Donnerstag 25. Mai 2017

Nominiertenbegründungen TRIGOS 2017 - Social Entrepreneurship

 

Acticell GmbH

 

Die Acticell GmbH ist ein Startup-Unternehmen im Forschungs- und Technologie-Sektor, dessen Kerngeschäft auf die umweltfreundliche Bleiche von Jeans fokussiert ist. Die partielle Entfärbung von Jeans-Stoffen (Used-Look) wird bei über 90 % aller weltweit verkauften Jeans-Hosen (ca. 5 Mrd. Stück pro Jahr) angewandt und führt aufgrund einer Kombination aus mechanischem Abrieb und umwelt- sowie gesundheitsschädlicher chemischer Kaliumpermanganat-Bleiche zu hohen Gesundheitsrisiken für ArbeiterInnen sowie Schwermetall-Abfällen. Die umweltfreundliche Acticell Technologie führt zu einer signifikanten Reduktion von Wasser- und Energieverbrauch, vermeidet mehr als 350 Tonnen Mangan pro Jahr und ist für ArbeiterInnen unbedenklich. Alle Produkte sind des Weiteren GreenScreen und GOTS zertifiziert und entsprechen zu 100 % dem Greenpeace Detox Programm. Das Unternehmen konnte die Jury durch seinen hohen Innovationsgrad überzeugen: ein derartiges Produkt gab es davor nicht und stellt einen Meilenstein in der Jeans-Branche dar. Bemerkenswert ist auch die weltweite Anwendbarkeit der Acticell Technologie. In einem Betrieb in Mexiko erfolgte bereits eine komplette Umstellung auf Acticell-Produkte im industriellen Maßstab. Dass Acticell ein wahrer Vorreiter in der Textilbranche ist, zeigt sich auch daran, dass die Bestellungen schon die Tonnen-Grenze überschritten haben und Acticell-gebleichte Jeans der Marke Hollister bald im Handel erhältlich sind.

 

myAbility Social Enterprise GmbH

 

Die myAbility Social Enterprise GmbH ist eine innovative Unternehmensberatung und beeindruckt durch ihre Mission Unternehmen dabei zu unterstützen Menschen mit Behinderungen als KundInnen und MitarbeiterInnen wahrzunehmen und deren Potentiale besser zu nutzen. Europaweit haben 15 % der Bevölkerung eine Behinderung. Unmittelbare Folgen sind geringere Chancen auf Teilhabe am Arbeitsleben sowie ein erhöhtes Armutsrisiko. Ziel von myAbility ist es Barrierefreiheit zu schaffen, Chancengerechtigkeit zu fördern und einen modernen Zugang zum Thema Behinderung zu prägen. Dies wird durch Unternehmensberatung wie auch gezielte Talentförderung und Jobvermittlung erreicht. Die myAbility Social Enterprise GmbH überzeugte die Jury besonders durch die Entwicklung des weltweit ersten strukturierten Managementansatzes. Über 30 Großunternehmen wurden erfolgreich zu strategischem DisAbility Management beraten und 75.000 MitarbeiterInnen für das Thema sensibilisiert. Durch die Arbeit von myAbility wurden auch über 20.000 Stellen für Jobsuchende mit Behinderung ausgeschrieben. Das Unternehmen hat sich erfolgreich am österreichischen Markt etabliert, besticht aber durch sein übertragbares und skalierbares Geschäftsmodell. Im Moment steht myAbility kurz vor einer Expansion in den DACH-Raum.

 

Reparatur- und Service-Zentrum R.U.S.Z

 

Das bereits seit knapp 20 Jahren bestehende Reparatur und Service-Zentrum R.U.S.Z verfolgt das strategische Ziel einer ressourcenverschwendenden, umweltschädlichen Wirtschaftsweise durch Reparatur von Elektrogeräten entgegenzuwirken. Lebenszyklusanalysen zeigen, dass ein großer Teil der Umweltprobleme durch die Produktion von Elektrogeräten entstehen. Neben der Verminderung dieser Umweltthematik werden gleichzeitig auch arbeitsmarktpolitische Probleme durch Anstellung von langzeitarbeitslosen Personen, sowie Menschen mit Behinderung adressiert. Die MitarbeiterInnen werden im R.U.S.Z auch zu Technikern ausgebildet. R.U.S.Z betreibt das größte Re-Use-Zentrum Österreichs für Haushaltsgroßgeräte: Zwischen 2009 und 2016 wurden 2.660 Geschirrspüler, 5.394 Waschmaschinen und unzählige Kleingeräte, Fernseher, PCs u.a. repariert. Jährlich werden 1.400 Geräte für den Second-Life Markt vorbereitet und verkauft. Im Moment arbeitet R.U.S.Z gerade an einem Franchise-Buch und im Mai wird in Graz die erste R.U.S.Z Zweigstelle eröffnet. Mittelfristig sollen auch in anderen österreichischen Städten Reparatur- und Servicezentren entstehen. Auch auf EU-Ebene ist das Unternehmen aktiv um Reparatur und Wiederverwendung in die Abfallrahmenrichtlinie zu integrieren. R.U.S.Z hat die Jury besonders durch sein langjähriges Engagement in Österreich wie auch auf EU-Ebene überzeugt.

 

talentify GmbH

 

Die talentify GmbH unterstützt mit einer Onlineplattform die Lernhilfe von SchülerInnen für SchülerInnen (talentify.me), fördert die individuellen Talente von jungen Menschen durch eine außerschulische Akademie (talentify.academy) und hilft jungen Menschen bereits in der Schule im Bereich der Berufsorientierung (talentify.works). Für Nachhilfe werden in Österreich 119 Mio. Euro pro Jahr ausgegeben – 100.000 Haushalte können sich eine solche Unterstützung nicht leisten. Durch die talentify GmbH vertiefen Jugendliche durch das gegenseitige Lernen nicht nur ihr Wissen, sondern stärken auch ihre Sozialkompetenz und übernehmen Verantwortung füreinander – und das unabhängig vom sozioökonomischen Hintergrund der Eltern. Die talentfy GmbH zeichnet sich auch durch ein skalierbares Geschäftsmodell aus: Seit Herbst 2015 ist talentify österreichweit aktiv, derzeit wird an der Ausweitung nach Tschechien gearbeitet, weitere Länder folgen 2018. Über 3.000 SchülerInnen nutzen bereits talentify.me und geben im Zuge dessen Lernhilfe oder nehmen sie in Anspruch. Die talentify.academy verzeichnet bereits 300 Jugendliche in außerschulischen Workshops und talentify.works wird ab Herbst 2017 mit einer App LIVE gehen. Das Unternehmen überzeugte die Jury durch einen wirkungsvollen Mix aus digitalem Matchmaking und Inhalten sowie „physischem“ Lernen von Mensch zu Mensch.

Träger
& Sponsoren
http://trigos.at/