Friday 25. September 2020

Nominiertenbegründungen TRIGOS 2016 - Ganzheitliches CSR-Engagement: Großunternehmen

 

bellaflora Gartencenter GmbH

 

Bellaflora ist mit 500 Beschäftigten und 26 Standorten das größte Gartencenter Österreichs. Die Nachhaltigkeitsinitiative „Flower Power“ hat sich zum Fundament der Geschäftsstrategie entwickelt und umfasst alle Geschäftsbereiche sowie die Lieferkette. Gemeinsam mit ExpertInnen des Forschungsinstituts für biologischen Landbau wurde der erste Produktionsstandard für nachhaltigen Gartenbau in Österreich entwickelt. Dieser wird von agroVet unabhängig auditiert und zertifiziert. Die Jury konnte besonders durch die Weiterentwicklung seit der letzten TRIGOS-Einreichung überzeugt werden: Seit 2013 wurden alle chemisch-synthetischen Pestizide, Düngemittel und Biozide aus dem Handel genommen und durch naturnahe, umweltfreundliche Produkte ersetzt. Ein neues Torfreduzierungsprogramm seit 2015 soll neben 100% torffreien Bio-Erden auch die konventionellen Erden auf maximal 50% Torfgehalt reduzieren. Das Kreislauf-Projekt „Erde zu Erde“ verwertet nicht verkaufte Pflanzen als torffreien Kompost. Bellaflora ist mit aktuell 26 Lehrlingen der größte Ausbilder der Branche. Flexible Arbeitszeitmodelle runden das Engagement für die MitarbeiterInnen ab. Soziales Engagement zeigt das Unternehmen auch durch die Unterstützung von gemeinnützigen Institutionen wie das Hilde-Umdasch-Haus für pflegebedürftige Kinder oder den Verein City Farm Schönbrunn.

 

Flextronics International GmbH

 

Das Kärntner Technologieunternehmen Flextronics International beschäftigt mehr als 200.000 MitarbeiterInnen in 30 Ländern. Das Produktionszentrum in Althofen gilt als Kompetenzzentrum für innovative HighTech-Lösungen für elektronische Baugruppen und elektromechanische Geräte. Flex beeindruckte die Jury durch das breite Spektrum an laufenden Maßnahmen. Das CSR-Programm „FlexPledge“ umfasst die Bereiche MitarbeiterInnen, Umwelt, Gesellschaft und Ethik. Im Kerngeschäft liegt der Fokus auf einer nachhaltigen Ressourcennutzung, einer der größten Herausforderungen der Branche. Neben der Qualitätssicherung ist die Auditierung mit einem Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Ethik in der Lieferkette von großer Bedeutung. Im Energiebereich wird auf erneuerbare Energien und Effizienzsteigerung gesetzt, eine Photovoltaik-Anlage mit MitarbeiterInnenbeteiligung wird demnächst umgesetzt. Am Dach von Flex werden über 4.000 Photovoltaik-Paneele verlegt die in Summe 1 Megawatt Sonnenstrom erzeugen werden. Ein eigenes Recycling-Center soll kurzen Produktlebenszyklen entgegenwirken und Verschwendung verringern. Als Symbol für Artenvielfalt stehen betriebseigene Bienenvölker, deren Honig als Gastgeschenk verwendet wird. Im sozialen Bereich überzeugt Flex durch das ausgezeichnete Lehrlings-Ausbildungszentrum und durch die betriebliche Gesundheitsförderung.

 

Mondi Frantschach GmbH

 

Mondi Frantschach im Lavanttal, Teil der internationalen Mondi Gruppe, ist Papier- und Zellstoffproduzent für Verpackungshersteller und Verarbeitungsbetriebe. Umfangreiche Investitionen der vergangenen Jahre mit dem Ziel, die Auswirkungen des Betriebes auf die Umwelt möglichst gering zu halten, machen Modi Frantschach zu einer hochmodernen Fabrik für Spezialpapier. Von Schallschutzmaßnahmen und Schließung der Wasserkreisläufe über ständige Überprüfung der Emissionen ist besonders die detailgenaue Quantifizierung der Daten von der Jury positiv hervorgehoben worden. Ein Laugenverbrennungskessel machte das Werk durch die Erzeugung von Ökostrom energieautark. Auch im sozialen Bereich kann Mondi punkten: In die betrieblichen Gesundheitsvorsorge wird laufend investiert und kontinuierlich an der Mitarbeiterzufriedenheit gearbeitet. Das soziale Projekt "Lerntreff St. Gertraud" fördert die Integration von SchülerInnen mit Migrationshintergrund.

 

MPREIS Warenvertriebs GmbH

 

MPREIS ist ein Tiroler Lebensmittelhandel mit 250 Standorten in Tirol, Südtirol, Salzburg, Kärnten und Vorarlberg. Bei MPREIS werden vor allem regionale Produkte angeboten, wodurch Transportwege kurz gehalten werden und die Existenz vieler kleiner lokaler Landwirte gesichert wird. Die große Auswahl an Bio-Produkten wurde von der Jury besonders hervorgehoben. Sobald und solange heimisches Obst und Gemüse zur Verfügung steht, werden bei MPREIS ausschließlich lokale Produkte verkauft. MPREIS unterstützt Tiroler Nebenerwerbsbauern durch einen Regionalitätszuschlag für Jungrinder aus Mutterkuhhaltung und fördert damit artgerechte Tierhaltung und die Bewirtschaftung der Berglandschaft. Die Gebäude der Filialen entsprechen teilweise Passivhausstandard, wodurch bedeutende Energieeinsparungen erzielt werden können. 2015 wurde MPREIS zum besten Arbeitgeber „great place to work“ gekürt. Mit Arbeitnehmern aus über 59 Nationen engagiert sich MPREIS für kulturelle Vielfalt. Die betriebliche Gleichberechtigung von Frauen und Männern zeigt sich durch über 80% weibliche Führungskräfte.

 

Saubermacher Dienstleistungs AG

 

Saubermacher ist ein internationaler Komplettanbieter für Entsorgung und Verwertung von gefährlichen und nicht gefährlichen Abfällen. Seit Unternehmensbeginn ist CSR im Betrieb verankert und wird über ein integriertes Managementsystem, sowie Umwelt- und Qualitätsstandards messbar gemacht. Neben geringeren Emissionen und Energieeffizienz konnte das Unternehmen den Strombezug in Österreich auf 100% nachhaltige Energien umstellen. Besonders hervorzuheben ist das Programm zur Reduktion des Deponievolumens wodurch im Jahr 2015 69.000 Tonnen eingespart werden konnten, die als Ersatzbrennstoff in der Zementindustrie u. zur Wärme- u. Stromerzeugung eingesetzt werden. Dadurch konnten 123.000 Tonnen CO2 gespart und gleichzeitig ein Energiegehalt von 486.000 MWh aus Abfall nutzbar gemacht werden. Die Saubermacher-Tochter REDUX hat eine neue Methode entwickelt mit der Inhaltsstoffe von alten Batterien wiederverwendet werden können. Das Unternehmen zeigt auch soziale Verantwortung: Seit Jahren unterstützt Saubermacher Freigänger der Justizanstalten Leoben und Krems, sowie Langzeitarbeitslose bei der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Das Projekt „Trash up“ bringt Kindern und Jugendlichen das Prinzip von Recycling näher. Die von Saubermacher entwickelte App „Daheim“ ermöglicht Vernetzung und Kommunikation für Nachhaltigkeitsthemen in Gemeinden.  

 

Träger
http://trigos.at/