Dienstag 25. September 2018

Nominiertenbegründungen

TRIGOS Kärnten 2018

 

Vorbildliche Projekte

 

Sto Ges.m.b.H.

 

Die Sto Ges.m.b.H. leistet mit seinem Kerngeschäft, dem Wärmedämm-Verbundsystem, einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Das Unternehmen forscht seit Jahren an alternativen Fassadensystemen. Jüngstes Ergebnis, das gemeinsam mit der TU Graz entwickelt wurde: Die Fassade StoSystain®. Sie wird nicht wie üblich geklebt, sondern geklettet. Damit werden bei der Verarbeitung weniger Abwasser und Müll produziert und  wertvolle Ressourcen geschont. Mit Hilfe der Klettverbindung lässt sich die Fassade problemlos zerlegen, und die Materialien können sehr einfach wieder in Baustoffe rückgeführt werden. Die Sto Ges.m.b.H. hat die TRIGOS-Jury mit einer mutigen, zukunftsorientierten Herangehensweise an die Herausforderung Ressourcenmanagement sowie die enge Zusammenarbeit mit verschiedenen AkteurInnen aus anderen Sektoren zur Entwicklung dieses innovativen Produkts beeindruckt.

 

 

KELAG Wärme GmbH

 

Die KELAG Wärme GmbH hat die Jury mit ihrem Gesamtpaket überzeugt. Als führender Anbieter von Wärme auf Basis indirekter Abwärme und Biomasse in Österreich hat das Unternehmen nicht nur langjährige Erfahrungen in diesem Fachgebiet gesammelt, sondern sich auch intensiv mit verantwortungsvollem Wirtschaften auseinandergesetzt. Das eingereichte Projekt „Grüne Wärme aus Arnoldstein für die Menschen aus Villach“ zeigt, dass der Ansatz „think global – act local“ vorbildhaft umgesetzt wird. Mit der Nutzung der Abwärme der Müllverbrennungsanlage Arnoldstein in Villach wird die Stadt auf dem Weg zur Klimaneutralität unterstützt – auch bei weiterem Wachstum. Mit der Abwärme aus Arnoldstein wächst der Anteil grüner Wärme in Villach auf rund 90%, Erdgas dient somit nur noch aus Ausfallsreserve. Das Projekt ist dicht am Kerngeschäft angelagert und kann auch in anderen Regionen realisiert werden.
 

 

Maschinenring-Service Kärnten eGen

 

1960 als Verein zur bäuerlichen Selbsthilfe gegründet, ist der Maschinenring heute ein bedeutendes Dienstleistungsunternehmen in allen ländlichen Regionen Österreichs. Das Tocherunternehmen Maschinenring-Service Kärnten eGen wurde Ende der 90er-Jahre als landesweite Unternehmung gegründet und ist seither für unterschiedliche Dienstleistungen zuständig, darunter Schneeräumungen, Baumpflege und Biomassebereitstellung. Die Initiative „Ökologisierung der Dienstleistungen“ umfasst eine Vielzahl von Maßnahmen, die zu einer nachhaltigen und umweltschonender Arbeitsweise beitragen sollen. Gleichzeitig wird der ländliche Raum nachhaltig gestärkt und die österreichische Landwirtschaft unterstützt. Zu den Maßnahmen zählt die ökologische Bekämpfung von Neophyten mittels Schafen und Ziegen in Kooperation mit der ÖBB und die Entwicklung eines Produkts zur chemiefreien Unkrautpflege. Die Jury sieht in der vorgestellten Initiative großes Potential zur Stärkung des ländlichen Raumes und seinen Strukturen.

 

 

Regionale Wertschaffung


 

s‘Fachl

 

s’Fachl bietet regionalen Kleinstunternehmen aus den Bereichen Kulinarik, Kreativität und Kunst Präsentations- und Verkaufsflächen in Form von mietbaren Holzkisten in gleichnamigen Geschäftslokalen an. Die angebotenen Produkte an den beiden Standorten Villach und Klagenfurt kommen zu ca. 80% direkt aus Kärnten, zu 20% aus anderen Bundesländern. Auch soziale Einrichtungen wie die Caritas, die Plattform Zivilgesellschaft Kärnten und 4ever Young können die angebotenen Flächen zur Präsentation ihrer Produkte nutzen. Die Übertragbarkeit in andere Regionen ist gegeben: mittlerweile gibt es s’Fachl bereits an 8 Standorten in Österreich, das s’Fachl Eck auf Leerflächen bestehender Unternehmen, einen Webshop und eine eigene Messe. S’Fachl wurde von der Jury aufgrund der engagierten Unterstützung kleiner regionaler Wirtschaftstreibenden gewürdigt, die nicht nur durch Bereitstellung der Verkaufsflächen gegeben ist, sondern sich auch im Know-How-Transfer der Betreiber zeigt.

 

 

Ebners Greisslerei OG

 

Die Ebner’s Greisslerei OG hat die Jury mit einer offenen, transparenten Einreichung eines mutigen, engagierten Gesamtpakets überzeugt. In der alten Römerklause in Lendorf bei Spittal, einem ehemaligen Pferdestall ist mit Ebner‘s Greisslerei 2015 ein neuer Nahversorger, Feinkostladen, Bausernladen und kommunikativer Treffpunkt entstanden. Durch den Bezug hauptsächlich regionaler Produkte sind kurze Transportwege möglich und die Klein- und Mittelbetriebe der Region werden gestärkt. Lebensmittel werden in kleineren Mengen unverpackt oder mit wenig Verpackungsmaterial verkauft, wodurch negative Einflüsse auf die Umwelt gering gehalten werden. Ein ausgeprägtes Qualitätsmanagement wird durch intensiven Dialog mit Zulieferern gewährleistet.

 

 

Kärntnermilch reg.Gen.m.b.H.

 

Die Kärntnermilch reg.Gen.m.b.H. verfügt über langjähriges soziales und ökologisches Engagement gepaart mit nachhaltigen Innovationen. Besonders hervorgehoben hat die Jury den offenen und reflektierten Umgang mit dem eigenen Geschäft und den Herausforderungen der Zukunft. Durch laufende Investitionen und enge Zusammenarbeit mit Universitäten und Fachhochschulen konnte das Unternehmen bisher einige beachtliche Ergebnisse erzielen. So haben etwa die Sicherstellung von über 1300 Arbeitsplätzen und die enge Zusammenarbeit mit LieferantInnen hohe Auswirkungen auf die regionale Wertschaffung. Besonders die Tatsache, dass alle zuliefernden Bäuerinnen und Bauern im Sinne der Solidarität gleich behandelt werden, wurde von der Jury positiv hervorgehoben. Unabhängig von der Liefermenge und der Entfernung zur Molkerei wird der gleiche Milchpreis gezahlt. Kärntnermilch arbeitet laufend an technischen Erneuerungen im Bereich der Produktionsprozesse und Energieeffizienz. Zusätzlich setzt das Unternehmen strenge Vorgaben im Bereich von Fütterung, Düngemitteleinsatz und Tiergesundheit und erweiterte die Produktpalette um FairTrade Produkte.

 

 

Social Innovation & Future Challenges

 

 

UTC Umwelttechnik Ziviltechniker GmbH

 

International wie auch in Österreich kann ein Anwachsen des Ausmaßes an industriellen Brachflächen beobachtet werden. Allein in Österreich fallen jährlich Brachflächen von über 1000 ha an. Laut einer aktuellen Studie des Umweltbundesamtes zum Thema „Wiedernutzungspotential der Brachflächen in Österreich“ liegt ein Brachflächenausmaß zwischen 8.000 ha und 13.000 ha vor. Die UTC Umwelttechnik Ziviltechniker GmbH nimmt sich diesen kontaminierten Freiflächen an und revitalisiert sie mit dem Ziel der Wiedereingliederung in den wirtschaftlichen Kreislauf. Die Sanierung industrieller Brachflächen leistet einen wesentlichen Beitrag zum Schutz des Grundwassers als Trinkwasser. Durch die Flächenbewirtschaftung von Brachflächen können die wertvollen Grünflächen im städtebaulichen Gefüge geschützt und bauliche Lasten beseitigt werden. Bei der beispielhaften Revitalisierung der Lederfabrik Neuner konnten 70.000m2 als Bauflächen wieder verfügbar gemacht werden. Dabei trug vor allem die Vernetzung von Stakeholdern in einem fachlich begleiteten Prozess zum Gelingen bei. Die Jury lobt den innovativen Ansatz des Unternehmens, der aufgrund schwieriger Rahmenbedingungen und gesetzlicher Auflagen nicht einfach zu erfüllen ist.
 

 

GP Motion GmbH

 

Das Start-Up GP Motion GmbH ist 2015 aus einem Bachelorprojekt heraus entstanden. Das Kerngeschäft entspricht dem Zeitgeist: E-Mobilität unter die Menschen zu bringen und damit ein modernes, gesundes und umweltfreundliches Lebensgefühl zu verkaufen. Durch die Firmenstruktur mit wenigen MitarbeiterInnen haben alle die Möglichkeit, sich einzubringen. Auch der Kontakt zum Kunden selbst wird großgeschrieben. Add-e ist ein Nachrüstsatz für Fahrräder, der ein klassisches Fahrrad in ein vollwertiges, leichtes und agiles e-Bike verwandelt. Die modulare Bauweise ermöglicht einen leichten Austausch der einzelnen Komponenten und damit eine einfache Übertragbarkeit des Bausatzes auf Zweit- oder Folgeräder.

 

 

Goerner Group, Formpack GmbH

 

Die Goerner Formpack GmbH, Tochterfirma der Goerner Group, wurde gegründet, um Faserformteile aus Karton und anderen nachwachsenden Rohstoffen zu entwickeln und produzieren. Mit einem wachsamen Auge auf Nachhaltigkeit wurde nun ein Produkt für die Zielgruppe „Naschkatzen“ und KonsumentInnen mit einem ausgeprägten Sinn für Ökologie und Verantwortungsbewusstsein geschaffen. Eine Alternative aus Faserguss soll herkömmliche Kunststoff-Inlays in der Süßwarenindustrie ersetzen. Der Prototyp hält lebensmittelrechtlichen Auflagen stand, steht kurz vor der Markteinführung und hat in einem ersten Testlauf bereits großen Anklang gefunden. So auch bei der Jury, die davon überzeugt ist, dass mit dem neuen Produkt maßgeblich dazu beigetragen werden kann, Plastik als Rohstoff in der Verpackungsindustrie überflüssig zu machen.

 

 

 

Sonderpreis "CSR-Newcomer des Jahres"

 

Der Sonderpreis für den "CSR-Newcomer des Jahres" wurde in Kooperation mit der Kleinen Zeitung Kärnten an den Marktplatz Mittelkärnten vergeben.

Träger
& Sponsoren
http://trigos.at/