und Akzeptanz des Projekts deutlich unterstreicht.

Rhomberg hat ein hohes Maß an Selbstreflexion gegenüber den Umweltfolgen der Baubranche und geht diese aktiv an. Die Nassaufbereitungsanlage – Die größte Waschmaschine Österreichs – ist ein Innovatives Projekt zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und verbessert nicht nur die eigene Bilanz des Unternehmens, sondern stärkt die gesamte Region auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit.

TRIGOS-SONDERPREIS

Technisches Museum Wien :
Klima. Wissen. Handeln!

Mit der Ausstellung „Klima. Wissen. Handeln!“ setzt das Technische Museum Wien neue Maßstäbe in der Vermittlung komplexer Umwelt- und Klimathemen und erhält für sein innovatives Bildungskonzept zur Nachhaltigkeit den TRIGOS-Sonderpreis. Die Dauerausstellung informiert auf mehr als 600 m2 über die Ursachen und Auswirkungen der Klimakrise, stellt Bezüge zu Biodiversität, Ressourcenknappheit und gesellschaftlichem Wandel her und zeigt konkrete Handlungsoptionen auf. Interaktive Stationen und inspirierende Positivbeispiele machen deutlich, wie gemeinsames Handeln Veränderungen bewirken kann – und stärken die individuelle Handlungskompetenz.

Mit jährlich rund einer halben Million Besucher:innen – insbesondere Kinder und Jugendliche – leistet das Museum einen bedeutenden Beitrag zur Bewusstseinsbildung und gesellschaftlichen Transformation. Die Ausstellung steht exemplarisch für eine erlebnisorientierte Bildung, die Wissen mit Handlungsfähigkeit verbindet – und hat damit nicht nur eine starke Vorbildwirkung, sondern setzt auch einen wichtigen Grundstein in der Bildung für Nachhaltigkeit.

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gabi faber wiener

Hon. Prof. (FH) Gabriele Faber-Wiener, MBA​

Leitung Center for Responsible Management
„Der TRIGOS ist der wichtigste Preis für Nachhaltigkeit und CSR in Österreich und gleichzeitig ein Spiegel. Er zeigt auf wo wir uns auf diesem wichtigen Weg befinden. Ich habe vor sechs Jahren die Kriterien und das Juryprocedere überarbeitet und leite seither die Jurierung.
Es ist für mich immer wieder inspirierend, mit klugen und reflektierten KollegInnen die Einreichungen zu diskutieren. Bei uns müssen sich alle einigen, wir haben kein Mehrheits-, sondern Konsensprinzip, und das geht nur mit Argumenten.
Das ist eine große Herausforderung, aber gleichzeitig die Quelle für die hohe Glaubwürdigkeit des TRIGOS. Diskurs ist auch für die Zukunft der Nachhaltigkeit essenziell, nicht nur beim TRIGOS. Wir brauchen mehr Reflexion, mehr Austausch auf Augenhöhe und weniger Beharren auf Standpunkten“