Freitag 20. Oktober 2017

Nominiertenbegründungen TRIGOS 2017 - Beste Partnerschaft: nationales und internationales Engagement

 

RHI AG

 

Die RHI AG ist global agierender Anbieter hochwertiger Feuerfestprodukte, -systeme und Dienstleistungen, die für industrielle Hochtemperaturprozesse über 1.200 Grad C unverzichtbar sind. Das Unternehmen bedient an etwa 70 Vertriebsstandorten über 10.000 Kunden aus der Stahl-, Zement-, Nichteisenmetalle-, Glas-, Energie- und Chemieindustrie. Von 2013 bis 2016 wurde das erste „Youth Employability Program“ von RHI und seinen Partnern erfolgreich durchgeführt. Ziel der Partnerschaft war es Jugendlichen in Mexiko und der Türkei eine arbeitsmarktrelevante technische Berufsausbildung zu ermöglichen und dem Facharbeitermangel der lokalen Industrie, und damit auch von RHI, zu begegnen. In Mexiko konnte mit dem Arbeitgeberverband COPARMEX die duale Ausbildung ins lokale Bildungsangebot integriert werden, ein Novum in Mexiko. 356 Jugendliche in 27 Betrieben absolvierten eine Lehre und wurden von LehrerInnen und betrieblichen AusbildnerInnen betreut. In der Türkei entstand der „Eskiehir – Bildungscluster“ in dem sich Industriekammer, Unterrichtsministerium, LehrerInnen und die Stiftung TEGEV für eine bedarfsorientierte Berufsbildung engagieren. Im Pilotlehrgang konnten 82 SchülerInnen in 5 Unternehmen ihre praktischen Fähigkeiten ausbauen. Know-how Unterstützung bei der Konzipierung und Projektsteuerung wurde von der Entwicklungsorganisation ICEP geleistet, zudem förderte die Austrian Development Agency (ADA) das Programm. Das Unternehmen und seine Partner überzeugten die Jury vor allem durch den Fokus auf strukturbildende Aktivitäten mit Multi-Stakeholder Einbindung. Seit 2016 laufen die unterschiedlichen Initiativen eigenständig und haben somit eine langfristige Breitenwirkung.

 

Weltweitwandern

 

Weltweitwandern ist führender Anbieter von Wanderreisen auf dem deutschsprachigen Markt. Das Unternehmen arbeitet bereits seit 2007 mit der örtlichen Reiseagentur "Around the Himalayas" in Nepal zusammen. Aus "Around the Himalaya" in Nepal entstand auf Initiative von Herrn Sudama Karki im Jahr 2008 der gemeinnützige Verein PAORC für Waisenkinder in Nepal. Nach dem Erdbeben in Nepal 2015 initiierte Weltweitwandern ebenfalls einen Verein, nämlich "Weltweitwandern wirkt!". Gemeinsam wurde ein neues Schulprojekt in Kathmandu gestartet: Die "Kundalinee School" soll in zweierlei Hinsicht neue Maßstäbe setzen: zum einen als ökologisch-nachhaltiges Schulzentrum, das sich harmonisch in die Tradition und Kultur der Umgebung einfügt, zum anderen wollen die Projektpartner mit einem pädagogisch modernen Konzept eine Musterschule entwickeln, die es Kindern ermöglicht, zu offenen, kritischen und eigenverantwortlichen Menschen heranzureifen. Die Jury honoriert das langjährige Engagement sowie die Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit im Kerngeschäft.

 

ARGE Gentechnik-frei

 

Die Arbeitsgemeinschaft für Gentechnik-frei erzeugte Lebensmittel wurde 1997 als Ergebnis eines Volksbegehrens als Multi-Stakeholder Plattform gegründet. Lebensmittelhandel und Lebensmittelproduktion, NGOs, Verbände und Institutionen aus den Bereichen Landwirtschaft, Umwelt- und Konsumentenschutz arbeiten lösungsorientiert und auf Augenhöhe zusammen - für die Weiterentwicklung des Gentechnik-freien Angebots, für die Verbesserung der Rahmenbedingungen Gentechnik-freier Produktion sowie Mehrwert für Landwirte, die Gentechnik-frei produzieren. Die Jury beeindruckt die europaweit einzigartige Partnerschaft, deren Mitwirkende abseits der Plattform in intensivem Wettbewerb stehen und im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft den konstruktiven Dialog und lösungsorientiertes Handeln betreiben. Bemerkenswert sind überdies die neuen Ziele und Aufgaben, denen sich die Arbeitsgemeinschaft nach Erreichung ihrer ursprünglichen Ziele stellt: eine Ausweitung auf weitere Segmente sowie andere europäische Länder, die Absicherung der Verfügbarkeit bei kritischen Substanzen (insbesondere Soja) sowie die Stärkung der regionalen Wertschöpfung. Die ARGE Gentechnik-frei hat maßgeblich zum österreichischen Bewusstsein bezüglich gentechnikfreier Lebensmittelproduktion sowie -konsumation beigetragen und ist ein herausragendes Beispiel für eine Multistakeholder-Plattform, bei der sich Marktkonkurrenten konstruktiv gemeinsam engagieren.

 

Hofer KG

 

Die Kooperation von Hofer mit dem Fleischwarenhersteller Hütthaler setzt innovative Maßstäbe für die konventionelle Schweinemast mit dem Ziel der Verbesserung der Haltungsbedingungen und dem Entgegenwirken von Betriebssterben. Im Zuge der Partnerschaft FairHOF erhalten die Schweine der 15 oberösterreichischen Schweinemastbetriebe 100 % mehr Platz als gesetzlich vorgeschrieben, täglichen Auslauf und gentechnikfreies Futter. Das Projekt zielt auch auf eine Verringerung des Betriebssterbens in Österreich ab. Den beteiligten Landwirten wird ein Preisaufschlag von ca. 30 % (€ 0,414 pro kg), eine Börsenpreisabsicherung (mind. € 1,40 pro kg) sowie eine Abnahmegarantie für mindestens fünf Jahre gewährt. Die Entfernung zwischen den Höfen und Hütthaler beträgt max. 50 Kilometer, dadurch wird die Stressbelastung der Tiere reduziert und die Regionalität der Initiative sicher gestellt. Die jährliche externe Auditierung der FairHOF Standards erfolgt durch die unabhängige, staatlich akkreditierte Kontroll- und Zertifizierungsstelle „agroVet“. Das Ziel der Verbesserung des Tierwohls bei gleichzeitigem wirtschaftlichen Erfolg für kleine Landwirte wurde von der Jury besonders hervorgehoben. Seit Jänner 2017 sind die FairHOF-Produkte in den Kühlregalen erhältlich. Das Projekt wird kontinuierlich weiterentwickelt.

 

Österreichischer Rundfunk ORF

 

MUTTER ERDE ist ein Zusammenschluss des ORF und der führenden Umwelt- und Naturschutzorganisationen Österreichs: Österreichischer Alpenverein, BirdLife, GLOBAL 2000, Greenpeace, Naturfreunde, Naturschutzbund, VCÖ und WWF. Jedes Jahr wird ein anderes relevantes Umweltthema ins Zentrum der gemeinsamen Aktivitäten gestellt. Ziel ist es, Bewusstsein für die Umwelt zu schaffen, Menschen zum Handeln zu bewegen und Umwelt- und Naturschutzprojekte zu unterstützen. Bisher wurden bereits drei gemeinsame Themenschwerpunkte gestaltet: Wasser (2014), Bienen (2015) und Lebensmittelverschwendung (2016). Die Partnerschaft überzeugte die Jury vor allem durch ihre große Breitenwirkung. Jeder Programmschwerpunkt erreichte ca. 4 Mio. Seher-/HörerInnen und der Facebookkanal von MUTTER ERDE verzeichnet ca. 25.000 Abonnementen. Auch abseits der Schwerpunktwochen gibt es einen engen Austausch zwischen den Partnern. So wurde etwa im März 2017 ein neuer Journalismuspreis ausgeschrieben, der Österreichische Umweltjournalismuspreis, mit dem Ziel, das Umweltthema strukturell zu stärken. MUTTER ERDE ist eine weltweit einzigartige Kooperation zwischen öffentlich rechtlichem Rundfunk und führenden Umwelt- und Naturschutzorganisationen. Ein explizites Ziel der Initiative ist es auch international als Vorbild für ähnliche Projekte zu gelten.

Träger
& Sponsoren
http://trigos.at/