Saturday 8. August 2020

Gewinnerbegründungen TRIGOS Österreich 2015

 

Ganzheitliches CSR-Engagement

 

„Ganzheitliches CSR-Engagement: Großunternehmen"

 

Rhomberg Bau GmbH

Rhomberg Bau ist sich den Herausforderungen der Baubranche nicht nur bewusst, sondern zeigt beispielhaft vor, wie Nachhaltigkeit langfristig ins Kerngeschäft verankert werden kann. Die Jury zeigte sich dabei von der holistischen Herangehensweise an die Thematik beeindruckt. Durch vorausschauende Planung und die Integrierung ökonomischer und ökologischer Aspekte schafft es Rhomberg, den Ressourcenverbrauch zu reduzieren und möglichst umwelt- und energieschonend zu arbeiten. 76% des Materials werden regional beschafft; 50% der Baustoffe stammen aus recycelten Sekundärrohstoffen. Rhomberg Bau wurde als erstes österreichisches Bauunternehmen von der ÖGNI für seine ethische Unternehmensführung zertifiziert und pflegt langfristige Partnerschaften mit sozialen Wohnbauträgern wie der Wohnbauselbsthilfe Bregenz. Mit seiner umfassenden Stakeholder-Einbindung schafft das Unternehmen es zusätzlich, sein Nachhaltigkeitsbewusstsein nach außen zu tragen: Neben dem Nachhaltigkeitsbericht namens „SinnEntFalter“ werden die Mitarbeiter im Rahmen von Nachhaltigkeitstagen geschult und Anrainer bei Veranstaltungen eingebunden.

 

„Ganzheitliches CSR-Engagement: Mittelunternehmen"

 

SONNENTOR Kräuterhandelsgesellschaft mbH

Seit der Gründung des Unternehmens 1988 wirtschaftet Sonnentor ganzheitlich nachhaltig. Die Inhaltstoffe der hergestellten Produkte stammen aus biologischem Anbau, das Verpackungsmaterial besteht zu über 80% aus nachwachsenden Rohstoffen. Durch die Zusammenarbeit mit kleinstrukturierten Bauern und Partnern leistet Sonnentor einen wichtigen Beitrag zur Existenzsicherung kleiner Bio-Landwirte und fördert den Anbau von Rohstoffen, die in biologischer Qualität in Österreich bisher nicht erhältlich waren. Neben dieser ökologisch nachhaltigen Grundausrichtung nimmt Sonnentor auch seine gesellschaftliche Verantwortung vorbildlich wahr. Sonnentor investiert in die Fortbildung und Gesundheitsförderung der eigenen MitarbeiterInnen, zusätzlich wird das Unternehmen durch die betriebliche Kinder-Tagesbetreuung SONNENSCHEINCHEN sowie altersgerechte Arbeitsmodelle den Ansprüchen seiner MitarbeiterInnen umfassend gerecht. Durch zahlreiche Vorträge und Seminare möchte SONNENTOR auch über das eigene Unternehmen hinaus die Menschen zum Umdenken bewegen und leistet dadurch einen wichtigen Beitrag zur Bewusstseinsbildung.

 

„Ganzheitliches CSR-Engagement – Kleinunternehmen“

 

Iss mich! Catering e.U.

Bei dem jungen Wiener Catering-Unternehmen iss mich! ist Nachhaltigkeit von Grund auf im Kerngeschäft verankert. Bio-Gemüse aus dem Marchfeld, das aufgrund ästhetischer Fehler nicht in den Handel gelangt, wird von jungen Müttern aus Caritas-Häusern zu Speisen verarbeitet. iss mich! leistet dadurch einen aktiven Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung und macht auf diese brandaktuelle Thematik aufmerksam. Um keinen Verpackungsmüll zu produzieren arbeitet iss mich! bei der Verpackung der Speisen mit einem Pfandsystem; durch das Prinzip des Kochens on Demand wird zusätzlich die Überproduktion von Speisen vermieden. Die Jury zeigte sich beeindruckt von diesen innovativen Lösungsansätzen für die Grundprobleme des Catering-Bereichs bei gleichzeitiger Berücksichtigung von gesellschaftlichen Faktoren: in Kooperation mit ProMente werden Praktikumsplätze vergeben, in Zusammenarbeit mit ReStart werden langzeitarbeitslose Jugendliche beschäftigt. Durch die Auslieferung mit dem Fahrrad gelangen die Speisen CO2-neutral zu den Kunden.

 

Social Entrepreneurship

 

Specialisterne Austria

Specialisterne  Austria bringen Menschen mit autistischer Wahrnehmung, die spezielle Fähigkeiten haben, mit Unternehmen zusammen, die diese Talente für hochqualitative Dienstleistungen dringend benötigen. Unternehmen und MitarbeiterInnen aus dem Autismus-Spektrum werden dabei von Specialisterne durch Workshops und Coaching begleitet. Das Konzept von Specialisterne bringt eine Win-Win-Situation für beide Seiten: Durch gezielte Qualifizierung und Begleitung werden Hürden wie Einstellungsgespräche oder Teamarbeit entschärft und eine langfristige Eingliederung am Arbeitsmarkt ermöglicht. Unternehmen können wiederum von den außergewöhnlichen Fähigkeiten von MitarbeiterInnen mit Asperger-Syndrom profitieren und durch ihre Anstellung zusätzlich die Vielfalt der Belegschaft erhöhen und soziale Verantwortung übernehmen. Eine quantitative Prognose des Social Return of Investment (SROI) ergibt für jeden investierten Euro in Specialisterne Österreich einen SROI von Euro 6,28 für die Gesellschaft. Die Jury zeigte sich beeindruckt vom hohen gesellschaftspolitischen Nutzen und der sozialen Nachhaltigkeit des Konzepts.

 

Beste Partnerschaft

 

Allianz

Als Resultat der Partnerschaft zwischen Allianz und WWF hat die Allianz ihre Investmentstrategie neu ausgerichtet und ein innovatives Nachhaltigkeitsmodell für Investments geschaffen. Als erstes Unternehmen ließ die Allianz ihre gesamten Kapitalanlagen anhand von mehr als 180 Indikatoren vom WWF Österreich auf Herz und Nieren prüfen. Dadurch wurde die Nachhaltigkeit der Kapitalanlagen erstmals messbar und transparent gemacht. Die Allianz Gruppe verpflichtete sich auf Basis dieser Ergebnisse zu konkreten Nachhaltigkeitszielen. Der CO2-Ausstoß wurde mit Ende 2013 um 55,9% pro Kopf reduziert – eine beeindruckende Bilanz. Die Jury hob den Umfang der Maßnahmen und den Vorbildcharakter für andere Unternehmen der Branche hervor. Dadurch, dass große Kapitalströme Richtung Nachhaltigkeit gelenkt werden, trägt die Allianz in Kooperation mit dem WWF dazu bei, dass der Weg zu einem transparenten und nachhaltigeren Finanzmarkt geebnet wird.

 

OMV

In einer Partnerschaft mit dem Hilfswerk Austria International hat die OMV in Libyen das Libya Youth Center gegründet, um Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 25 Jahren aus allen Gesellschaftsschichten mit Persönlichkeitsbildung und psychosozialer Unterstützung zu fördern. Das Projekt wurde während der libyschen Revolution iniitiert und trägt nicht nur zur regionalen Qualifizierung und Persönlichkeitsentwicklung, sondern auch zur Detraumatisierung der Jugendlichen bei. Die Jury beeindruckt die Weiterführung des Projekts trotz schwieriger Sicherheitslage in Libyen. Es wurden bis dato 300 Sozialarbeiter und 200 Psychologen ausgebildet und ein wesentlicher Beitrag zur Förderung der lokalen wirtschaftlichen Entwicklung geleistet. In Tunesien wird in Kooperation mit dem Hilfswerk Austria durch Skills To Succeed Projekte lokales Unternehmertum, Berufsausbildung und der Aufbau der Zivilgesellschaft gefördert. Arbeitsschwerpunkt der Partnerschaftsprojekte ist es, die Lebensbedingungen und Perspektiven der Menschen in den Partnerländern nachhaltig zu verbessern. 

Träger
http://trigos.at/