TRIGOS Österreich 2024: Das sind die Nominierten

KATEGORIE INTERNATIONALES ENGAGEMENT

MANI BLÄUEL GMBH: Grenzenlos – Nachhaltiges Wirtschaften Hand in Hand

Die Mani Bläuel GmbH ist ein Familienunternehmen mit Sitz in Wien, das seit über vier Jahrzehnten im biologischen Olivenanbau in der Region Mani in Griechenland tätig ist. Sie setzte von Beginn an auf nachhaltige Anbaumethoden und faire Produktionsbedingungen. Die Zertifizierung im Fair-Trade-Bereich sowie das langjährige Engagement für ökologische Landwirtschaft zeugen von einer tief verwurzelten Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft.

Das nachhaltige Geschäftsmodell von Mani sichert über 300 Familien in der Region ein stabiles Einkommen und trägt damit zur wirtschaftlichen Stabilität und Abwanderungsbekämpfung bei. Durch eine ganzheitliche Betrachtung von Umwelt, Sozialem und Wirtschaft sowie eine konsequente Umsetzung von Nachhaltigkeitsprinzipien prägt das Unternehmen die gesamte Agrarwirtschaft.

Die langjährige und stetige Entwicklung von Mani Bläuel sowie der positive Einfluss auf regionale Wirtschaft, Gesellschaft, Umwelt und Biodiversität verdienen höchste Anerkennung und eine Nominierung für ihren wegweisenden Beitrag zum nachhaltigen Wirtschaften.

WINDKRAFT SIMONSFELD AG: Stärkung des Photovoltaiksektors in Togo

Die Windkraft Simonsfeld AG ist ein führendes Unternehmen der Stromproduktion aus Wind- und Sonnenenergie und deckt mit 700 GWh jährlich den Bedarf von 175.000 Haushalten in Österreich. Das Unternehmen setzt sich nicht nur in Österreich für Energiewende und Klimaschutz ein, sondern auch in anderen Regionen der Welt.

In Togo unterstützt das Unternehmen in Zusammenarbeit mit der Urbis Foundation ein Projekt zur Stärkung des Photovoltaiksektors. Die Initiative umfasst die Einrichtung eines modernen Solar-Weiterbildungszentrums, in dem Auszubildende praktische Erfahrung sammeln und unternehmerische Fähigkeiten entwickeln können. Durch die Praxiserfahrung erhalten die Absolvent*innen die Möglichkeit, ihr Wissen in die Tat umzusetzen und einen Beitrag zur Energieversorgung des Landes mit erneuerbaren Energien zu leisten.

Der innovative Ansatz, Fachkräfte in Togo auszubilden, zeigt, dass Windkraft Simonsfeld Klimaschutz global denkt, indem es die lokale Bevölkerung nachhaltig unterstützt und stärkt. Dieser Ansatz fördert nicht nur die Produktion bezahlbarer und sauberer Energie, sondern verfolgt auch einen sinnvollen Entwicklungsansatz, der die wirtschaftliche und soziale Stabilität der Region verbessert.

SAUBERMACHER DIENSTLEISTUNGS AG: ÖPP Projekt mit Tetovo

Die Feldkirchner Saubermacher Dienstleistungs AG ist ein internationales Recyclingunternehmen, das sich auf Sammlung, Verwertung und Entsorgung von Abfällen spezialisiert hat. Mit ihrer Unternehmensvision „Zero Waste“ strebt Saubermacher danach, immer neue Lösungen zu entwickeln, Stoffkreisläufe zu schließen und Verwertungsquoten zu steigern. Diese Bemühungen erstrecken sich auch auf Kooperationen mit anderen Ländern.

Das Joint Venture „Saubermacher Tetovo“ zwischen der Stadt Tetovo in Nordmazedonien und Saubermacher hat zum Ziel, Sauberkeit und Hygienebedingungen für die rund 90.000 Einwohner*innen von Tetovo zu verbessern. Angesichts massiven Litterings und großen Problemen bei der Abfallentsorgung ist eine geordnete Müllsammlung essenziell. Saubermacher leistet durch Sensibilisierungskampagnen und Aufklärungsarbeit dabei einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung einer modernen und nachhaltigen Abfallwirtschaft in der Region.

Besonders hervorzuheben ist die umfassende Bewusstseinsbildung sowie das vorbildliche Stakeholdermanagement. Saubermacher informiert und schult die Bevölkerung, involviert sie aktiv und bietet praktische Hilfestellungen. Die Initiative von Saubermacher hat nicht nur vor Ort einen Mehrwert geschaffen, sondern dient auch als mögliches Vorbild für andere Städte und Gemeinden.

KATEGORIE REGIONALE WERTSCHAFFUNG

RAIFFEISENLANDESBANK BURGENLAND UND REVISIONSVERBAND EGEN: Raiffeisen Nachhaltigkeitsinitiative Burgenland

Die Raiffeisenlandesbank Burgenland und Revisionsverband eGen, mit ihrer „Raiffeisen Nachhaltigkeitsinitiative Burgenland“, zeigt vorbildlich, wie regionale Nachhaltigkeit und Klimaziele durch gemeinschaftliche Energiegenossenschaften erreicht werden können. Die Initiative fördert aktiv ökologische und wirtschaftliche Nachhaltigkeit in der Region, indem sie die Gründung von 19 Energiegenossenschaften unterstützt. Diese Genossenschaften bieten nicht nur eine Plattform für den Beitritt jeder Bürger*in zur regionalen Energiewende, sondern stärken auch die regionale Wirtschaft und fördern die CO2-Reduktion.

Das flächendeckende Netzwerk der 19 Energiegenossenschaften ermöglicht es den Bürger*innen im Burgenland, ihre eigenen Strompreise festzulegen und durch erneuerbare Stromproduktion Resilienz gegen externe Einflüsse zu schaffen. Die Initiative trägt nicht nur zur Bekämpfung der Klimakrise bei, sondern belebt auch die regionalen Wirtschaftskreisläufe und fördert gesellschaftliche Effekte.

Die Raiffeisen Nachhaltigkeitsinitiative Burgenland verdient Anerkennung für ihre wegweisende Rolle in der Förderung nachhaltiger Energieerzeugung und wirtschaftlicher Entwicklung auf regionaler Ebene. Ihre ganzheitliche Herangehensweise und ihre beispielhafte Umsetzung haben Vorbildcharakter und zeigen, wie gemeinschaftliche Initiativen einen bedeutenden Beitrag zur Erreichung von Klimazielen leisten können.

KÄRNTNERMILCH REG. GEN.M.B.H.: Der Positivkreislauf der Kärntnermilch

Die Kärntnermilch, gegründet 1928 als Genossenschaft, hat sich einen Ruf als verantwortungsbewusstes Unternehmen erarbeitet, das sich der nachhaltigen Bewirtschaftung von Kärntens Milchressourcen verschrieben hat. Ihre Initiativen zur Förderung von Qualität, Regionalität und Umweltbewusstsein stehen im Zentrum ihres Handelns. Zertifiziert nach ISO 14001 und EMAS, startete sie bereits 1994 mit der Herstellung von Bioprodukten und engagiert sich seit den 90er-Jahren für Klima-, Artenschutz und Biodiversität.

Der Betrieb hat einen beeindruckenden „Positivkreislauf“ entwickelt, der essentielle Umweltthemen wie Klima und Biodiversität integriert. Projekte wie Bio-Wiesenmilch und Genuss-Meiereien demonstrieren eindrucksvoll, dass ökologisches Bewusstsein und wirtschaftlicher Erfolg vereinbar sind. Die Kärntnermilch hat mit ihren Genuss-Meiereien ein Konzept geschaffen, das nicht nur die Tradition der Milchverarbeitung hervorhebt, sondern auch eine langfristige Vision im Biobereich verfolgt. Diese Initiativen stärken die regionale Wertschöpfung und verhindern gleichzeitig die Abwanderung aus den ländlichen Regionen.

Die Kärntnermilch fungiert durch ihre innovativen Ansätze und nachhaltigen Praktiken als Vorbild für andere Molkereien. Ihr Erfolg in der Integration von Umweltschutz, Regionalität und Qualität kann der Branche helfen, ähnliche Initiativen umzusetzen und einen positiven Wandel in der Milchverarbeitungsindustrie zu bewirken.

NATURSCHUTZHOF GOING ARTENREICH: Naturschutzhof Going Artenreich

Der Naturschutzhof Going Artenreich in Tirol vereint Landwirtschaft, Tourismus und Bildungsarbeit zu einem einzigartigen Konzept. Seit fast einem Jahrzehnt wird der 2 Hektar große Hof bewirtschaftet, wobei der Erhalt und die Förderung der Artenvielfalt im Mittelpunkt stehen. Der einst renovierungsbedürftige Bauernhof mit einer intensiv genutzten Fläche wurde zu einem ökologisch wertvollen Naturschutzhof umgewandelt. Der Betrieb initiiert jedes Jahr neue Naturschutzprojekte und überprüft sorgfältig jeden Arbeitsschritt auf seine Auswirkungen auf die Biodiversität.

Der Hof fungiert zudem als Lernort, der von verschiedenen Einrichtungen für Umweltbildungsprogramme genutzt wird. Die umfangreichen Naturschutzmaßnahmen, wie die Anlage einer Streuobstwiese, einer Trockensteinmauer, eines Naturteichs und eines Permakulturgartens sowie das Pflanzen von über 1.000 Heckenpflanzen und Bäumen, sind Beispiele für gelebten Naturschutz. Diese Projekte wurden von Expert*innen begleitet und teilweise wissenschaftlich untersucht, was ihre Wirksamkeit und Vorbildfunktion unterstreicht.

Durch die einzigartige Kombination von Naturschutzhof und Bildungseinrichtung wird der Hof zu einem inspirierenden Beispiel für Biodiversität und für die Förderung regionaler Wertschöpfung. Mit seinem ganzheitlichen Ansatz zieht der Hof nicht nur lokale Gemeinschaften an, sondern erregt auch österreichweites Interesse und etabliert sich somit als ein bedeutendes Zentrum für Nachhaltigkeit und Biodiversität.

KATEGORIE KLIMASCHUTZ

BIOHOF GEINBERG GMBH & CO. KG: Next-Gen Farming – Bio Gewächshaus der Zukunft

Seit 2022 betreibt die BIOhof Geinberg GmbH & Co. KG in Geinberg (Oberösterreich) das größte Bio-Gewächshaus für Fruchtgemüse in Österreich und setzt dabei neue Maßstäbe in der umweltfreundlichen Landwirtschaft. Das Gewächshaus wird vollständig ohne fossile Brennstoffe beheizt. Stattdessen kommen Geothermie und der Rücklauf des örtlichen Fernwärmenetzes zum Einsatz. Zur Bewässerung wird ausschließlich Regenwasser genutzt, was jährlich über 100 Millionen Liter Trinkwasser einspart. BIOhof Geinberg setzt Nützlinge zur Schädlingsbekämpfung und Hummelvölker zur Bestäubung ein, wodurch Chemikalien vermieden und die Biodiversität gefördert werden.

Mehr als 120 Mitarbeiter*innen finden ganzjährig Beschäftigung und erhalten faire Bezahlung nach österreichischem Tarif. Zusätzlich werden Wohnmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe zum Arbeitsplatz angeboten, wobei das Unternehmen etwa 70 % der Wohnkosten übernimmt.

Die Produkte werden plastikfrei verpackt und ausschließlich in Österreich verkauft, was die regionale Versorgung stärkt und Transportwege sowie Umweltbelastungen reduziert. Das Unternehmen engagiert sich intensiv in der Aufklärungsarbeit und sensibilisiert die Bevölkerung, insbesondere Schulen und Bildungseinrichtungen, für die Notwendigkeit einer nachhaltigen und regionalen Bio-Produktion. Als Vorzeigeunternehmen in der europäischen Gemüseproduktion zeigt BIOhof Geinberg, dass Landwirtschaft wirtschaftlich erfolgreich und ökologisch sinnvoll sein kann.

VTU MANAGEMENT GMBH: Transformation zur nachhaltigen Produktion durch modellbasierte Regelung und Echtzeit-Rezeptoptimierung

Die VTU Gruppe ist Vorreiter in der Entwicklung von Prozessanlagen für die Industrie und bietet Dienstleistungen von der Planung bis zur Inbetriebnahme vor Ort an. Mit ressourcenschonenden und energiesparenden Technologien tragen die entwickelten Anlagen erheblich zur Emissionsreduktion und nachhaltigen Produktion bei.

Im Rahmen eines innovativen Projekts in der Zementindustrie konnten die prozessbedingten CO2-Emissionen um bis zu 30-50% gesenkt werden. Ein benutzerfreundliches Webportal ermöglicht die Echtzeit-Überwachung und Steuerung der Prozesse, was die Effizienz und Nachhaltigkeit der Produktion deutlich verbessert. Dies führt sowohl zu Kostensenkungen als auch zu einer erheblichen Emissionsreduktion.

In einer Branche, die traditionell sehr hohe Emissionen aufweist, ist dieses Projekt ein bedeutender Fortschritt. Es kombiniert innovative Prozesssteuerungskonzepte und Rezeptoptimierung, um die Prozesskontrolle zu verbessern und die Qualität des Endprodukts zu sichern. VTU demonstriert eindrucksvoll, wie gezielte Maßnahmen in der Prozessindustrie bedeutende Beiträge zum Klimaschutz leisten können. Die entwickelten Methoden sind auf andere Industriezweige übertragbar und zeigen, wie nachhaltige Produktion durch intelligente Systeme umgesetzt werden kann. Damit unterstützt die VTU Gruppe aktiv die Erreichung der EU-Taxonomie-Umweltziele, insbesondere im Bereich Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft.

MPREIS WARENVERTRIEBS GMBH: Klimaneutrale Fernwärme Völs

Die MPREIS Warenvertriebs GmbH, ein traditionsreiches Familienunternehmen aus Völs, Tirol, betreibt über 270 Lebensmittelmärkte und spielt eine bedeutende Rolle als Nahversorger in der Region. MPREIS setzt zahlreiche Maßnahmen zum Klimaschutz um und stellt sich damit einer der größten Herausforderungen für Händler: der Reduktion direkter Emissionen.

Am Produktionsstandort Völs betreibt MPREIS eine innovative kaskadierte Ammoniak-Kälteanlage und eine Wasserstoffproduktionsanlage. Diese Anlagen erzeugen Abwärme, die bisher ungenutzt blieb, nun aber durch den Einsatz einer Großwärmepumpe effizient genutzt wird. Dieses Abwärmeprojekt ist wegweisend, da es zwei verschiedene Wärmequellen mit unterschiedlichen Temperaturen kombiniert und eine vollautomatische Umschaltung zwischen ihnen ermöglicht. Durch diese Art der Steuerung können die verschiedenen Anforderungen des Wärmebedarfs effizient gedeckt werden. Diese innovative Technologie ermöglicht es, jährlich ca. 11 Millionen kWh Erdgas und 2,47 Millionen kg CO2 einzusparen, wobei ausschließlich 100% erneuerbarer Ökostrom verwendet wird.

Die Kombination verschiedener Technologien und die Automatisierung der Wärmenutzung sind transformative Ansätze, die einen nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. MPREIS demonstriert durch dieses Projekt einen klaren und entschlossenen Weg zur Dekarbonisierung und setzt neue Maßstäbe für die Branche.

LEGERO SCHUHFABRIK GMBH: Eco-Datenbank - CO₂-Fußabdruck sichtbar machen

Die LEGERO Schuhfabrik Gesellschaft m.b.H., Teil von legero united, entwickelt und produziert hochwertige Schuhe für Kinder, Damen und Herren. Mit einer in der Unternehmensstrategie verankerten Nachhaltigkeitsagenda verfolgt Legero ambitionierte Ziele zur Erhöhung der Transparenz und zur Reduktion von Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

LEGERO hat eine wegweisende Eco-Datenbank entwickelt, die es ermöglicht, den ökologischen Fußabdruck jedes produzierten Schuhs präzise zu berechnen. Diese Datenbank umfasst über 10.000 Datensätze und enthält detaillierte Informationen zu allen eingesetzten Materialien, deren genaue Zusammensetzung und Herkunft sowie zu den Lieferanteninformationen. Dies ermöglicht eine präzise Berechnung der Umweltauswirkungen, einschließlich THG-Emissionen, Wasser- und Ressourcenverbrauch. Durch die Eco-Datenbank kann LEGERO gezielt klimaschädliche Materialien identifizieren und durch umweltfreundlichere Alternativen ersetzen.

Die Eco-Datenbank ermöglicht es, alle Aktivitäten nachvollziehbar zu machen. Dies ist besonders bedeutsam in einer Zeit, in der Lieferkettenprobleme eine große Herausforderung darstellen. LEGERO setzt damit neue Standards für Transparenz und Verantwortung und dient als möglicher Vorreiter für andere Unternehmen.

KATEGORIE MITARBEITER*INNEN-INITIATIVEN

PURKARTHOFER EIS: Wir leben New Work

Der steirische Eissalon Purkarthofer ist ein KMU, das Nachhaltigkeitsherzen zum Schmelzen bringt. Purkarthofer zeigt seine besondere Ambition in Bezug auf verantwortungsvolles Wirtschaften, indem es nicht nur Nachhaltigkeit, sondern ganzheitliche Regeneration und Kreislaufdenken in seine Produktlinien einbindet. Frei nach dem Motto „Profit ist nicht mehr Ziel, sondern Ergebnis gemeinschaftlichen Handelns“, hat es der Betrieb geschafft, einen Kulturwandel anzustoßen.

Eine holokratische Strukturierung des Unternehmens, die Zusammenarbeit mit einem Coach sowie Transparenz und sogar Mitbestimmung bei Löhnen füllen das Zauberwort “New Work” mit Leben. Besonders in einem saisonalen Betrieb wie diesem zeugt diese ganzheitliche Art des Wirtschaftens von Mut. Die Tatsache, dass es dem Team gelingt, in einem Konsumgut wie Eis so viel Information und Werte zu vermitteln, ist lobenswert und hat hohes Inspirationspotenzial.

Die Kombination aus Selbstreflexion, Transparenz und Wertschätzung ist ein Modell für andere Unternehmen, welches es ihnen ermöglichen kann, Mitarbeiter*innen zu fördern, zu integrieren und zu binden. Purkarthofer Eis ist damit in Österreich ein Vorzeigeunternehmen, das vieles in Bewegung bringen kann.

JULIUS BLUM GMBH: "Wir bei Blum fahren Bus & Rad" – Blum steigert umweltfreundliche Mobilität um 10 % in 2 Jahren

Der Vorarlberger Betrieb Julius Blum GmbH ist einer der Weltmarktführer für Möbelbeschläge. Er beliefert über 120 Märkte und beschäftigt weltweit 9300 Mitarbeitende, 6800 davon allein in Vorarlberg.  Blum setzt sich kritisch mit seinem energieintensiven Tätigkeitsfeld auseinander und stellt sich seiner ökologischen Verantwortung mit effektiven Nachhaltigkeitsmaßnahmen wie zum Beispiel die Forschung zu CO2-ärmeren Produkten oder die Einforderung von hohen Standards in puncto Arbeitsbedingungen, Umwelt oder Transparenz bei seinen Lieferant*innen.

Das Projekt „Wir bei Blum fahren Bus & Rad“ ist ein ganzheitliches Mobilitätskonzept für die Mitarbeiter*innen des Betriebs, welches Anreizsysteme, Bewusstseinsbildung, Analytik, Infrastruktur und Spaß verbindet.  Mit konkreten Maßnahmen wie einem Zuschuss für den Kauf von Fahrrädern, gratis Klimatickets gegen Parkplatzverzicht oder Fahrgemeinschaften, schraubt die Julius Blum an mehreren Schrauben und erzielt handfeste vorbildliche Änderungen in der Region.

Durch eine enge Kooperation mit unterschiedlichen Stakeholder*innen wie dem Land Vorarlberg und Gemeinden, gelang es dem Unternehmen neue Bushaltestellen auf dem Betriebsgelände errichten zu lassen. Dieses abgerundete Konzept ist somit auf die Bedürfnisse der Region angepasst und beweist klaren Vorbildcharakter.

GREINER AG: Climate Ambassador Program

Das Familienunternehmen Greiner zeichnet sich durch seine weltweite Führungsposition und Innovationskraft in der Herstellung von Kunststoff- und Schaumstofflösungen aus. Als Vorreiter in einer Branche mit großen und nicht nur positiven Umweltauswirkungen hat das Unternehmen eine strategische Verpflichtung zur Nachhaltigkeit übernommen und integriert diese aktiv in sein Kerngeschäft. Mit dem klaren Ziel, bis 2030 eine kreislauforientierte Wirtschaft zu realisieren, ergreift Greiner konkrete Maßnahmen wie die Reduzierung des Materialeinsatzes durch Mehrwegnutzung und die Förderung der Recyclingfähigkeit.

Besonders hervorzuheben sind Greiners wissenschaftsbasierte Klimaziele und die Kopplung von Finanzprodukten an die unternehmenseigene Nachhaltigkeitsperformance. Diese Initiative geht über die gesetzlichen Anforderungen hinaus und zeigt das Engagement des Unternehmens für soziale, wirtschaftliche und ökologische Nachhaltigkeit sowie ein vorbildliches Lieferkettenmanagement.

Mit dem „Climate Ambassador Program“ ermöglicht Greiner seinen Mitarbeiterinnen, Kompetenzen im Bereich Klimaschutz aufzubauen und als Multiplikator*innen aktiv zu werden. Dieses Projekt fördert den Austausch zwischen den Mitarbeiter*innen verschiedener Hierarchieebenen und Sparten, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten und voneinander zu lernen. Durch seine Mitarbeiterorientierung und das Potenzial zur Replikation verdient Greiner Anerkennung für seine Initiative im Bereich der Unternehmensnachhaltigkeit.

KATEGORIE SOCIAL INNOVATION & FUTURE CHALLENGES

LÖFFLER GMBH: Supply Chain Transparency

Löffler ist ein oberösterreichischer Hersteller von Ausdauersportbekleidung, der sich auf die Bereiche Bike, Nordic Sports, Mountainsports und Skitouring spezialisiert hat. Das Unternehmen setzt auf Produktion in Europa und verfolgt das Ziel, in einer oft für intransparente Lieferketten und problematische Arbeitsbedingungen kritisierten Branche hohe Nachhaltigkeitsstandards sicherzustellen.

Durch die Entwicklung eines Verhaltenskodex für seine Lieferanten und die Kooperation mit der Plattform „retraced“ zur Darstellung der Lieferketten ermöglicht Löffler eine strenge Kontrolle der Produktionsprozesse und gewährleistet hohe Nachhaltigkeitsstandards. Bisher wurden 81 Produkte offengelegt und OEKO-TEX MADE IN GREEN zertifiziert. Ein QR-Code am Produktanhänger erlaubt es den Kund*innen, alle Details der Lieferkette einzusehen – von den Lieferanten und Produktionsschritten bis hin zu verwendeten Nachhaltigkeitssiegeln. So können Kund*innen ihre Kaufentscheidung auf Basis umfassender Informationen treffen. Die auf der Plattform gesammelten Daten können von anderen Marken und Herstellern genutzt werden, was die Transparenz und Nachhaltigkeit in der gesamten Branche fördert.

Durch diese Maßnahmen zeigt Löffler, dass eine verantwortungsvolle und transparente Textilproduktion möglich ist und setzt damit ein wichtiges Zeichen in der Branche. Das Unternehmen bietet nicht nur seinen Kunden einen erheblichen Mehrwert, sondern leistet auch einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Standards in der Textilindustrie.

BIT MEDIA EDUCATION SOLUTIONS GMBH: digi.skills

Bit Media Education Solutions ist ein EdTech-Unternehmen, das sich für die Digitalisierung von Bildung und Verwaltung einsetzt. Mit einem Fokus auf die Modernisierung von Bildungseinrichtungen und der Bereitstellung effizienter Tools für Lehrkräfte, Schüler*innen und Verwaltungspersonal spielt das Unternehmen eine entscheidende Rolle in der Transformation des Bildungssektors.

Durch sein Projekt „digi.skills“ hat das Unternehmen eine wegweisende digitale Lernplattform geschaffen, die nicht nur individuelle Lernbedürfnisse adressiert, sondern auch als Grundlage für die Digitale Schule und Digitales Österreich dient. Die Plattform bietet einen individuellen und barrierefreien Zugang für jeden Lernenden, unabhängig von Geschlecht, Alter oder Vorkenntnissen. Diese inklusive Herangehensweise ist ein wichtiger Schritt hin zu Chancengleichheit und sozialer Durchlässigkeit.

Bit media education solutions geht mit digi.skills über die bloße Bereitstellung von Lerninhalten hinaus. Sie schaffen eine Basis für die digitale Transformation im Bildungssektor und setzen damit einen wichtigen Impuls für die Zukunftsfähigkeit von Bildungseinrichtungen und der Gesellschaft im Ganzen. Bit Media Education Solutions nimmt hierbei eine Vorreiterrolle ein, indem sie innovative Technologien und Systeme entwickelt, die den raschen Wandel in der IT- und Softwarebranche adressieren und gleichzeitig die Akzeptanz für digitale Innovationen fördern.

HARTMANN ÖSTERREICH: Bacillol Zero - Start in eine grünere Zukunft der Flächendesinfektion

Hartmann Österreich bietet Medizin- und Pflegeprodukte sowie Dienstleistungen an, insbesondere im Inkontinenzmanagement, der Wundversorgung und der Infektionsprävention. Ziel ist es, die Sicherheit von medizinischem Fachpersonal und Patienten zu verbessern und das Infektionsrisiko zu verringern.

Das Unternehmen hat mit der Entwicklung von Bacillol® Zero Tissues innovative Desinfektionstücher geschaffen, die eine hohe Wirksamkeit bei der Schnelldesinfektion patientennaher Flächen bieten. Die Desinfektionstücher sind nicht nur wirksam, sondern auch nachhaltig konzipiert. Das Tuchmaterial besteht zu 100 % aus plastikfreier Cellulosefaser aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern, während die Verpackung vollständig recycelbar ist. Mit Bacillol® Zero Tissues hat Hartmann Österreich einen bedeutenden Beitrag zur Reduzierung der Umweltauswirkungen im Gesundheitswesen geleistet. Die Tücher haben einen bis zu 75 % geringeren CO2-Fußabdruck im Vergleich zu herkömmlichen Desinfektionstüchern. Dieser Ansatz setzt einen wichtigen Maßstab für die Branche und zeigt, wie Umweltschutz und medizinische Versorgung Hand in Hand gehen können.

Vor dem Hintergrund zunehmender Herausforderungen im Gesundheitswesen, insbesondere im Bereich der Infektionsprävention, ist das Projekt von Hartmann Österreich von großer Bedeutung. Es bietet nicht nur eine Lösung für ein akutes Problem, sondern setzt auch neue Standards für nachhaltige Innovationen im Gesundheitssektor.

KATEGORIE VORBILDLICHE PROJEKTE

HENRIETTE STADTHOTEL: Mission Mikroplastik & Wasserschutz im privat geführten Stadthotel

Das Henriette Stadthotel ist ein familiengeführtes Hotel in Wien, das sich in der Pandemie neu erfunden hat. Als erstes Gemeinwohl-Hotel der Stadt leistet das Henriette Stadthotel Pionierarbeit und beweist, dass Nachhaltigkeit auch in urbanen Gebieten erfolgreich umgesetzt werden kann. Dabei zeichnet sich das Hotel durch einen gründlichen und breit durchdachten Zugang zu den Herausforderungen der Nachhaltigkeit aus.

Dieser umfasst zum Beispiel die Reinigung ohne jegliche Chemikalien, die Verwendung von Naturmaterialien und die Förderung umweltfreundlicher Anreisemöglichkeiten für Gäste und Mitarbeiter:innen. Letzteres inkludiert eine eigene  Green Rate, kostenlose Fahrradgaragen und gratis Öffi-Jahreskarten. Damit setzt das Hotel im Mobilitätsbereich Maßstäbe für die gesamte Hotelbranche. Darüber hinaus bezieht es zu 100% Ökostrom und nutzt eine Wärmepumpe mit einer innovativen Wärmerückgewinnungsanlage für Heizung, Kühlung und Warmwasser. Diese Maßnahmen helfen dabei, den CO2-Ausstoß zu minimieren und die Energieeffizienz zu maximieren.

Das Henriette Stadthotel  betrachtet Nachhaltigkeit als einen fortlaufenden Prozess der Transformation. Diese Haltung zeugt von einer langfristigen Selbstverpflichtung zur Nachhaltigkeit und einem kontinuierlichen Streben nach Verbesserung. Henriette macht umfassende Nachhaltigkeit erleb- und messbar und zeigt, dass auch kleine, privat geführte Unternehmen einen großen Beitrag leisten können.

BRANTNER GREEN SOLUTIONS: Unser Störstoffscanner

Mit einem klaren Fokus auf die Schließung von Lücken in der Kreislaufwirtschaft ist Brantner Green Solutions ein wichtiger Akteur in der Abfall- und Ressourcenwirtschaft. Mit dem Ziel, möglichst viele Wertstoffe durch Recycling und Upcycling einer neuen Verwendung zuzuführen, betreibt Brantner 13 Sortieranlagen, eine Biogasanlage und elf Kompostieranlagen in Europa.

Der Biomüll ist oft mit Störstoffen verunreinigt, die den Kompostierprozess stören. Zur Lösung dieses Problems entwickelte Brantner ein System zur Echtzeitbeurteilung von Müllschüttungen mittels eines Inhouse-entwickelten Störstoffscanners, basierend auf der Brantner AI.  Die Echtzeitbeurteilung eröffnet enorme Möglichkeiten für die effiziente Trennung und Weiterverarbeitung von Bioabfällen. Das Ergebnis ist eine höhere Recyclingrate und die gezielte Weiterverarbeitung von Biomüll, sei es als Kompost oder Biogas.

Durch die innovative Kombination von Nachhaltigkeit und Digitalisierung leistet Brantner damit einen wichtigen Beitrag zur effizienteren Biomüll-Trennung. Der Störstoffscanner verbessert Genauigkeit und Effizienz der Müllverarbeitung und trägt somit maßgeblich zu einer effizienteren Nutzung von Ressourcen bei. Brantner setzt auf zukunftsorientierte Forschung und Entwicklung im Bereich der künstlichen Intelligenz und verstärkt somit seinen Beitrag zur Zukunft der Abfallwirtschaft.

INFINEON TECHNOLOGIES AUSTRIA AG: Aufforstungsinitiative und Mitarbeiteraktionen

Infineon Technologies ist ein weltweit führendes Unternehmen in der Entwicklung und Herstellung von Leistungshalbleitern, die wesentlich zur Energieeffizienz und damit zu einem grünen, digitalen Wandel beitragen. Auch bei Umweltmaßnahmen außerhalb des Kerngeschäfts geht Infineon über das Notwendige hinaus und setzt sich langfristig für den Umweltschutz ein. Durch aktive Aufforstungsmaßnahmen auf 2,5 Hektar Land in Österreich werden ökologisch wertvolle Baumarten gepflanzt, die nicht nur Lebensraum für Tiere bieten, sondern auch zur langfristigen Verbesserung der Biodiversität beitragen.

Die Partnerschaft mit der ARGE Naturschutz ermöglicht eine ganzheitliche Herangehensweise an den Naturschutz, die Aufforstungsmaßnahmen sowie Kleintiermonitoring umfasst. Durch die aktive Einbindung der Mitarbeiter:innen in die Naturschutzprojekte wird nicht nur die Umwelt geschützt, sondern auch das Bewusstsein und die Begeisterung für den Naturschutz gestärkt.

Damit hat Infineon keine klassische Kompensation seiner Emissionen durchgeführt, sondern innovative Naturschutzprojekte ins Leben gerufen, die einen nachhaltigen Nutzen für die Umwelt und die lokale Gemeinschaft bieten. Mit ihrem langfristigen Engagement für den Umweltschutz und ihren innovativen Naturschutzprojekten setzt Infineon ein kraftvolles Signal für die Biodiversität und den Umweltschutz in Österreich.

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gabi faber wiener

Hon. Prof. (FH) Gabriele Faber-Wiener, MBA​

Leitung Center for Responsible Management
„Der TRIGOS ist der wichtigste Preis für Nachhaltigkeit und CSR in Österreich und gleichzeitig ein Spiegel. Er zeigt auf wo wir uns auf diesem wichtigen Weg befinden. Ich habe vor sechs Jahren die Kriterien und das Juryprocedere überarbeitet und leite seither die Jurierung.
Es ist für mich immer wieder inspirierend, mit klugen und reflektierten KollegInnen die Einreichungen zu diskutieren. Bei uns müssen sich alle einigen, wir haben kein Mehrheits-, sondern Konsensprinzip, und das geht nur mit Argumenten.
Das ist eine große Herausforderung, aber gleichzeitig die Quelle für die hohe Glaubwürdigkeit des TRIGOS. Diskurs ist auch für die Zukunft der Nachhaltigkeit essenziell, nicht nur beim TRIGOS. Wir brauchen mehr Reflexion, mehr Austausch auf Augenhöhe und weniger Beharren auf Standpunkten“