Saturday 8. August 2020

Jurybegründungen 2010

So urteilte die Jury über die Gewinnerprojekte des TRIGOS 2010:

 

 

ARBEITSPLATZ

 

ÖKOTECH Produktionsgesellschaft für Umwelttechnik mbH

Integrative Kollektorproduktion

Das Projekt der ÖKOTECH Produktionsgesellschaft besticht durch die langfristige Ausrichtung und die damit verbundene nachhaltige Verankerung im Unternehmen. Auf vorbildliche Weise wurde ein überdurchschnittlich hoher Anteil an Menschen mit Behinderung erfolgreich ins Unternehmen und gleichzeitig in den 1. Arbeitsmarkt integriert. So schuf die ÖKOTECH Produktionsgesellschaft qualifizierte Dauerarbeitsplätze in einer zukunftsträchtigen Branche, die außerdem großen Nutzen für die Umwelt stiftet. Die Jury beeindruckte das außerordentliche soziale Engagement, das für ein im Wettbewerb stehendes Unternehmen überdurchschnittlich groß ist. Durch die Herstellung eines ökologisch sinnvollen Produktes, nämlich Sonnenkollektoren, ist überdies die Verankerung von CSR im Kerngeschäft gewährleistet.

 

GESELLSCHAFT


EVN AG

Stolipinovo - Fallbeispiel Stakeholderdialog

Durch die Einführung von europäischen Standards der Stromversorgung konnte die EVN die Grundbedürfnisse einer Romasiedlung in Bulgarien decken. Das Projekt der EVN ist ein Vorzeigebeispiel für gelungene Stakeholdereinbindung: Durch intensiven Dialog mit der ansässigen Bevölkerung und Einbindung lokaler NGOs konnte die Infrastruktur erneuert, der Energieverbrauch reduziert und gleichzeitig die Zahlungsmoral verbessert werden. Während die BewohnerInnen der Roma-Siedlung von einer besseren Energieversorgung und kostenlosen Schulungen zum Energiesparen profitieren, konnte die EVN die Zahlungsrate von 3 auf 85% erhöhen. Die Jury beeindruckten insbesondere die messbaren Ergebnisse, die die EVN durch die Integration von CSR ins Kerngeschäft erzielen konnte.

 

MARKT


Göttin des Glücks OG

Ökofaires Modedesign aus Österreich

Als Österreichs erstes ökofaires Modelabel hat das Jungunternehmen Göttin des Glücks nicht nur Pioniercharakter, sondern setzt ganz neue Maßstäbe in der Textilbranche. Das Label verarbeitet ausschließlich fair produzierte Biobaumwolle, berücksichtigt in der gesamten Produktionskette soziale und ökologische Kriterien und kombiniert dies mit modernem Design. Die Jury würdigt die konsequente Umsetzung von CSR auf allen Ebenen sowie das außerordentliche persönliche Engagement der vier Gesellschafterinnen. Das Projekt von Göttin des Glücks hat nicht nur Signalwirkung auf eine Branche, in der CSR noch kaum Fuß gefasst hat, sondern trägt auch wesentlich zur Bewusstseinsbildung in der Gesellschaft bei.

 

ÖKOLOGIE


1.Obermurtaler Brauereigenossenschaft in Murau

Bierige Nachhaltigkeit

Die 1.Obermurtaler Brauereigenossenschaft in Murau beschäftigt sich seit Jahrzehnten intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit im Produktionsbereich. Das Resultat dieses Engagements ist eine beeindruckende Anzahl an ökologischen Zertifikaten und Maßnahmen sowie eine lückenlose Integration von CSR in der gesamten Lieferkette. Konsequent werden dabei die Kriterien regional, biologisch und klimafreundlich verfolgt. Das Unternehmen ist aber nicht nur in ökologischer Hinsicht Vorreiter in der Region. Ein ausgezeichneter Nachhaltigkeitsbericht sowie umfassende Maßnahmen für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen überzeugten die Jury ebenfalls.

 

SONDERPREIS "Maßnahmen gegen Armut und soziale Benachteiligung"


Mondi AG

Integration durch Bildung

Das Projekt von Mondi setzt dort an, wo bereits frühzeitig Armut und sozialer Ausgrenzung vorgebeugt werden kann: Durch Aus- und Weiterbildung in sogenannten Lerncafés, durch Elternarbeit und „soziales Lernen“ wird benachteiligten Jugendlichen die Integration und somit auch der soziale Aufstieg erleichtert. Mondi hat Bildung als effektive Präventionsmaßnahme gegen Armut und Arbeitslosigkeit erfasst und dies in drei beispielhaften Projekten in Kooperation mit der Caritas und unter Einbindung engagierter MitarbeiterInnen umgesetzt. Mit der Verleihung des Sonderpreises an das Projekt von Mondi setzt die Jury ein Zeichen, dass Armut auch in Österreich ein akutes Problem darstellt, dem sich jedoch Unternehmen wirkungsvoll und qualifiziert widmen können.

 

Träger
http://trigos.at/